Die Fröndenberger Apotheken übergeben die FFP2-Masken auf der Treppe des Rathauses an Kurt Potthoff (rechts) und Birgit Mescher (dritte von rechts) © Udo Hennes
Coronavirus in Fröndenberg

Fröndenberger Apotheken spenden FFP2-Masken und rühren damit zu Tränen

Die Fröndenberger Apotheken haben sich zusammengetan und eine große Menge FFP2-Masken gespendet. Die sollen nun denen helfen, die diese Unterstützung dringend benötigen.

Manchmal bringen Aktionen auch noch Menschen aus der Fassung, die schon vieles in Fröndenberg miterlebt haben. Die neueste Aktion der Fröndenberger Apotheken hat genau das geschafft. „Ich war überwältigt“, gesteht Birgit Mescher. „Ich konnte es gar nicht richtig glauben.“

Erst kürzlich hat sie eine Apothekerin am Telefon – eigentlich wegen eines anderen Themas. In ihrem Kopf ist aber eine hartnäckige Idee: Die Fröndenberger Tafel bräuchte eigentlich FFP2-Masken, die sie an die Bedürftigen verteilen kann. Als sie diesen Gedanken äußert, reagiert Dr. Anke Lochmann, Inhaberin der Marktapotheke in Fröndenberg, am anderen Ende der Leitung begeistert.

Apotheken sorgen mit Reaktion für Überraschung

Die Fröndenberger Apotheken sind gut vernetzt. Drei Anrufe später steht fest: es gibt Masken für die Bedürftigen, noch dazu nicht zu wenige. 1000 Stück wollen die vier Apotheken in Fröndenberg zusammen spenden. „Es hat jeder sofort Ja gesagt“, erzählt Lochmann. „Und Frau Mescher wollte es gar nicht richtig glauben.“

Die Apotheken freuen sich, dass sie helfen können. „Es ist wieder eine Aktion von Fröndenbergern für Fröndenberger“, sagt Lochmann. Sorge, dass nun nicht mehr genug Masken für die restlichen Bürger übrig bleiben, müssen die Fröndenberger übrigens nicht haben. „Im Dezember war der Vorrat knapp, da war alles sehr kurzfristig.“ Mittlerweile hätten sich alle Apotheken einen guten Vorrat angelegt. „Wir sind jetzt gut gewappnet.“

Spende zum rechten Zeitpunkt

Die Übergabe an die Tafel kommt laut Mescher „gerade zum rechten Zeitpunkt“. Seit dem 25. Januar ist das Tragen der FFP2-Masken beim Einkaufen oder in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht.

Die Tafel in Fröndenberg kümmert sich um rund 90 Haushalte, die Unterstützung brauchen. Davon sind knapp 130 Personen über 14 Jahre, und damit von der Regel betroffen. Genau die können sich aber eventuell nicht ausreichend mit den Masken eindecken, weil ihnen das nötige Geld fehlt.

Durch die großzügige Spende der Apotheken könne man nun nach Bedarf zwischen zwei und fünf Masken an die Bedürftigen ausgeben, so Mescher. „Das hängt dann davon ab, wie viel sich die Leute im öffentlichen Raum bewegen. Wer nur zweimal die Woche zum Einkaufen rausgeht, braucht keine fünf Masken.“

Ausgabe mit Termin

Einfach so gibt es die Masken allerdings nicht. Stattdessen können sich die Bedürftigen einen Termin holen, bei dem ihnen die sinnvollste Anwendung der Masken erklärt wird. Für den maximalen Schutz sollten diese nämlich nicht an mehreren Tagen nacheinander getragen werden. „Das erklären wir ihnen dann alles vor Ort im Allee-Café.“ Einen Erklärzettel gibt es obendrauf.

Mehr zum Thema
  • An der Aktion haben sich alle vier Apotheken in Fröndenberg beteiligt.
  • Sowohl die Marktapotheke, die Stiftsapotheke, die Ruhrapotheke, als auch die Hubertus-Apotheke haben jeweils 250 FFP2-Masken gespendet.
  • Sie empfehlen Leuten, die sich viel unter Menschen bewegen, einen Vorrat von sieben Masken anzulegen – für jeden Tag eine.

Laut Kurt Potthoff hatte die Tafel bereits überlegt, Masken für die Bedürftigen zu kaufen. „Aber selbst bei einem Stückpreis von 1,80 Euro wäre das zu viel gewesen. 1800 Euro sprengt den Rahmen dessen, was die Tafel ausgeben kann. Wir sind ja noch im Aufbau, wir müssen erstmal Reserven anlegen.“

Mit der Spende ist diese Sorge vom Tisch. Rund fünf Wochen sollen die Bedürftigen mit der ab Mittwoch beginnenden Ausgabe der FFP2-Masken auskommen – und dann sei immer noch die Hälfte vorhanden für eine zweite Ausgabe. „Ich bin immer wieder begeistert, was in Fröndenberg möglich ist“, sagt Potthoff. „Fröndenberg ist eben doch noch ein Dorf. Wir unterstützen uns gegenseitig.“

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg / Holzwickede
Jahrgang 1995, aufgewachsen am Rande Mendens mit mehr Feldern als Häusern drumherum. Zum Studieren nach Köln gezogen, 2016 aber aus Sehnsucht ins Sauerland zurückgekehrt. Hat in der Grundschule ihre Liebe ans Schreiben verloren und ist stets auf der Suche nach spannenden Geschichten.
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Lisa Dröttboom
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