Die öffentliche Auslegung des Lärmaktionsplanentwurfs hat gezeigt: Wo es den Bürgern zu laut ist, ist die Stadt meist gar nicht zuständig.

Fröndenberg

, 21.11.2018, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fröndenberg ist genauso wie andere Kommunen in der Europäischen Union dazu verpflichtet, Umgebungslärm zu bewerten und zu bekämpfen. Wird es für Anwohner an Straßen-, Schienen- und Flughäfen zu laut, muss die Stadt einen sogenannten Lärmaktionsplan aufstellen. Dabei handelt es sich keineswegs um die Reaktion auf subjektives Empfinden, die Lärmobergrenzen sind im Bundesimmissionsschutzgesetz festgelegt.

Entwurf des Lärmaktionsplans konnte von den Bürgern kommentiert werden

Auf Grundlage der Erhebungen des Landeamts für Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz NRW hatte die Stadtverwaltung ihren Lärmaktionsplan überarbeitet und die Ergebnisse bis einschließlich 7. November öffentlich ausgelegt. Inzwischen sind die Einwände und Anregungen der Bürger ausgewertet.

  • Belastungsschwerpunkte sieht der Entwurf des Lärmaktionsplans in Ostbüren an der Müllumladestation der GWA. Hier macht die A44 Lärm, es gibt aber keine Wohnhäuser.
  • Im Stadtzentrum sind die an die L679 angrenzenden Flächen betroffen. Im Bereich der Mendener Straße befinden sich hauptsächlich gewerbliche Bauflächen, 13 Wohn- und Geschäftshäuser sind an der Von-Tirpitz-Straße und Unionstraße betroffen.
  • Mit 94 zumeist Wohngebäuden, die starkem Lärm ausgesetzt sind, bereitet die B233 in den Bereichen Langschede, Strickherdicke und Wilhelmshöhe die größten Probleme.
  • Elf Häuser mit Geschäften und Wohnungen sind an der Wilhelm-Feuerhake-Straße im Bereich des Bahnhofs Lärm ausgesetzt. Den Lärm verursachen Züge auf Eisenbahnstrecken des Bundes.

Fröndenberg möchte Bürger bei Anträgen an Straßen.NRW und die Bundesbahn unterstützen

Die belasteten Zonen auf Fröndenberger Stadtgebiet liegen gar nicht alle im Zuständigkeitsbereich der Stadt.

Nachts ist die Lärmbelästigung mit 60 bis 65 Dezibel durchschnittlich um 10 dB geringer als tagsüber. Mehrere Bürger nutzten die Gelegenheit, zu diesen im Lärmaktionsplan festgehaltenen Punkten Stellung zu nehmen und darauf hinzuweisen. wo weitere Lärmquellen als Belastung empfunden werden.

Bahnstrecke Schwerte-Fröndenberg im Bereich Dellwig/Altendorf

Bemängelt wurde etwa, dass die Bahnstrecke Schwerte-Fröndenberg im Bereich Dellwig/Altendorf nicht mit erfasst sei. Gerade die Belastung durch den Güterverkehr sei nachts deutlich spürbar. Angeregt wurde vonseiten der Bürger, Messungen vorzunehmen und zu einem geeigneten Zeitpunkt auf die Organisation des Güterverkehrs einzuwirken. Die Lärmkartierung entlang der Schienenwege, auch im Bereich Dellwig/Altendorf, sei im Lärmaktionsplan allerdings lediglich „nachrichtlich dargestellt“. Zuständig sei das Eisenbahnbundesamt, entgegnet die Stadtverwaltung. Der Lärmaktionsplan sieht nun allerdings die Unterstützung von Bürgern bei Anträgen auf Lärmsanierungsmaßnahmen beim Eisenbahnbundesamt vor.

Probleme an der Unnaer Straße sollen mit Straßen.NRW besprochen werden

Ausdrücklich bemängeln Bürger den Lärmpegel an der B233/Unnaer Straße. Hier würden die Lkw bereits in den frühen Morgenstunden fahren, rasende Motorradfahrer nutzten die Strecke gerne, und ganz abgesehen von der Lautstärke sei sie für Bürger abschnittsweise nach wie vor gefährlich. Zudem sei der Lärmschutzwall zu kurz und werde nicht richtig instandgehalten. Die Verwaltung kündigt als Reaktion auf die gehäufte Beschwerden an, Gespräche mit Straßen.NRW zu führen, um gemeinsam zu überlegen, wie der Lärm an der B233/Unnaer Straße reduziert werden kann. Generell möchte die Stadtverwaltung Bürger auch beim Antrag auf Lärmsanierungsmaßnahmen im Zuständigkeitsbereich von Straßen-NRW unterstützen.

Lärmzuwachs, wenn im Schürenfeld gebaut wird

Zudem äußerten Bürger die Sorge, dass sich die Verkehrssituation und somit die Lärmbelastung durch die Pläne fürs Schürenfeld später aus verschiedenen Gründen erheblich verschlechtere. Die Verwaltung teilt mit, dass die Auswirkungen nach Umsetzung des Bebauungsplans 113A noch nicht absehbar wären. Für diesen Fall könne die Stadtverwaltung daher noch keine sicheren Prognosen abgeben. So wäre der Lärmaktionsplan zu gegebener Zeit neu aufzustellen.

Westicker Straße wird nicht berücksichtigt, weil dort zu wenig Verkehr herrscht

Nicht unkommentiert blieb auch das Verkehrsaufkommen auf der L673/ Westicker Straße, das mit Ausbau des Industriegebietes Westick deutlich gestiegen sei. Nicht zu glauben sei in diesem Zusammenhang, dass dort kein Lärmschwerpunkt bestünde. Die Stadtverwaltung könne sich allerdings nur auf die Ergebnisse des Landesamts berufen. Demnach befinde sich das dortige Verkehrsaufkommen unterhalb der im Bundesimmissionsschutzgesetz definierten Schwellenwerte. Daher wird die L673/Westicker Straße im Lärmaktionsplan nicht berücksichtigt.

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