Neubau einer Talbrücke auf der A1 berührt die Natur in Fröndenberg-Altendorf

dzMit Karte

Auf der Autobahn 1 zwischen Schwerte und dem Kreuz Dortmund/Unna muss die Talbrücke Block Heide neu gebaut werden. Der Eingriff in die Natur bringt unvermutet Fröndenberg-Altendorf ins Spiel.

Altendorf

, 30.10.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Straßen NRW wird 2020 die 878 Meter lange Talbrücke Block Heide auf der Autobahn 1 zwischen Schwerte und dem Kreuz Dortmund/Unna abreißen und neu bauen. In das Planfeststellungsverfahren muss auch die Stadt Fröndenberg einbezogen werden.

Wenn die 1961 errichtete Talbrücke, die den Verkehr auf der mittlerweilige sechsspurige A1 auf Dauer nicht mehr tragen kann, abgerissen und neu gebaut wird, wird auch die Natur in Mitleidenschaft gezogen.

»Es werden für die Gegend typische Gräser ausgesät.«
Ursula Kissel, Bezirksregierung Arnsberg

Für Grünland, das bei Baumaßnahmen verloren geht, muss der Bauträger einen Ausgleich schaffen. Das passiert im Idealfall in unmittelbarer Nähe des Eingriffs in die Natur. Im Fall der Talbrücke in Schwerte-Lichtendorf gibt es allerdings keine geeigneten Grundstücke, die ersatzweise begrünt werden könnten.

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Aus diesem Grund hat man auf die nächst gelegene Fläche zurückgegriffen, die im Eigentum des Landes NRW steht, das Bauherr bei dem Brückenbauprojekt ist.

„Solche Flächen sind zu bevorzugen“, erläutert Ursula Kissel, Pressesprecherin bei der Bezirksregierung Arnsberg.

In Altendorf gehört dem Land eine 13,6 Hektar große Fläche, die vorwiegend aus Ackerland besteht. Der Grund befindet sich unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Holzwickede-Opherdicke und Holzwickede-Hengsen.

Auf einer Gesamtfläche von genau 8820 Quadratmetern, also rund 0,9 Hektar, wird das Land zum Ausgleich für die in Schwerte verloren gehenden Pflanzen mehrere Feldhecken mit Rainen, Ufergehölze sowie Sträucher und Bäume anpflanzen.

Zur Sache

Einwendungen gegen Vorhaben möglich

  • Die Planunterlagen werden in der Zeit vom 28. Oktober bis 27. November in den Städten Schwerte (Ort der Maßnahme), Dortmund (lärmtechnische Auswirkungen) und Fröndenberg (Ausgleichsmaßnahmen) zur allgemeinen Ansicht ausliegen.
  • Jeder kann bis spätestens zwei Wochen nach Ablauf der Auslegungsfrist (bis 11. Dezember) bei der Bezirksregierung Arnsberg oder bei den Städten Schwerte, Dortmund oder Fröndenberg Einwendungen erheben.
  • Sofern keine Planänderungen angestrebt werden, erstellt die Bezirksregierung Arnsberg anschließend unter Abwägung aller privaten und öffentlichen Interessen den Planfeststellungsbeschluss.

Die einzelnen Anpflanzungen in Altendorf haben folgende Größen:

  • Feldhecke auf Acker: eine lineare, zirka 360 Meter lange, mindestens 8 Meter breite dreireihige Anpflanzung von Sträuchern (Flur 3, Flurstück 8);
  • Feldhecke auf Acker: eine lineare, zirka 270 Meter lange, mindestens 8 Meter breite dreireihige Anpflanzung von Sträuchern (Flur 3, Flurstück 10);
  • Ufergehölz auf Acker: eine lineare, zirka 170 Meter lange, mindestens 8 Meter breite Anpflanzung von Sträuchern mit zirka 130 eingestreuten Bäumen (Flur 3, Flurstück 8);
  • Raine auf Acker: eine Einsaat auf einer Fläche von 2150 Quadratmetern mit standorttypischem Saatgut (Flur 3, Flurstück 8).

Die Ausgleichsmaßnahmen haben eine Entfernung von 5,6 bzw. 5,7 Kilometer zu dem Ort des Natureingriffs in Schwerte. Die Gehöze sollen im Anschluss an die Neubaumaßnahme auf der Autobahn, also vermutlich frühestens im Jahr 2021 angepflanzt werden.

Alle Planunterlagen zu dem Neubau der Talbrücke sowie zu den vorgesehenen Ausgleichsmaßnahmen in Altendorf können unter www.bezreg-arnsberg.nrw.de (Bekanntmachungen: „Straßen- und Wegeangelegenheiten“) eingesehen werden.
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