Vom Apha-Kevin beim Bademeister über die Tücken von Ehe und Büroalltag bis zur Puppen-Wohngemeinschaft: Sechs Kabarettisten bringen neues Programm in die Kulturschmiede.

Fröndenberg

, 28.11.2018, 14:25 Uhr / Lesedauer: 4 min

Das Kulturbüro hat die Planung für das kommende Jahr abgeschlossen. Seit dieser Woche sind die Kabarett-Karten für 2019 erhältlich. Dabei bringt das Programm für die Kabarett- und Kleinkunstreihe 2019 mit ausschließlich neuen Gesichtern frischen Wind in die Kulturschmiede.

Frischer Wind weht durch die Sitzreihen: Neue Gesichter beim Fröndenberger Kabarett 2019

Vor der Ehe wollte Kabarettist Stephan Bauer ewig leben... © Frank Soens

Am 25. Januar eröffnet Stephan Bauer mit seinem Programm „Vor der Ehe wollt’ ich ewig leben“ die Spielsaison 2019. Jeder kennt sie: die Müdigkeit in der Beziehung. Wenn man nach zehn Jahren ratlos in das Gesicht des Partners schaut und sich klar wird: Vor der Ehe wollte ich ewig leben. Fast jeder hatte mal so seine Träume von einem glücklichen und erfüllten Dasein. Aber ist die Ehe trotz hoher Scheidungsraten wirklich überholt? Sind Single-Leben, Abendabschlussgefährten und Fremdgehportale im Netz eine tragfähige Alternative? Kann man das alte Institut der Ehe nicht modernisieren? Für Männer ist es heute zum Beispiel nicht wichtig, dass eine Frau kochen kann, sondern dass sie keinen guten Anwalt kennt. Der Mann weiß inzwischen ohnehin: Wer oben liegt, muss spülen. Wichtig ist heute nur noch, dass die Beziehung ausgeglichen ist: Einer hat recht, der andere ist der Ehemann. Die Ehe hat doch auch ihre guten Seiten. Man kommt nach Hause und hat immer dieselbe Bezugsperson, die einen ablehnt. Eine Ehe muss auch nicht langweilig sein. Man kann auch Lebensversicherungen aufeinander abschließen, dann hat sie die tolle Spannung wer gewinnt. Es müssen eben ein paar Regeln eingehalten werden. Die wichtigste lautet: Treue. Viele Menschen können das nicht. Warum eigentlich nicht? Bei Tieren funktioniert das doch auch. Pinguine sind sich ein Leben lang treu - aber die sehen halt auch alle gleich aus...

„Feier-Abend! Büro und Bekloppte“ mit Andrea Volk

Weiter geht es am 23. März mit Andrea Volk. Sie thematisiert mit „Feier-Abend! Büro und Bekloppte“ das Überleben 4.0 - mit Alkohol und Achtsamkeitstrainings. Was kann man tun gegen den Flächennutzungsplan am Kühlschrank? Wie Meetings schöner aussitzen? Und wie praktiziert man den Digitalen Wandel, wenn das „Kompetenzteam“ aus mehr Nullen als Einsen besteht? Kabarettistin Andrea Volk lässt den Krieg am Kopierer eskalieren, übt mit Bio-Susanne Achtsamkeitstrainings in der Teeküche und lässt gegen Bürokraten-Terror Erich Honecker wieder auferstehen. Steht doch im Büro das große Fragezeichen im Vordergrund. Warum gibt es mehr Häuptlinge als Indianer, mehr Meetings als Zeit zum Denken, mehr Software als Lösungen? Warum muss man am Telefon so oft sagen: „Kann ich Ihnen helfen?“, wenn man doch in 90 Prozent der Fälle weiß, da ist nichts mehr zu machen? Wer erfindet Begriffe wie „Information der Abteilung Honorare und Lizenzen über die Kostenschlüssel für die Reisekosten-Abrechnung“? Und wie kann man den aufhalten? Urkomisch, bitterernst und mit Mittagspause in der Tagespolitik: „Feier-Abend! Büro und Bekloppte“.

Frischer Wind weht durch die Sitzreihen: Neue Gesichter beim Fröndenberger Kabarett 2019

Bademeister Schaluppke auf dem Platz der Kulturen vor der Lindenbrauerei in Unna. © Roman Grzelak

Passend zur Sommerzeit spielt Bademeister Schaluppke sein Programm „Chlorreiche Tage“ am 17. Mai. Das Badeklientel glaubt ja immer noch, Bademeister stehen nur am Beckenrand rum, schikanieren Kinder und Rentner, machen auf dicke Hose und glotzen den Rest des Tages den Damen hinterher. Rudi Schaluppke macht uns dagegen klar: dieser Job verlangt einen komplexen Kompetenzkatalog! Der Bademeister ist Mädchen für Alles. Er ist Animateur, Kindertröster, Sorgenonkel, Psychologe, Sonderpädagoge, Sozialarbeiter, Stilberater, Mediator, Fußpilzflüsterer, Innen- und Außenbeckenminister, Diplomat und Dienstleister. Man könnte auch sagen: eine Art Superheld in kurzer Hose, mit Plauze und Badelatschen. Dabei taucht Schaluppke in Themengebiete ein, die noch nie ein Mensch zuvor belacht hat: Triathleten, Kampfmuttis, Alpha-Kevins, u.v.m.

