Fröndenberg bekämpft Verkehrschaos: Die Stadt greift nun zu einer drastischen Maßnahme

dzSchulwegsicherung

Dem Verkehrschaos auf der Friedhofstraße wegen Elterntaxis und dauernder Parkplatzsuche wird der Kampf angesagt: Nicht nur Knöllchen droht das Rathaus an. Eine weitere Maßnahme wird auch Anwohner betreffen.

Fröndenberg

, 16.09.2019, 16:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Morgens, mittags und nachmittags herrschen mitunter chaotische Zustände auf der Friedhofstraße: Etliche Autos suchen Parkplätze, lassen Kinder auf der Straße ein- und aussteigen, behindern die Sicht. Das Rathaus greift nun zu einer drastischen Maßnahme: Eine Einbahnstraße soll die Situation entschärfen.

Die Schulverwaltung hat sich die Schulwegsicherung auf die Fahnen geschrieben. Dazu entwickelt sie seit dem vergangenen Jahr ein Konzept, das Pläne für sichere Schulwege, neue Verkehrszeichen und Hol- und Bringzonen für Elterntaxis umfasst.

Fröndenberg bekämpft Verkehrschaos: Die Stadt greift nun zu einer drastischen Maßnahme

Die Stadt Fröndenberg hat das eingeschränkte Halteverbot an der Friedhofstraße mit einem Zusatzschild versehen. Nun bezieht es sich auch auf die Busbucht und nicht wie zuvor auf die Straße. Künftig soll dieser Bereich Einbahnstraße Richtung Eulenstraße werden. © Marcus Land

Bei einem Ortstermin ist auch eine Einbahnstraßenregelung in der Friedhofstraße angeregt worden – den Vorschlag will das Rathaus nun umsetzen:

Die Friedhofstraße soll teilweise, ab dem Kreuzungsbereich Engelbertstraße/

Mauritiusstraße, bis zur Einmündung Eulenstraße als Einbahnstraße in Fahrtrichtung Eulenstraße geführt werden.

»Die Bediensteten der Schulen und Kindergärten haben einfach zu wenig Parkplätze.«
Reinhard Runtemund, Anwohner der Mauritiusstraße

Aus der Eulenstraße dürfte dann nicht mehr in die Friedhofstraße abgebogen werden. Eine Variante sieht vor, aus der Mauritiusstraße ebenfalls eine Einbahnstraße zu machen.

Die Verwaltung räumt den erschwerten Zufahrtsweg der Anwohner für Mauritiusstraße und weitere Nebenstraßen der Friedhofstraße ein.

Jochen Oberschelp wohnt in der Mauritiusstraße. „Bisher ist das eine ganz ruhige Straße“, sagt der Vorsitzende des Bürgerbusvereins. Das Ziel, das „enorme Verkehrsaufkommen“ auf der Friedhofstraße zu vermindern, sei grundsätzlich zu begrüßen.

Fröndenberg bekämpft Verkehrschaos: Die Stadt greift nun zu einer drastischen Maßnahme

Ann-Kristin Oster mit Töchterchen Nolwenn auf der Friedhofstraße: Parkende Autos, Elterntaxis, Schulbusse und Begegnungsverkehr machen die Situation vor der Gemeinschaftsgrundschule besonders für Kinder gefährlich. © Marcel Drawe

Problematisch könne aber werden, dass künftig mehr Verkehr in der sehr schmalen Mauritiusstraße noch häufiger als schon jetzt Rettungswagen und Müllfahrzeuge behindere.

