Schnelles Netz: Viele Fröndenberger müssen noch auf Glasfaser warten

dzBreitbandausbau

Trotz stolzer Fördersumme blieb die Ausschreibung für den Netzausbau erfolglos. Noch bis Sommer 2020 läuft der zweite Versuch. Wer von einer Telekom-Maßnahme profitiert, könnte aber schon früher schneller surfen.

Fröndenberg

, 22.10.2019, 14:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

In vielen Bereichen Fröndenbergs, vor allem im Westen, lahmt die Internetleitung immer noch gewaltig. Viele Bürger dürfte es also freuen, dass die Telekom gerade eigeninitiativ Glasfaserleitungen verlegt. Die Stadt hat parallel eine zweite Ausschreibung für den Glasfaserausbau auf den Weg gebracht. Immerhin gilt es bis 2023 hierfür vorgesehenes Fördergeld auszugeben. Die Frist wurde bereits einmal verlängert. Doch wie wirken sich die Arbeiten der Telekom eigentlich auf den von der Stadt geplanten Breitbandausbau aus?

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Bund und Land stellen der Ruhrstadt 2,3 Millionen Euro zur Verfügung, damit sogenannte weiße Flecken, also mit weniger als 30 Mbit/s Übertragungsrate unterversorgte Bereiche, von der Karte verschwinden.

Volle Auftragsbücher und Felsen im Boden

In der ersten Ausschreibungsrunde konnte kein Unternehmen gefunden werden, das die erforderlichen Arbeiten übernimmt. Zum einen sind die Auftragsbücher entsprechender Unternehmen voll. Zum anderen sind viele Gehwege, die für die Kabelverlegung ausgehoben werden müssen, nicht gepflastert, sondern asphaltiert. Außerdem könnten im Boden Felsen liegen, die die Arbeit ebenfalls erschweren.

Für Service-Provider und Tiefbauunternehmen, gebe es mit Sicherheit „lukrativere Orte“ als Fröndenberg. So formulierten das Problem zuletzt Experten, die für die Ruhrstadt an einem Runden Tisch zum Breitbandausbau zusammenkamen.

Die zweite Ausschreibung für den Breitbandausbau läuft

Die zweite Ausschreibung für den Breitbandausbau sei inzwischen raus, bestätigt der Erste Beigeordnete der Stadt, Heinz-Günter Freck. Aufgrund des hohen Auftragsvolumens sei eine komplexe europaweite Ausschreibung erforderlich, die in mehreren Schritten erfolgt. Die Entscheidung für einen Bewerber werde nicht vor Juni 2020 fallen können.

Parallel verlegt die Telekom Glasfaser: In Summe sollen 5000 Anschlüsse in den Stadtteilen Ardey, Bentrop, Hohenheide, Langschede, Neimen und Strickherdicke angebunden werden.

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Markterkundung bleibt Grundlage für die Machbarkeitsstudie

Weil das Vorhandensein unterversorgter Bereiche Bedingung für die Millionenförderung war, stellt sich jetzt die Frage, ob die Förderung aufrecht erhalten wird. Dahingehend habe sich die Stadt abgesichert. Die Markterkundung, die Fröndenbergs Verwaltung im Rahmen ihrer Bewerbung um Landes- und Bundesmittel durchgeführt hat, war und bleibt Grundlage für die Förderzusage. Anschließende Veränderungen werden nicht berücksichtigt.

Schnelles Netz: Viele Fröndenberger müssen noch auf Glasfaser warten

Nur ein kleines Stück unter dem Bordstein werden die neuen Kabel der Telekom verlegt, durch die Daten mit bis zu 250 Megabit pro Sekunde fließen. © Marcel Drawe

Die Stadtverwaltung blicke nicht vollständig durch, wann und wo die Telekom arbeite – ein Teil der Arbeiten, die der Netzanbieter aktuell durchführen lässt, sei in der Vergangenheit allerdings bereits Thema gewesen, erklärt der Erste Beigeordnete. Die Arbeiten der Telekom würden mit dem Vorhaben der Stadt nicht kollidieren.

Für Kooperationen wie in Wickede ist Fröndenberg offen

Für Kooperationen, wie die der Gemeinde Wickede mit dem Unternehmen Deutsche Glasfaser, sei die Stadt immer offen. Das Unternehmen baut in Wickede ein eigenes Glasfasernetz aus, wenn mindestens 40 Prozent der Haushalte mit Deutsche Glasfaser einen Vertrag eingehen. Für die Ortsteile im Osten hatte die Stadt vor einigen Jahren mit der Firma Muenet zusammengearbeitet. Aktuell stehe allerdings kein Unternehmen mit Anfragen auf der Matte.

Telekom investiert in Fröndenberg

  • Nachdem die Telekom in Fröndenberg Mitte und und in Westick bereits neue Kabel verlegt hat, stehen noch die Ortsteile Ardey, Bentrop, Langschede, Strickherdicke, Hohenheide und Neimen auf dem Programm.
  • Insgesamt profitieren rund 5000 Haushalte von dem Ausbauprogramm. Alle Maßnahmen sollen nach Auskunft eines Telekom-Sprechers im ersten Quartal 2020 abgeschlossen sein.
  • Konkret bindet die Telekom die grauen Versorgungskosten an den Straßenrändern mit Glasfaser an – von dort aus werden die Haushalte über die bestehenden Leitungen versorgt, die aus Sicht der Telekom nach wie vor Stand der Technik sind. Zumal trotzdem Gigabit-Geschwindigkeiten möglich sind. Es gilt, die den Datenfluss auf den langen Distanzen zu verbessern.
  • Stand der Technik vor Ort, Marktpotenzial und Wirtschaftlichkeit – das sind die Kriterien, anhand derer die Telekom Ausbauentscheidungen trifft. Darüber hinaus gibt es auch strategische Ausbauentscheidungen auf Basis der Wettbewerbssituation vor Ort.
  • „Wir reden da über sehr viel Geld“, so ein Sprecher der Telekom, der vorrechnete: Für den Tiefbau fallen Kosten in Höhe von 70.000 Euro je Kilometer Glasfaser an – hinzu kommt die Systemtechnik in den grauen Kästen zu je rund 30.000 Euro.
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