„Fröndenberg bietet mehr“: So will der Werbering die Innenstadt attraktiver machen

dzStadtmarketing

Die Fröndenberger Innenstadt verändert sich: Marktplatz, Bruayplatz und Fußgängerbereiche werden moderner, Aldi will neu bauen, die Brache Wildschütz-Platz soll weg. Der Werbering geht ebenfalls in die Offensive.

Fröndenberg

, 02.09.2019, 15:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Gesicht der Fröndenberger Innenstadt wird sich in den nächsten Jahren stark verändern. Die Plätze in der City erhalten ein frisches Aussehen, Aldi will einen Neubau errichten, der Karl-Wildschütz-Platz soll endlich bebaut werden.

Der Werbering will nicht untätig bleiben und parallel auch Fröndenberg als Einkaufsstadt (wieder-)beleben.

»Wir brauchen Menschen, die sich engagieren.«
Dr. Anke Lochmann, Beisitzerin Werbering Fröndenberg

„Fröndenberg bietet mehr“ – da sind sich Dr. Anke Lochmann und Manuel Nadansky sicher. Die beiden Beisitzer des Werberings haben auf der jüngsten Sitzung des Vereins, in der zurzeit vor allem die Fröndenberger Kaufmannschaft zusammengeschlossen ist, gespürt: Aufbruchstimmung und die Lust, Neues zu wagen, sind da – allein es fehlt die Manpower, um zugkräftige Aktionen zu organisieren.

Beim Frühlingsmarkt und Christkindelmarkt bringt man sich ein, es gibt eine Tombola und Bierstände bei SoSo-Konzert und Musiknacht – seit Jahren hat sich der Werbering auf diese Standards konzentriert.

„Fröndenberg bietet mehr“: So will der Werbering die Innenstadt attraktiver machen

Manuel Nadansky ist Filialleiter der Volksbank in Fröndenberg und Beirat des Fröndenberger Werberings. © info@jan-heinze.de

Gleich mit riesiger Resonanz ist der 1. Fröndenberger Kindertrödelmarkt am vergangenen Samstag angenommen worden – eine neue Idee aus den Reihen des Werberings. Künftig will man auf weitere neue Zugpferde setzen.

„Wir sind dabei, eine neue Strategie zu entwickeln“, verrät Manuel Nadansky, der hauptberuflich die Fröndenberger Filiale der Volksbank leitet. Zuallererst müsse dafür auch das Eigenmarketing des Werberings verbessert werden.

»Ich kann es nachvollziehen, dass nicht jeder einen Vorteil in der Mitgliedschaft sieht.«
Manuel Nadansky, Beisitzer Werbering Fröndenberg

„Ich kann es nachvollziehen, dass nicht jeder einen Vorteil in der Mitgliedschaft sieht“, sagt Manuel Nadansky. Daher will sich der Werbering, angefangen bei einem neuen Internetauftritt, künftig nach außen viel besser verkaufen.

Längst nicht alle, die der Werbering vertreten möchte, engagieren sich schon heute in dem Verein. Nicht nur die klassischen inhabergeführten Einzelhandelsgeschäfte sind Zielgruppe, sondern alle Selbstständigen in der Innenstadt, auch Anwälte, Ärzte, Physiotherapeuten oder sonstige Dienstleister.

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Dr. Anke Lochmann und Bernd Kern, hier bei eine Reklameaktion für die Weihnachtslotterie, engagieren sich in Beirat und Vorstand des Fröndenberger Werberings. Der Christkindelmarkt gehört zu den bewährten Aktivitäten des Werberings. Künftig will man auf neue Zugpferde setzen. © Marcus Land

„Durchs Netzwerken profitieren wir alle“, findet Apothekerin Dr. Anke Lochmann. Der Werbering müsse künftig viel stärker als Plattform begriffen werden, auf der für die Innenstadt werbewirksame Aktivitäten entfaltet werden können – gemeinsam.

„Von Empfehlungsmarketing“, so Manuel Nadansky, „lebt eine Stadt wie Fröndenberg“ – empfehlen kann man aber, was man kennt. Eine gemeinsame Internetplattform der Innenstadtakteure könnte hier zum Beispiel abhelfen.

»Von Empfehlungsmarketing lebt eine Stadt wie Fröndenberg.«
Manuel Nadansky, Beisitzer Werbering Fröndenberg

An Ideen mangelt es gar nicht. Man muss sich nur in den Nachbarkommunen umsehen, was die Menschen dort in ihre Innenstadt lockt: Das könnte ein Abendshoppen ebenso sein wie eine Fahrradbörse in der Radfahrerstadt Fröndenberg, ein Street-Food-Markt oder eben ein Kindertrödelmarkt.

Eine Handvoll von Akteuren im Werbering ist damit allein aber überfordert. „Wir brauchen Menschen, die sich engagieren“, bringen es Lochmann und Nadansky auf den Punkt.

„Fröndenberg bietet mehr“: So will der Werbering die Innenstadt attraktiver machen

Bei der Fröndenberger Musiknacht bringt sich der Werbering mit einem Bierstand ein – die Aktivitäten des Stamarketings sind sicherlich ausbaufähig. © Peter Benedickt

Auch die Kooperation mit der städischen Wirtschaftsförderung sieht man ausbaufähig. „Wir wünschen uns einen partnerschaftlichen Umgang, keine finanzielle Unterstützung“, sagt Manuel Nadansky.

Zur Sache

Ladenmieten weiter auf niedrigem Niveau

  • Auf unverändert niedrigem Niveau bewegen sich auch 2019 die Mieten für Gewerbeimmobilien.
  • Seit 2013 stagniert die Miete in der 1a-Lage (zentrale Innenstadt mit Marktplatz, Im Stift, Winschotener Straße, Bruayplatz, vorderer Alleestraße) bei 7 Euro für kleine Ladenlokale (bis 60 qm) und bei 4 Euro für große (ca. 150 qm).
  • In der 1b-Lage im Geschäftskern der Stadt stagnieren die Werte bei 4 Euro bzw. 3,50 Euro.
  • Dagegen steigen die Mieten für Büroräume seit einigen Jahren etwas an. Lag die Miete für Büros mit gutem Nutzungswert 2013 noch bei 4,25 Euro, ist sie 2019 auf 5,50 Euro gestiegen.
  • Berücksichtigt sind keine Bestandsmieten, sondern der Abschluss neuer Mietverträge.
  • Vergleichszahlen bei Mieten für Ladenlokale in 1a-Lagen: Holzwickede (17,50 Euro klein/11 Euro groß), Schwerte (15/18 Euro), Unna (25/40 Euro).

Das lange geforderte Beschilderungskonzept für Cafés, Einzelhandel und Dienstleister fordert man allerdings nun doch mit gewissem Nachdruck ein.

„Die Kaufkraft der Fröndenberger ist hoch“, weiß Anke Lochmann. Doch kaum irgendwo sonst im Bezirk der IHK Dortmund wird das für den Konsum verfügbare Geld der Einwohner so schwach in der eigenen Stadt gebunden wie in Fröndenberg.

Auch wenn sich der Werbering besonders an die eigene Nase fasst und beim Stadtmarketing besser werden will – ein Slogan, der in vielen Wickeder Geschäften im Schaufenster hängt, müsse den Kunden in Fröndenberg ebenso klar sein: Wer lokal kauft, stärkt die lokale Wirtschaft.

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