Nicht an Planung beteiligt: Auch der ADFC kritisiert die Radweg-Pläne der Stadt

dzRadweg-Streit

Während die Ausschreibung für einen neuen Radweg in Fröndenberg auf den Weg gebracht ist, regt sich nun Kritik aus allen Ecken. Der Weg sei nicht nur zu steil, sondern auch zu abgeschieden und dunkel für Schüler.

Fröndenberg

, 13.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Freien Wähler sind mit der Wegeführung für den neuen Radweg, den die Stadt Fröndenberg zwischen der Gesamtschule und Ostbüren plant, wie berichtet nicht einverstanden. Die Fraktion hat eine Rechtsaufsichtsbeschwerde beim Landrat eingereicht. Damit möchte die Partei erwirken, dass über die konkrete Planung im Rat abgestimmt wird, den Radweg in seiner jetzigen Form möchte die Partei verhindern.

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Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe gab an, dass nicht nur die Politik in ausreichendem Maß zu den Plänen befragt worden sei. Die Planung sei auch in Abstimmung mit weiteren relevanten Akteuren wie Regionalverband Ruhr, Kreis Unna und ADFC erfolgt.

ADFC war an der Planung des Radwegs nicht beteiligt

Klaus Hünig und Eckhard Overbeck vom ADFC Fröndenberg waren im Anschluss einiger Kritik ausgesetzt. Nun stellen sie klar: Weder sei der ADFC bei der Planung eines solchen Radwegs beteiligt worden. Noch befürworte er den von der Stadtverwaltung angestrebten Streckenverlauf. Wer überhaupt die Stadt bei ihrer Wegeplanung unterstützt habe, sei dem ADFC nicht klar.

Nicht an Planung beteiligt: Auch der ADFC kritisiert die Radweg-Pläne der Stadt

Der geplante Radweg beinhalte steile Anstiege, kritisiert jetzt auch der ADFC Fröndenberg. © Hornung

Sie kritisieren ähnlich wie der Fröndenberger Lars Köhle und die Freien Wähler den steilen Anstieg auf der Strecke. Dafür, dass der Weg vor allem ein Schülerradweg werden soll, sei er aber auch viel zu abgeschieden und dunkel. Die Strecke sei zum Teil unbeleuchtet und schlecht einsehbar. Nichts für junge Mädchen in den frühen Morgenstunden.

Fahrradclub möchte bei der Verkehrsplanung mitmischen

Die Mitglieder des Farrrad-Clubs würden in Fragen rund um die Verkehrsplanung schon seit Jahren gerne in größerem Ausmaß mitmischen. Ihre Meinung sei allerdings selten gefragt. Nur wenn es darum gehe, etwas ehrenamtlich zu organisieren, komme die Stadt auf sie zu. Wie zuletzt etwa in der Frage nach einem Träger für das Fahrradmuseum.

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Dabei sei das Thema Radfahren gerade jetzt in aller Munde. Das Fahrrad werde für Menschen als Alternative zum Auto wichtiger denn je. Aus diesem Grund hat der ADFC jetzt eine Bürgerantrag gestellt. Die Mitglieder des Fahrrad-Clubs wünschen sich, dass der Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Fröndenberg von 2014 überarbeitet wird – mit besonderer Berücksichtigung des Radverkehrs.

Verkehrsinfrastruktur muss angepasst werden

Damit möchte der ADFC erreichen, dass die Verkehrssicherheit siegt. Denn je mehr Radfahrer auf den Straßen unterwegs sind, desto häufiger komme es auch zu Unfällen mit Radfahren – und die Verkehrsinfrastruktur müsse entsprechend angepasst werden. Auch weil sich die Fahrradtechnik in Richtung E-Bikes weiter entwickelt habe, seien immer mehr Menschen mit dem Rad unterwegs.

Für alle, die häufiger aufs Rad steigen, sollten aus Sicht des ADFC vor allem die Ortsteile besser ans Zentrum angebunden werden. Wer etwa vorhabe, von Ardey nach Fröndenberg zu fahren, der müsse „seinen ganzen Mut zusammennehmen“, so Eckhard Overbeck. Und: Je mehr Radfahrer langfristig unterwegs sind, desto weniger große Parkflächen werden benötigt.

Stadt Hemer hat vorbildliches Konzept

Der ADFC Fröndenberg bringe sich gerne in die Entwicklung eines Wegenetzes ein. Der Kreis Unna sei ein gutes Beispiel dafür, dass das funktionieren kann. Auch in der Stadt Hemer oder der Stadt Sundern werde der Radverkehr beispielhaft berücksichtigt. Das Radwegekonzept 2019 der Stadt Hemer sei nachahmenswert, gibt der ADFC der Fröndenberger Verwaltung als Anregung mit auf den Weg.

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