Machtkampf ums Rathaus: Dieser CDU-Bürgermeisterkandidat ist eine faustdicke Überraschung

dzMaulkorb vom Parteichef

Der CDU-Vorstand hat sich auf einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl geeinigt – und sich einen Maulkorb verhängt. Trotzdem sickert die Personalie durch. Eine faustdicke Überraschung.

Fröndenberg

, 10.10.2019, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die CDU will mit Heinz-Günter Freck ins Rennen um das Bürgermeisteramt der Stadt Fröndenberg gehen; jedenfalls wenn es nach der Parteiführung geht. Dem Vernehmen nach hat sich der Parteivorstand in seiner Sitzung vergangene Woche auf den Beigeordneten der Stadt geeinigt, vorerst aber Verschwiegenheit vereinbart.

Machtkampf ums Rathaus: Dieser CDU-Bürgermeisterkandidat ist eine faustdicke Überraschung

Heinz-Günter Freck ist seit 2011 Beigeordneter und Kämmerer der Stadt Fröndenberg. Geht es nach der CDU, wird er im September 2020 Bürgermeister der Stadt. © Anke Jacobi / Archiv

Parteichef Olaf Lauschner verwies an diesem Donnerstag auf Nachfrage auf eine für Anfang, Mitte November geplante Pressekonferenz. Vorher werde er sich nicht zu der Frage der Bürgermeisterkandidatur äußern, betonte er mehrfach.

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Olaf Lauschner, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Fröndenberg, hat den Mitgliedern des Parteivorstandes offenbar einen Maulkorb verpasst – aber schon seine Fühler in Richtung anderer Parteien ausgestreckt, was einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten anbelangt. © CDU

Dass es Heinz-Günter Freck wird, gilt allerdings auch ohne seine Bestätigung als gesichert. Mehrere Quellen bestätigten dieser Redaktion unabhängig voneinander nicht nur den Namen – sondern auch, dass es bereits konkrete Gespräche mit anderen Parteien über Freck als gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten gegeben hat. Die sollen allerdings zunächst ergebnislos verlaufen sein; auch deshalb, weil die anderen Parteien ihre Gremien mit einbeziehen wollen.

CDU-Kreisverband: Kandidaten nicht verheizen

Möglicherweise ist auch deshalb der ursprüngliche Zeitplan geplatzt. Mitte September hieß es aus CDU-Kreisen noch, dass die Mitglieder schon Ende Oktober, Anfang November den Bürgermeisterkandidaten nominieren sollen. Allerdings soll der CDU-Kreisverband eine Vorgabe gemacht haben, wonach Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 frühestens Anfang des Jahres auf den Schild gehoben werden sollen, um sie nicht zu verheizen.

Freck 2011 in Kampfabstimmung zum Beigeordneten gewählt

Günter Freck selbst wollte sich zu seiner Kandidatur am Donnerstag nicht äußern. Er ist im Mai 2011 zum Beigeordneten der Stadt Fröndenberg gewählt worden, entschied damals gegen Amtsinhaber Jürgen Focke das Rennen für sich mit 18:14 Stimmen bei zwei Nein und einer ungültigen Stimme. Erst im Mai dieses Jahres ist er vom Rat der Stadt Fröndenberg für eine zweite Amtszeit von acht Jahren wiedergewählt worden. Und zwar einstimmig.

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Erst im Mai dieses Jahres war Heinz-Günter Freck vom Rat einstimmig für eine zweite Amtszeit als Beigeordneter der Stadt Fröndenberg gewählt worden. Hier nimmt er die Glückwünsche von Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe (SPD, rechts) entgegen. © Udo Hennes / Archiv

Vor seinem Einzug ins Fröndenberger Rathaus war Freck Abteilungsleiter Finanzen der Stadt Werl. Sein Verwaltungsdiplom hat er im Rahmen eines nebenberuflichen Studiums 1996 an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Dortmund abgelegt, war bis 2007 Personalleiter der Werler Verwaltung und ging dann in die Verwaltung des schnöden Mammons über. Für die CDU-Bürgermeisterkandidatur sicher nicht unerheblich: Freck ist Mitglied der CDU. Er gilt als fachlich äußerst versiert, manchmal aber etwas reserviert – als Amtsschimmel eben.

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Die Nominierung durch die CDU-Basis steht freilich noch aus. Doch auch zu dem weiteren Zeitplan wollte Parteichef Lauschner sich nicht äußern, verwies auch in dieser Frage auf besagte Pressekonferenz im November.

SPD-Bürgermeister Rebbe tritt nicht erneut zur Wahl an

Die Chancen, der SPD in Fröndenberg das Bürgermeisteramt abzunehmen, stehen für die CDU durchaus gut – nicht allein des desolaten Zustands der SPD-Bundespartei und mitunter unterirdischer Wahlergebnisse wegen. Amtsinhaber Friedrich-Wilhelm Rebbe (SPD) tritt nicht erneut an, die Sozialdemokraten können deshalb nicht auf einen Amtsbonus setzen. Nur: Mit wem die SPD ins Rennen gehen will, ist noch offen. Deren Stadtverbandschef Torben Böcker hatte sich zuletzt zurückhaltend zu dieser Frage geäußert.

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