Überraschende Wahlbeteiligung am Hirschberg und ein hohes Aufgebot an Briefwählern. Die AFD holt vier Prozent in Fröndenberg. Der Blick auf die Zahlen der Wahl enthüllt einige Überraschungen.

Fröndenberg

, 16.09.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Wahlbeteiligung für die Kommunalwahlen 2020 lag in Fröndenberg bei 56 Prozent. Im Vergleich zu den letzten Wahlen 2014 ist die Beteiligung damit leicht gestiegen. Rund 200 Fröndenberger mehr entschieden sich am vergangenen Sonntag, ein Kreuz zu machen.

„Wir müssen dabei auch auf unsere Nachbarstädte gucken“, sagte Ole Strathoff von der Verwaltung der Stadt Fröndenberg. Im Vergleich zu Menden (47 Prozent), Holzwickede (56 Prozent) und Unna (51 Prozent) stehe Fröndenberg gar nicht so schlecht da.

Doch wo wurde besonders viel per Brief gewählt? Welcher Wahlbezirk hatte die höchste Wahlbeteiligung, welcher die niedrigste? Der Blick auf die Zahlen verrät mehr.

Betrachtet werden im Folgenden vor allem die Zahlen zur Ratswahl in Fröndenberg. Die Zahlen für die Bürgermeisterwahl weichen nur geringfügig davon ab und sind in den meisten Fällen übertragbar.

Frömern wieder an der Spitze

Frömern konnte sich in den vergangenen Jahren damit rüsten, der Wahlbezirk mit der höchsten Wahlbeteiligung zu sein. Zu verdanken hatten sie das mitunter der evangelischen Jugend, die mit vielen Aktionen auf die Wahl aufmerksam machte. 68 Prozent der Wahlberechtigten machten dort 2014 ihr Kreuz.

Diesen Titel muss Frömern 2020 nicht abgeben, auch wenn die Bausenhagener gleichziehen. Beide Wahlbezirke können sich mit einer Wahlbeteiligung von 71 Prozent brüsten, während der Durchschnitt in den anderen Bezirken eher zwischen 50 und 60 Prozent lag. In Bausenhagen machten 2014 noch zwei von drei Bürgern ihr Kreuz. „Die Ausreißer nach oben sind wunderbare Werte“, so Strathoff. „Leider ist aber auch das Gegenteil in der Innenstadt zu sehen.“

Eine besonders schlechte Wahlbeteiligung hatte der Bezirk Fröndenberg-Mitte rund um den Marktplatz. Von rund 1200 Wahlberechtigten machten nur 450 Fröndenberger von ihrem Recht zur Wahl Gebrauch. Auch 2014 zeigten sich die Wähler in dem Wahlbezirk faul: Die Beteiligung lag auch da schon bei nur 37 Prozent.

Jetzt lesen

Die beiden Wahlbezirke in Westick und der am Mühlenberg auf Höhe der Treffpunktes Windmühle bekleckerten sich ebenfalls nicht mit Ruhm. Keiner der drei Wahlbezirke schaffte eine Wahlbeteiligung von über 50 Prozent. 2014 war auch die Wahlbeteiligung am Hirschberg noch schlecht. Die stieg jedoch 2020 von 43 auf fast 52 Prozent, womit der Hirschberg zusammen mit Bausenhagen den höchsten Zuwachs in der Wahlbeteiligung verzeichnet.

Abgenommen hat die Wahlbeteiligung hingegen in Westick (circa 1 Prozent), am Mühlenberg (3 Prozent), in der Neuen Mitte Ardey (2 Prozent) und in Ostbüren (2 Prozent).

Jeder Zweite wählte per Post

Die Möglichkeit, per Brief zu wählen, gibt es schon lange. In Anspruch genommen wurde sie bei den Kommunalwahlen 2014 allerdings nur von jedem dritten Wähler in der Ruhrstadt. 3109 Fröndenberger sandten ihr Kreuz auf postalischem Weg ein.

Diese Zahl sieht 2020 anders aus. Wohl auch durch die Corona-Krise mitverschuldet entschied sich fast die Hälfte aller Wähler, ihr Kreuz per Brief zu machen. 4630 Fröndenberger, rund 46 Prozent, machten schon vor dem Wahlsonntag ihr Kreuz.

Jetzt lesen

Besonders viele Briefwähler (415) machten in Frömern ihr Kreuz, besonders wenig in Fröndenberg-Mitte rund um den Marktplatz (182). Den geringsten Anstieg an Briefwählern im Vergleich zu 2014 verzeichneten der Mühlenberg (Bürgerzentrum) und Hohenheide. Hier stieg die Zahl an Briefwählern nur um rund 44 Wähler an.

Den höchsten Anstieg an Briefwählern durfte auch ein Wahlbezirk in Fröndenberg-Mitte verzeichnen, dessen Wahllokal am Hirschberg lag. Hier wählten mit 57 Prozent drei von fünf Wählern per Post, im Vergleich zu 2014 verdoppelte sich die Zahl der Briefwähler in diesem Bezirk beinahe. Ebenfalls starke Briefwahlzahlen hatte Warmen mit 54 Prozent, hier wählten mehr als doppelt so viele Fröndenberger wie noch 2014 per Post.

Die Steigerung bei der Briefwahl wirkt sich auch auf die Wahlbeteiligung in den einzelnen Stimmbezirken aus. So gibt es nur wenige Bezirke, in denen die Wahlbeteiligung vor Ort nicht gesunken ist. Nur in der Schützenhalle Bentrop, dem Gemeindehaus in Dellwig und dem Vereinsheim Langschede blieb sie annähernd gleich.

AFD holt 4 Prozent in Fröndenberg

Die AFD holt in Fröndenberg 4 Prozent. Dabei ist die Partei doch gar nicht in der Ruhrstadt angetreten, oder? Doch, ist sie, wenn auch nicht zu den Bürgermeister- oder Stadtratswahlen.

Jetzt lesen

Zwischen Landrats- und Bürgermeisterwahl halb untergegangen gab es in Fröndenberg auch die RVR-Wahlen für den Ruhrverband. Hier konnten die Fröndenberger ihr Kreuz auch bei der AFD machen. Rund 4 Prozent der Wähler machten das auch.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Coronavirus in Fröndenberg
Polizei und Ordnungsamt auf Corona-Kontrolle in Fröndenbergs Restaurants
Hellweger Anzeiger Gemüsebau in Fröndenberg
Riesenkürbis aus Fröndenberg sucht Bestimmung für den guten Zweck
Hellweger Anzeiger Tourismus in Fröndenberg
Camping-Pods in Dellwig: Auch die Politik möchte sich für Alternativen einsetzen
Hellweger Anzeiger Parkplatz-Ärger
Wild parkende Taxis in der Karl-Wildschütz-Straße: Handhabe gibt es nur wenig