Zur Sache

Schulwegsicherung: Elternhaltestellen und Knöllchen

  • Im Bereich Jägertal und Löhnbad sollen Hol- und Bringzonen für Eltern eingerichtet werden. Die Elternhaltestellen sollen beschildert werden. Der ADAC stellt kostenlos Schilder zur Verfügung.
  • Dafür wurden bereits die Schulwegpläne mit einer Checkliste an die zuständige Stelle beim ADAC weitergeleitet. Nach Hinweisen des ADAC werden im Bereich westlich und südlich des Schulzentrums weitere Standorte für Elternhaltestellen durch die Fachabteilung geprüft.
  • In Zusammenarbeit mit dem Bauamt hat die Schulverwaltung begonnen, die Kiss-and-Go-Zone im Bereich der Sonnenbergschule zu planen. In einem markierten Bereich sollen Eltern kurz anhalten und ihre Kinder aussteigen lassen dürfen.
  • Zur Sicherung des Fußgängerverkehrs und der wartenden Kinder an den Bushaltestellen im Karrenweg hat die Stadt beantragt, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 50 km/h herabzusetzen.
  • Das Ordnungsamt kündigt an, auch künftig den ruhenden Verkehr an allen drei Grundschulen „kontinuierlich“ fortzusetzen, Falschparkern drohen also weiterhin Knöllchen.

Als Alternativlösung regt Oberschelp an, die Friedhofstraße auf kompletter Länge vom Sümberg in Fahrtrichtung Eulenstraße zur Einbahnstraße zu machen – mit einem weiteren positiven Effekt. „Wir haben Riesenprobleme mit dem Bürgerbus“, spielt Oberschelp auf Begegnungsverkehr und parkende Autos an.

„Die Bediensteten der Schulen und Kindergärten haben einfach zu wenig Parkplätze“, sagt Reinhard Runtemund, ebenfalls Anwohner aus der Mauritiusstraße. Dieses Problem werde wohl nicht behoben.

Mit der neuen Einbahnstraßenregelung könne er sich zwar anfreunden. Es sei aber denkbar, dass viele Eltern nicht auf die Eulenstraße abbiegen, sondern eben eine Schleife auf der bisher ruhigen Mauritusstraße fahren, um zum Sümberg/Alleestraße zurückzugelangen. Man solle einmal Herkunft und Ziele der Elterntaxis erfassen.

»Bisher ist das eine ganz ruhige Straße.«
Jochen Oberschelp, Anwohner der Mauritiusstraße

Die Verwaltung wägt Vor- und Nachteile einer Einbahnstraße gegeneinander ab.

Günstig sei, dass es keine Wendemanöver mehr vor der Schule geben werde, Busse sich nicht mehr festfahren. Zudem werde ein eingeschränktes Halteverbot auf der Friedhofstraße den Hol- und Bringverkehr für Schul- und Kitakinder erleichtern.

Die Verwaltung setzt vor allem darauf, dass neue Elternhaltestellen außerhalb des Schulzentrums besser akzeptiert werden und der Verkehr somit dauerhaft abnehmen werde.

Zur Sache

Verwaltung befürchtet Parkplatz-Suchverkehr

  • Die SPD hatte beantragt, möglichst weitere Parkplätze in der Mauritiusstraße in unmittelbarer Nähe von Gemeinschaftsgrundschule und Matthias-Claudius-Kindergarten einzurichten.
  • Zusätzliche Parkflächen auf den Grünflächen in der Mauritiusstraße sieht man im Rathaus unter dem Aspekt Schulwegsicherung kritisch.
  • An der engen Mauritiusstraße verlaufe ein Hauptschulweg, der die beiden Grundschulen, die Gesamtschule und den Kindergarten bediene.
  • Durch das Errichten von zusätzlichen Parkflächen werde der Parkplatz-Suchverkehr in der Straße zunehmen. Fazit: „Hinsichtlich der hohen Frequenz an Fußgängern wäre dies kontraproduktiv“, so die Verwaltung.

Dagegen gibt die Verwaltung auch zu, dass es auf der Overbergstraße mehr Verkehr geben werde, weil Anwohner des Wohnviertels zwischen Mauritius- und Bertholdusstraße zu diesem Umweg gezwungen werden.

Das aber nur kurzfristig, ist man im Rathaus überzeugt: Durch geplante Elternhaltestellen am Löhnbad und im Jägertal werde sich der Verkehr von Elterntaxis rund um Overberg- und Gemeinschaftsgrundschule langfristig vermindern.

Eben dieser Effekt wird von vielen aber angezweifelt: Kleinkinder schafften den Berg nicht, und viele Eltern seien womöglich unter Zeitdruck oder bequem.

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