Fröndenberg wählt am fleißigsten im Kreis – aber Langschede wird faul

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Fröndenberg wählt fleißig im Vergleich mit dem Kreis Unna, doch innerhalb der Ruhrstadt tun sich Abgründe auf. Überraschend: Auch Frömern hat viele Wähler zur Stichwahl verloren.

Fröndenberg

, 01.10.2020, 16:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

17.814 Menschen durften zur Stichwahl in Fröndenberg ihr Kreuz auf den Zettel machen. Getan haben das aber nur 43,38 Prozent, also rund 7.700 Fröndenberger. Mit Blick auf den Kreis steht die Ruhrstadt damit gar nicht so schlecht da, hat sich aber trotzdem nicht mit Ruhm bekleckert.

Die schlechteste Wahlbeteiligung im Kreis Unna hatte Kamen. Dort fanden keine Bürgermeister-Stichwahlen, sondern nur die Landrats-Stichwahlen statt. Die Wahlbeteiligung lag dort bei 26 Prozent, nur jeder vierte Kamener ging wählen. Knapp darüber liegt Bergkamen mit 32 Prozent Wahlbeteiligung. Unna kam immerhin auf 36 Prozent.

Deutlich besser sieht es da schon in Holzwickede aus. Die Gemeinde konnte eine Wahlbeteiligung von 41 Prozent vorweisen, Spitzenreiter im Kreis bleibt aber Fröndenberg. Auch der Blick über die Ruhr zeigt: Fröndenberg hängt die Mendener mit ihrer Wahlbeteiligung von 39,4 Prozent ab.

Frömern nicht mehr an der Spitze

Zur Kommunalwahl am 13. September machten in Fröndenberg noch rund 2.200 Menschen mehr ihre Kreuze. Damals lag die Wahlbeteiligung bei 56 Prozent, mit Spitzen von 71 Prozent in Frömern und Bausenhagen.

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Zwei Wochen später sehen diese Zahlen auch in den Wahlbezirken anders aus. Überraschungssieger mit der höchsten Wahlbeteiligung ist hier ganz klar Bausenhagen, das mit 60 Prozent noch mehr Fröndenberger zum Wählen animieren konnten als Frömern (56 Prozent). Bausenhagen ist übrigens auch der einzige Wahlbezirk, den Bürgermeister-Kandidat Heinz Günter Freck für sich gewinnen konnte.

War die Wahlbeteiligung im Zentrum Fröndenbergs schon bei der Kommunalwahl am 13. September schlecht – dort ging etwa jeder Dritte wählen –, sank sie zur Stichwahl weiter auf 28 Prozent. Über 50 Prozent lag die Wahlbeteiligung nur in wenigen Bereichen Fröndenbergs. So in Warmen, Frömern und am Hirschberg.

Langschede verliert viele Wähler

Interessant ist hierbei der Blick auf die gesunkenen Zahlen im Vergleich zur Wahl am 13. September. In Fröndenberg sank die Wahlbeteiligung in den zwei Wochen um durchschnittlich 13 Prozent. Am wenigsten Wähler verloren hat hierbei der Wahlbezirk am Hirschberg mit gerade einmal neun Prozent. Hier gaben nur 100 Menschen weniger eine Stimme ab.

Das Gegenteil dazu zeigt sich in Langschede. Hier machten rund 180 Wähler weniger ihr Kreuz, das entspricht fast 20 Prozent Verlust im Vergleich zur Kommunalwahl. Am 13. September hatte Langschede noch mit 45 Prozent zu großen Teilen den dort ansässigen Bürgermeister-Kandidaten Matthias Büscher unterstützt.

Übrigens: Auch wenn Frömern mit seinen 57 Prozent immer noch zu den stärksten zwei Wahlbezirken gehört, ist er gleichzeitig auch einer der Bezirke, die am meisten Wähler zwischen Kommunal- und Stichwahl verloren haben. In Strickherdicke, Altendorf und Ardey sank die Wahlbeteiligung ebenfalls um 15 oder 16 Prozent.

Briefwahl

Gestiegen ist die Zahl der Briefwähler. Am 13. September entschied sich mit 46 Prozent fast jeder zweite Wähler dazu, seine Stimme per Post zu schicken. 4630 Fröndenberger machten so ihr Kreuz.

Zur Stichwahl am 27. September sandten 4220 Wähler ihr Kreuz auf dem postalischen Weg ein. In absoluten Zahlen weniger, doch verglichen mit der geschrumpften Zahl an Wählern stieg hier die Zahl der Briefwahlwähler auf 54,6 Prozent an. Heißt aber auch: Es waren vor allem die Nicht-Briefwähler, die sich zur Stichwahl in Fröndenberg nicht aufraffen konnten.

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