Auf feine englische Art: Im Fröndenberger i-Punkt Integration begegnen sich die „locals“

dzTreffpunkt Windmühle

Nachbarschaftsarbeit, Sozialarbeit, Flüchtlingsarbeit – der Treffpunkt Windmühle begreift diese Aufgaben als Teile desselben Ziels: Teilhabe an Gesellschaft. Der i-Punkt Integration soll der Motor dafür sein.

Fröndenberg

, 18.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alt eingesessene Nachbarn auf dem Mühlenberg, neu Hinzugezogene, Flüchtlinge, die nur auf Zeit verweilen – der Treffpunkt Windmühle unterscheidet in seiner Sozialarbeit nicht zwischen den verschiedenen Gruppen.

Mit dem i-Punkt Integration im Treffpunkt Windmühle gibt es nun einen Motor für mehr Teilhabe an Gesellschaft und ein besseres Kennenlernen untereinander.

»Es geht darum, Begegnungsräume zu schaffen.«
Thomas Reimann, Leiter Treffpunkt Windmühle

Der Anbau an den Treffpunkt, den es seit Juli 2018 gibt, ist landläufig Integrationszentrum betitelt worden und war bis zuletzt meist auf einen Ort für Flüchtlingsarbeit reduziert worden.

Er sei aber gar kein Integrationszentrum für Flüchtlinge, die Räume stünden allen Menschen aus Fröndenberg offen. „Es geht darum, Begegnungsräume zu schaffen“, sagt Thomas Reimann, Leiter des Stadtteiltreffs.

Auf feine englische Art: Im Fröndenberger i-Punkt Integration begegnen sich die „locals“

Den Grundstein für den Anbau an den Treffpunkt Windmühle legte im September 2017 Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe. Denn das Konzept entwickelte Treffpunkt-Leiter Thomas Reimann gemeinsam mit der Stadt Fröndenberg, die auch Antragsteller für die öffentlichen Zuschüsse war. In diesem Zuge konnte die Stadt auch einen eigenen Sozialarbeiter, speziell für die Flüchtlingsarbeit, einstellen. © Marcel Drawe

Mit dem Patenschaftskreis für Flüchtlinge arbeite man sehr eng und vertrauensvoll zusammen. „Wir haben unsere bestehende Sozialarbeit um die Flüchtlingsarbeit erweitert“, so Reimann.

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Die Integration dieses Teilaspekts in den Treffpunkt Windmühle eigne sich ideal dazu, Vorurteile abzubauen – in jede Richtung. Öffnen müssten sich Flüchtlinge für die heimische Kultur, aber eben auch Einheimische in vielerlei Hinsicht.

Auf feine englische Art: Im Fröndenberger i-Punkt Integration begegnen sich die „locals“

Laden in den i-Punkt Integration im Treffpunkt Windmühle ein: (v. l.) Susanne Hippenstiel, Thomas Reimann und Eckhard Gransow. © Marcel Drawe

Thomas Reimann: „Wir wollen auch die deutsche Bevölkerung fähig machen zur Integration.“ Damit deutlicher wird, dass das Thema Integration kein Flüchtlingsthema allein ist, sondern ebenso Hilfestellung bei Problemen im Alltag bedeuten kann, gibt es nun auch ein neues Logo.

Zur Sache

Projekt „Begegnung – mit dem Anderen“

  • Die Ausstellung „Weltreligion – Weltfrieden – Weltethos“ ist am 28. und 29. September, jeweils von 14 bis 18 Uhr im Treffpunkt Windmühle zu sehen.
  • Für den 29. September, 15 Uhr, hat der Patenschaftskreis für Flüchtlinge, Vertreter aus Politik, Verwaltung und Kirchengemeinden explizit eingeladen.
  • Die Ausstellung ist Auftakt und Teil des Projektes „Begegnung – mit dem Anderen“.
  • Zwischen Oktober und Dezember bietet der Patenschaftskreis Besuche mit Führungen in der Wiesenkirche Soest, im Hindutempel Hamm, in der Synagoge Unna, in einer koptisch-orthodoxen Kirche sowie in einer Moschee in Hamm an.
  • Die genauen Termine und Fahrtkostenbeteiligung werden noch bekannt gegeben; die Anmeldung unter psk-projekt@gmx.de oder WhatsApp an Tel. (01590) 6 03 27 80 ist bereits möglich.

Eckhard Gransow, Ehrenamtlicher im Patenschaftskreis, hat es entworfen: ein dreifarbiger Schriftzug „i-Punkt Integration im Treffpunkt Windmühle“.

Als Auftaktveranstaltung für den i-Punkt kann man die zweitägige Ausstellung „Weltreligion – Weltfrieden – Weltethos“ ansehen. Eckhard Gransow hat von der Stiftung Weltethos Ausstellungstafeln über acht große Weltreligionen erhalten.

Eingeladen sind alle „locals“, wie Susanne Hippenstiel vom Patenschafstkreis sagt. Der Begriff aus dem Englischen meint alle Ortsansässigen und unterscheidet nicht, ob sie es von Geburt sind, zugezogen oder zeitweilig.

Eine „besser gelingende und gewaltfreie Kommunikation zwischen den Kulturen und Religionen“, so Hippenstiel, soll die Ausstellung fördern.

Schließlich räumt nur das Wissen übereinander Vorurteile aus – ganz gleich, ob es sich um deutsche oder syrische Nachbarn handelt.

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