Jutta und Dr. Gerhard Rosenthal haben viele Ideen, wie das Radwegenetz in Fröndenerg mit einfachen Mitteln verbessert werden könnte. © Marcel Drawe
Mit Video

Freizeitradler appelliert: Fröndenberg muss Zubringer zu überregionalen Radrouten schaffen

Das Radnetz rund um Fröndenberg kennen sie wie ihre Westentasche. Jutta und Gerhard Rosenthal melden sich nun mit einem flammenden Appell: Die Ruhrstadt soll sich endlich besser an überregionale Radrouten anbinden.

Der Ruhrtalradweg quert Fröndenberg, andere überregionale Radrouten sind nur einen Katzensprung entfernt. Die Zubringer aus der und in die Stadt seien jedoch oft nicht bekannt, weder Einheimischen noch Radtouristen. Das finden Jutta und Gerhard Rosenthal, die Ideen haben, die wenig Geld kosten sollen.

»Warum macht man in Fröndenberg immer wieder ein Teilstück, aber nichts ist untereinander verbunden?«

Dr. Gerhard Rosenthal, Freizeit-Radfahrer

Die Rosenthals haben bei den ersten frühlingshaften Temperaturen in dieser Woche wieder ihre Fahrräder flott gemacht und sind von der Hohenheide losgeradelt. An diesem Tag soll der Phönixsee in Dortmund das Ziel sein.

An einem unscheinbaren Wirtschaftsweg, etwas nördlich der früheren Hundeschule an der Ostbürener Straße, legen sie eine kurze Rast ein und erzählen.

Günstige Alternativen zum kommunalen Bauprogramm

Als sie kürzlich von dem geplanten Radweg entlang der K 24 Richtung B 1 gelesen haben, der Fröndenberg mit der Westfälischen Salzroute verbinden soll, sahen sie sich bestätigt. „Warum macht man in Fröndenberg immer wieder ein Teilstück, aber nichts ist untereinander verbunden?“, rätselt Gerhard Rosenthal.

Allein die Querung der B 1 sei an der vorgesehenen Stelle doch viel zu aufwändig, außerdem koste das alles viel Geld. An dem Vorhaben ist allerdings nicht mehr zu rütteln: Saniert der Kreis eine Straße, baut er einen fehlenden Radweg stets mit.

Gerhard Rosenthal ist da bestens im Bilde und lamentiert daher nicht lange. Der leidenschaftliche Radfahrer, der früher auch die Gruppe 3F angeführt hat, macht hingegen konstruktive Vorschläge, wie mit einfacheren Mitteln noch viel mehr erreicht werden könnte: „Wir haben schon schöne Fahrradwege.“

Ein paar Hinweisschilder, etwas Schotter und Asphalt

Rosenthal zeigt auf den Wirtschaftsweg, der von der Ostbürener Straße nach Osten abknickt. Erst nach vielen Metern und mit Mühe ist ein ausgeblichenes Schild zu erkennen: „Landwirtschaftlicher Verkehr und Radfahrer frei“.

Der ordentlich planierte Weg, an einer Stelle stört ein großes Schlagloch, führt weg von der viel befahrenen Kreisstraße und lotst Radler durch den hübschen Ortskern von Ostbüren bis nach Siddinghausen.

»Man muss Fachmann sein, um diese Wege ausfindig zu machen.«

Dr. Gerhard Rosenthal über versteckte Wirtschaftswege

„Man muss Fachmann sein, um diese Wege ausfindig zu machen“, grummelt Rosenthal. Dabei wäre dieser Wirtschaftsweg in seinen Augen ein Paradebeispiel dafür, wie mit ein paar Hinweisschildern und wenigen Ausbesserungen Zubringer zu den überregionalen Radrouten vermarktet werden könnten.

In beide Richtungen, findet das radelnde Ehepaar, würde das funktionieren: Radtouristen könnten von den großen Strecken nach Fröndenberg gelockt werden, Radler aus der Stadt hätten einen einfacheren und sichereren Weg zu Seseke-Radweg, Alleen-Radweg oder auch zur Marathonroute.

Vorschlag für einen Radweg wäre der Wirtschaftsweg, der von der Ostbürener Straße nach Osten abknickt. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

„Fröndenberg hat eine Riesenchance, wenn es diese Zubringer ausbaut“, glaubt Rosenthal. Denn es gebe viele ähnliche Wirtschaftswege und Trampelpfade, die ausbaufähig seien. Verpasse man den Zubringern dann noch werbeträchtige Namen und verweise auf Sehenswürdiges und Gasthäuser längs der Strecke – die Stadt könnte vom Radtourismus erheblich profitieren.

Über Westfälische Salzroute hin und Emscherradweg zurück

Rosenthals machen sich schließlich auf die 55-Kilometer-Tour, die sie noch vor sich haben. Der Blick vom Fröndenberger Haarstrang sei grandios. „Ein fantastischer Blick ins Sauerland und Münsterland“, frohlocken die beiden.

Sie setzen erst westlich der K 24 sicher über die B 1 und fahren auf der anderen Seite, schon auf der Westfälischen Salzroute, Richtung Dortmund. Nach einer Brötchenpause am Phönixsee sind sie, zurück über dem Emscherradweg, nach gut drei Stunden wieder auf der Hohenheide.

Über den Autor
Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
Zur Autorenseite
Marcus Land
Lesen Sie jetzt