Der Tod wird in Fröndenberg um bis zu 400 Euro teurer

dzFriedhofsgebühren

Der Tod ist nicht gratis, er kostet in jedem Fall das Leben. Und natürlich Friedhofsgebühren. In Fröndenberg wird jetzt eine beliebte Bestattungsform gleich um 400 Euro teurer.

Fröndenberg

, 11.12.2019, 14:14 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer ein verstorbenes Familienmitglied auf einem der beiden städtischen Friedhöfe bestatten lassen will, muss künftig mit höheren Gebühren rechnen. Bereits in diesem Jahr waren die Gebühren gestiegen.

Allerdings steigen die Kosten für eine immer beliebter werdende Beisetzungsform mit Abstand am stärksten – nämlich auf dem Friedhain.

Ob Wahlgrab, Reihengrab oder Urnengrab – auch die althergebrachten Bestattungsarten werden 2020 in Fröndenberg teurer, aber sachter. Die Anhebung der Gebühren für diese Beisetzungen, die der Rat am Mittwoch in seiner letzten Sitzung des Jahres beschließen wird, erklärt die Verwaltung mit Kostensteigerungen in drei Bereichen:

  • Die Gebühren für die Herstellung eines Grabes steigen in einer Größenordnung zwischen zirka 0,9 und 3,1 Prozent. Grund: Die Stadtwerke Fröndenberg als Dienstleister stellen der Stadt künftig eine höhere Rechnung aus.
  • Die Gebühr für die Nutzung der Trauerhalle steigt um 4,15 Prozent, wogegen die Gebühr für die Kühlung konstant bleibt.
  • Die Unterhaltungskosten, besonders bei der Abfallentsorgung, der Baumpflege und durch erforderliche Sanierungsarbeiten an den Friedhofswegen steigen. Daher verteuern sich auch die Gebühren für die Überlassung von Begräbnisplätzen um 0,8 und 6,4 Prozent.
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    Der Tod wird in Fröndenberg um bis zu 400 Euro teurer

    Auch die Gebühren für Urnengräber steigen leicht an; einen besonders hohen Aufschlag gibt es bei den Doppel- und Familienurnengräber am Baum. © Udo Hennes

Zur Sache

Neue Stühle für die Trauerhalle

  • Die Anzahl der Nutzungen der Trauerhalle ist in den letzten zwei Jahren wieder gestiegen. Im Haushaltsentwurf 2020 sind 16.000 Euro für die Anschaffung neuer Stühle in der Trauerhalle eingeplant. Durch die neue Bestuhlung soll die Trauerhalle eine Aufwertung erhalten, welche sich auch auf die Nutzungszahlen auswirken sollte. In der Gebührenkalkulation wirkt sich dies nicht gravierend aus, da lediglich die Abschreibung in die Kalkulation einfließt.
  • Die Stadtwerke Fröndenberg gewähren der Stadt bereits seit einigen Jahren einen 10-prozentigen Nachlass auf die Unterhaltungskosten auf beiden städtischen Friedhöfen. Dieser Nachlass wird auch für das Jahr 2020 gewährt und ist in die Gebührenbedarfsberechnung mit eingestellt worden.

Für die einzelnen Bestattungsformen macht das unterm Strich ein Mehr bei den Gebühren von bis zu drei Prozent aus. Ganz anders sieht das bei der Urne im Wald aus – hier steigen die Gebühren um bis zu 13 Prozent.

So werden die Kosten für eine Urne im Wald als Doppelgrab von 2576 Euro auf 2722 Euro ansteigen; jene für eine Urne im Wald als Familiengrab sogar von 3164 Euro auf 3576 Euro – um mehr als 400 Euro also oder 13 Prozent.

Die Friedhofskommission der Stadt hat diese Gebührensteigerung empfohlen. Grund: Bislang war die Begräbniszeit von 50 Jahren beim Familiengrab nicht berücksichtigt worden – die jetzt eingerechnete lange Liegezeit, für die der Grabplatz quasi reserviert ist, schlägt nun stärker zu Buche.

Dabei wird gerade das Bestattungsangebot im „Friedhain Fröndenberg“ immer beliebter. Zwei Partnerbäume sind inzwischen komplett belegt, ein Dritter bereits zum Teil. Zudem sind bereits sechs Familienbäume verkauft worden. Nach wie vor wird auch das Angebot der pflegefreien Urnengräber sehr geschätzt.

Kosten

Vom Wahlgrab bis zum Familiengrab im Wald

  • Die Gesamtkosten der Beerdigung setzen sich aus den Erwerbskosten für das Grab sowie den Kosten für die Herstellung des Begräbnisplatzes zusammen.
  • Nachfolgend sind beispielhaft Gebühren ab 2020 für die einzelne Grabarten und die Differenzen zu 2019 und 2018 aufgeführt:
  • Einstelliges Wahlgrab: 2824 Euro (2019: 2764 Euro; 2018: 2692 Euro)
  • Zweistelliges Wahlgrab: 5041 Euro (2019: 4939 Euro; 2018: 4815 Euro)
  • Reihengrab: 2521 Euro (2019: 2488 Euro; 2018: 2413 Euro)
  • Urnengrab: 2141 Euro (2019: 2111 Euro; 2018: 2046 Euro)
  • Urne anonym: 1161 Euro (2019: 1145 Euro; 2018: 1107 Euro)
  • Urne im Wald, Einzelgrab: 2483 Euro (2019: 2417 Euro; 2018: 2345 Euro)
  • Urne im Wald, Familiengrab: 3576 Euro (2019: 3164 Euro; 2018: 3088 Euro)

Defizit von 34.500 Euro sollen Gebührenzahler nicht tragen

Die künftigen Gebührenzahler werden allerdings nicht für das Defizit von 34.568,59 Euro herangezogen, das die beiden kommunalen Friedhöfe auch 2018 wieder gemacht haben. Schließlich hätten kommende Generationen das Minus auch nicht zu verantworten, argumentiert die Verwaltung.

Das Defizit ist vor allem auf ein kaum beeinflussbares Kalkulationsrisiko zurückzuführen: So schwankte die Anzahl der Beisetzungen in den letzten Jahren zwischen 90 und 116 Beisetzungen, 2018 waren es 117.

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