Fröndenberg investiert in zehn Jahren 55 Millionen Euro – Kredite belasten bis 2073

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Fröndenberg wird in den nächsten zehn Jahren 55,4 Millionen Euro in Schulen, Feuerwehr, Stadion und die Innenstadt investieren. Ohne Kredite geht es nicht. Fraglich ist, wann diese Vorhaben den Haushalt sprengen.

Fröndenberg

, 02.09.2019, 17:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Überblick über die mittelfristigen Investitionen der Stadt wünschte sich die SPD-Fraktion. Die Kämmerei hat daher einen Finanzplan bis zum Jahr 2029 aufgestellt. Die Prognose sieht Ausgaben in Höhe von 55,4 Millionen Euro vor.

Pro Kopf Investitionen von 2800 Euro

Es ist eine Zahl, die ungeheuerlich groß klingt – und je nach dem in welches Verhältnis man diese Summe setzt, ist sie es mal mehr und mal weniger auch. Zum Vergleich: In der jüngeren Vergangenheit umfasste das jährliche Haushaltsvolumen der Stadt rund 42 Millionen Euro. Die Gewerbesteuer betrug zuletzt ein gutes Zehntel der Investitionssumme, lag bei rund 5,5 Millionen Euro.

Pro Kopf würde die Stadt für jeden Fröndenberger Einwohner in diesem Zeitraum gut 2800 Euro in bleibende Werte investieren.

»Diese Entwicklung würde vermutlich zu einer unmittelbaren Gefährdung des Haushaltsausgleichs führen.«
Heinz-Günter Freck, Beigeordneter und Kämmerer

Entscheidender aber als diese Rechenspiele ist, wie die Stadt die Investitionen in die Zukunft zu finanzieren gedenkt.

Auf dem Investitionsplan stehen Pflichtaufgaben wie die Modernisierung der Schulen und der Feuerwehr, aber auch freiwillige Ausgaben wie die Umgestaltung des Stadions und die Neugestaltung der Innenstadt.

Durch Fördermitteln und Investitionspauschalen können nach Berechnungen der Kämmerei etwa 16,9 Millionen Euro und aus Grundstücksverkäufen etwa 2,5 Millionen Euro erlöst werden. Verbleibt ein Kreditbedarf von 33,86 Millionen Euro.

Zur Sache

Investitionen – von Schulen bis Feuerwehr

  • Die Finanz- und Liquiditätsplanung der Verwaltung umfasst die nächsten zehn Jahre.
  • Dabei hat die Kämmerei u.a. folgende Maßnahmen berücksichtigt:
  • Neubau und Modernisierung von Feuerwehrgerätehäusern;
  • Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen;
  • Umbauten an der Gemeinschaftsgrundschule (2023-2026), Overbergschule (2020-2022) und Sonnenbergschule (2019, 2020, 2023);
  • Baumaßnahmen an der GSF sowie Ausstattung der Gesamtschule mit digitalen Medien;
  • Modernisierung Sportpark Ruhr (2020 und 2024)
  • Gewerbegebiet Schürenfeld (2020-2023) sowie die Maßnahmen aus dem Stadtentwicklungskonzept: Umgestaltung von Marktplatz (2019/2020), Bruayplatz (2019/21), Winschotener Straße/Im Stift (2021/22) und Alleestraße (2021/22).

Die Verwaltung geht davon aus, dass bis zum Ende ihres Prognosezeitraums 2029 hiervon 4,1 Millionen Euro bereits getilgt sein werden.

Die restlichen rund 29,7 Millionen Euro, die man an Krediten aufnehmen muss, müsste man in weiteren 44 Jahren, also bis 2073, abstottern. Die Verwaltung legt dabei eine Tilgungsrate von 677.000 Euro pro Jahr zugrunde.

Haushaltsausgleich wohl bis 2024 möglich

Doch wie verkraftet der Haushalt die Tilgung? Die Kämmerei rechnet damit, dass Investitionen, Kreditaufnahme und Tilgung bis zum Haushaltsjahr 2022 getragen werden können, ohne den Haushaltsausgleich zu gefährden. „Das ist auch für die Jahre 2023 und 2024 zu erwarten“, heißt es in der Vorlage für den Rat.

Für die Zeit danach macht Kämmerer und Beigeordneter Heinz-Günter Freck auf Risiken für den Haushalt aufmerksam: steigende Soziallasten und Personalkosten, eine konjunkturelle Eintrübung und auch die noch nicht kalkulierten Ausgaben für die neue Stadtbücherei. Freck: „Diese Entwicklung würde vermutlich zu einer unmittelbaren Gefährdung des Haushaltsausgleichs führen.“

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