Frank Sauer bringt Rezepte für Beziehungssalate nach Fröndenberg

Frank Sauer kommt mit „Scharf angemacht - die besten Rezepte für Beziehungssalate“ am 28. Juni in die Ruhrstadt. Wenn eine Frau ihren Mann mit einer anderen teilen muss, ist das dann Ehegattensplitting? Und wenn sie ihn nur wegen seines Geldes geheiratet hat, ist das dann eine Schein-Ehe? Und auch wenn Feuer Männersache ist - Frauen können besser damit spielen. Denn die Frau ist eine raffinierte Mischung aus Brandstifter und Feuerwehr. Die Orte, an denen Beziehungen entstehen, heißen heute Chat-Room, Dating-Portal und Love Lounge, und nicht mehr wie früher Kneipe, Disco, Weihnachtsfeier. Und vielleicht

klappt’s ja tatsachlich alle 11 Minuten mit dem Verlieben. Aber spätestens wenn man sich fragt: „Ist das hier noch eine offene Beziehung oder schon eine geschlossene Abteilung?“ - spätestens dann haben wir ihn: den Beziehungssalat. Und dann kommt noch der Zahn der Zeit dazu. Deswegen hier zwei Tipps: Frauen, Genießt die Zeit zwischen 30 und 40. Es sind die besten 25 Jahre eures Lebens. Und Männer, schaut in den Spiegel und seid dankbar. Dankbar dafür, dass eure Frauen euch trotzdem geheiratet haben. Denn die Ehe ist der beste Beweis, dass Frauen Humor haben.

Frischer Wind weht durch die Sitzreihen: Neue Gesichter beim Fröndenberger Kabarett 2019

Jan-Peter Petersen erklärt den Fröndenbergern den Unterschied zwischen Hamburgern und Hanseaten. © Agentur Fülle

Am 20. September geht es weiter mit Jan-Peter Petersen und dem Unterschied zwischen Hamburgern und Hanseaten. Hamburger stellen etwas her, Hanseaten etwas dar. Als Veteran seiner eigenen Biografie dreht er als noch intakter Vertreter der Babyboomer-Generation alles durch den Reißwolf, was sich bisher einer generationsgerechten kabarettistischen Bilanz entzogen hat. Eine satirisch vorausschauende gesellschaftspolitische Rückschau über richtige Irrtümer, ideologische Spielplätze, Hamburg, Weltretter, Tagespolitik und Probleme und Krisen von morgen, die gestern schon da waren. Er sludert über romantische Sturmfluten, Hochwasserhosen, alte Gräten im Kopf, blickt über seinen Beckenrand, hat stinkreiche Ideen. Seine Geburt: die erste Zwangsräumung. Das Ende: offen. Ein Kuddelmuddel-Schmuddel-Buddel-Programm über das Ahoi in der Brause, Kinder, Kegeln und Dogmatismus. Die Zuschauer erwartet ein heftiges Wechselbad, denn Jan-Peter Petersen verbindet kabarettistisch zubeißende aktuelle Texte mit hochkomischen Alltagsepisoden. Kabarett pur.

Tim Becker lässt die Puppen sprechen

Tim Becker lädt für den 15. November zum „Tanz der Puppen“ ein. In seinem Programm entführt der Bauchredner in seine verrückte Wohngemeinschaft. Ein Abend voller Unterhaltung mit Witz und Niveau. Tim Becker präsentiert acht Darsteller, acht Charaktere und unzählige skurrile, manchmal auch nachdenkliche Momente. In dieser Comedy-Show geben sich halluzinierende Kiffer, coole Musicalstars, sprechende Lebensmittel, mies gelaunte Gestalten und herzerwärmende Angsthasen die Klinke in die Hand. Hier kollidiert ausgeprägter Sinn für Ordnung mit chaotischen Partys, Diskussionen über Anstand mit exzentrischem Narzissmus, und Größenwahn mit knallharten Fakten. Schon bald wird allen klar: Jeder spielt gegen jeden und doch stehen alle für den Anderen gerade.

Interessenten für ein Abonnement können sich im Kulturbüro unter Tel. (0 23 03)976 240 auf einer Warteliste vormerken lassen. Die regulären Eintrittskarten zum Preis von 18 Euro gibt es ab sofort im Kulturbüro in der Touristeninformation des Rathauses II in Fröndenberg unter Tel. (0 23 73) 976 444 oder an allen bekannten Pro Ticket Vorverkaufsstellen. Weitere Infos unter www.froendenberg.de
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