Ein schlankes Buch, das die wichtigsten Informationen über die Stadt Fröndenberg beinhaltet. Doch als Stadtarchivar kam der Autor nicht umhin, auch etwas Historie einzubinden.

Fröndenberg

, 08.11.2018, 15:46 Uhr / Lesedauer: 3 min

Gar nicht so einfach war es anfangs für Jochen von Nathusius, gemeinsam mit Geografen an einem Projekt zu arbeiten. „Sie haben einen anderen Blick auf die Erdoberfläche als Historiker“, sagt der eingefleischte Stadtarchivar. Am Ende hat es dann aber doch gut geklappt. Auf 30 Seiten hat von Nathusius zusammengetragen, was die Stadt Fröndenberg ihren Einwohnern und Gästen zu bieten hat. Ganz aus seiner Haut konnte der Historiker aber nicht: Ein bisschen mehr Geschichte als in den Büchern der anderen Kommunen ist in der Fröndenberger Version wahrscheinlich zu finden, sagt er. Jede Kommune im Kreis hat ein eigenes Buch. Sie wurden von der Geographischen Kommission für Westfalen im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) herausgegeben. Angedacht war zunächst ausschließlich ein Basisband für den gesamten Kreis Unna. Auf Wunsch einiger Bürgermeister, darunter auch Fröndenbergs Bürgermeister Friedrich Wilhelm Rebbe, gibt es für jede der 20 Kommunen im Kreis nun eine eigene gebundene Ausgabe. Einige sind bereits im vergangenen Jahr gemeinsam mit dem Buch über den Kreis erschienen.

Neues über die eigene Stadt

„Mensch, das habe ich ja noch gar nicht gewusst“ – diese Reaktion könnte das neue Buch über die Stadt Fröndenberg hervorrufen, glaubt Rebbe. Auch Fröndenberger selbst sollen in dem neu erschienenen Werk das ein oder andere noch unbekannte Detail entdecken. So ist darin beispielsweise aufgeführt, wie viele sozialversicherungspflichtige Beschäftigte es in der Stadt im Vergleich zu den Vorjahren gibt und wie viele davon Ein- oder Auspendler sind. Karten, Fotos und Diagramme zeigen anschaulich, wie sich die Stadt im Hinblick auf Bevölkerung, Siedlungen, Industrie und Gewerbe entwickelt hat. Auch aktuelle politische Themen, kulturelle und sportliche Angebote sind aufgeführt. „Das Buch ist „hochaktuell, hochinformativ und übersichtlich dargestellt“, so Rebbe. Es könnte jedoch aktueller sein – genauer gesagt hätte es schon im vergangenen Jahr erscheinen können. Ein technischer Defekt beim Drucken hat die Veröffentlichung jedoch hinausgezögert. So ist beispielsweise die perspektivische Nutzung des Parkplatzes an der Karl-Wildschütz-Straße erläutert, nicht aber die neusten Pläne für den Marktplatz.

Fröndenberg auf 30 Seiten: Dieses Buch hält auch für Einheimische Überraschungen bereit

Jochen von Nathusius und Friedrich Wilhelm Rebbe präsentieren das neue Fröndenberg-Buch und das Basis-Band, das alle Kommunen im Kreis Unna aufführt. © Pott

Zugezogene lernen die Geschichte ihrer Heimatstadt kennen

“Die Veränderungen der Stadt sind nicht sichtbar für Zugezogene", erklärt Bürgermeister Rebbe. Das schlanke Buch liefert ihnen auf knapp 30 Seiten die wichtigsten Informationen und soll aufzeigen, wie aus einer Industriegemeinde eine Dienstleistungskommune wurde. „Die Aufenthaltsqualität ist gut. Man sollte sich informieren und vergleichen, bevor man losschmipft“ , sagt der Autor Jochen von Nathusius. Die Zahlen in seinem Buch untermauern diese Aussage. Das Hauptwachstum habe in den vergangenen zehn Jahren im Handel, Gastgewerbe und Verkehr stattgefunden. Die Zahl der Dienstleister sei stabil geblieben und nur das produzierende Gewerbe leicht zurückgegangen. Von Nathusius zieht auch Vergleiche zum Kreis Unna. So erreiche der Anteil der Beschäftigten im Wirtschaftsbereich, im Handel, Gastgewerbe, Verkehr und Lagerei mit 25,8 Prozent etwa das Niveau des Kreises (29,5 Prozent), sonstige Dienstleistungen liegen mit nur 35,7 Prozent jedoch deutlich unter dem Kreisdurchschnitt (41,7 Prozent).

Wasserschutzzonen bremsen den Tourismus

Das Wachstum sei ein Zeichen für den Tourismus, sagt von Nathusius, doch gleichzeitig zeigt das Buch auch, was den Tourismus bremst. Bürgermeister Rebbe ist beispielsweise eine Karte mit den Wasserschutzzonen im Stadtgebiet besonders ins Auge gefallen. „Fast ganz Fröndenberg ist durch Wasserschutzzonen beeinträchtigt“. Während man beispielsweise in Hattingen direkt an der Ruhr mit dem Fahrrad entlangfahren könne, sei das in Fröndenberg an vielen Stellen nicht möglich, weil die Stadt das Ruhrgebiet mit Frischwasser versorgt. Während der Bürgermeister sich besonders für den Tourismus der Stadt interessiert, könnten für Neu-Fröndenberger die Bilder aus alten Zeiten spannend sein. Eine Aufnahme aus dem Archiv von Jochen von Nathusius zeigt etwa, dass in den 50er Jahren statt Häusern und Läden Industriebauten die Innenstadt dominierten. Das Buch dürfte also unterschiedliche Interessengruppen ansprechen und „es sind nur dreißig Seiten, aber die sind ganz gut vollgepackt“, sagt von Nathusius.

Das Buch „Stadt Fröndenberg/Ruhr“ aus der Reihe „Städte und Gemeinden in Westfalen“ kostet 9,95 Euro und ist in der Buchhandlung Kern am Markt erhältlich. Der Band, der alle Kommunen im Kreis Unna berücksichtigt, kostet 24,95 Euro. Der Preis ist gesponsort, ohne die Unterstützung des Landschaftsverband Westfalen-Lippe würde das Buch circa 50 Euro kosten, schätzt Stadtarchivar und Autor des Buches Jochen von Nathusius. Das Basisband ist satte 440 Seiten lang. Es enthält zusätzlich zu den Seiten im Fröndenberger Buch auch Überblicksdarstellungen, wie beispielsweise über die Grafschaft Mark. Der Text und viele der Bilder kommen von dem Stadtarchivar. Karten, Tabellen und Diagramme hat der Landesbetrieb IT.NRW erstellt.
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