Nach Messerstecherei: Opfer sollte den Mond angucken – dann stach der Täter zu

dzBluttat im Himmelmannpark

Der Geschädigte der Messerattacke im Fröndenberger Himmelmannpark konnte vernommen werden. Der 25-Jährige widerspricht der Notwehr-Theorie und berichtet eine kuriose Geschichte.

Fröndenberg

, 29.10.2019, 14:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mysteriös, nebulös, kurios: Wenn Staatsanwalt Felix Giesenregen über seinen Fall aus Fröndenberg spricht, dann wird bei seiner Wortwahl deutlich, dass beim Blick auf die Messerstecherei im Fröndenberger Himmelmannpark inzwischen alles andere als Klarheit herrscht.

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Klarheit herrschte bisher insofern, als dass der 30-jährige Fröndenberger, der einen 25-jährigen Mendener mit Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben soll, in Notwehr gehandelt haben sollte. Die Staatsanwaltschaft setzte ihn nach einer Nacht wieder auf freien Fuß. Denn sie konnte nichts Gegenteiliges beweisen.

Aussage des Opfers fehlte für eine Gegendarstellung

Für eine Gegendarstellung fehlte bisher die Aussage des Opfers, das mehrmals operiert werden musste. Am Montag war der 25-Jährige aus Menden nun soweit stabil, dass er vernommen werden konnte. Und er schilderte das nächtliche Szenario im Park „natürlich ein bisschen anders“, wie Felix Giesenregen vorsichtig formuliert.

Es sei im Park ganz eindeutig zu einem Streit der beiden Männer gekommen. Der Fröndenberger habe den Mendener dann aufgefordert, sich den Mond anzugucken. Dann habe der 30-Jährige zugestochen, während das Opfer geblendet im Mondlicht stand.

Die Männer waren in der Vergangenheit befreundet

Auch der Geschädigte gab an, dass die Männer einst befreundet waren. Sie hatten sich in einer Mendener Flüchtlingsunterkunft kennengelernt, bevor der Ältere der beiden nach Fröndenberg zog. Dort arbeitet der 30-Jährige in einem Dönerimbiss und wohnt in einer Wohnung.

Den genauen Hintergrund des Streits beschreibt Felix Giesenregen ebenfalls als „nebulös“. Weil derzeit noch Handyauswertungen laufen, möchte er nichts Genaueres sagen. Die Kommunikation der beiden Männer lief auf Arabisch ab. Und das nicht auf „Hocharabisch“, so Giesenregen.

Staatsanwaltschaft veröffentlicht Mittwoch weitere Informationen

Den Fröndenberger auf freien Fuß zu setzen, sei dennoch die richtige Entscheidung gewesen, so der Staatsanwalt auf Nachfrage. Dass der Fall möglicherweise eine erneute Wendung nehmen könnte, deutete er am Dienstag allerdings schon an. Am Mittwoch will die Staatsanwaltschaft weitere Informationen veröffentlichen.

Die Mond-Geschichte ist nicht das einzige Kuriosum an der Bluttat im Himmelmannpark. Irritierte doch bereits die Geschichte, dass es sich bei der Tatwaffe um ein Haushaltsmesser handelte. Der 30-Jährige Fröndenberger nahm es angeblich regelmäßig mit zur Arbeit, um es in der Dönerbude zu schleifen.

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