Mit Video: Frank Schröer sieht die Zeit reif für einen grünen Rathaus-Chef

Bürgermeisterwahl Fröndenberg

Genuss und grünes Denken müssen kein Widerspruch sein. Frank Schröer serviert in seinem Heim an der Haßleistraße einen handgemachten Kaffee und verrät, warum Fröndenberg einen Bürgermeister der Grünen braucht.

Fröndenberg

, 06.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Frank Schröer, Bürgermeisterkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, in seinem grünen Paradies: Der naturverbundene Wirtschaftsinformatiker sieht seine Aufgabe als Bürgermeister auch darin, Umwelt- und Klimapolitik auf lokaler Ebene voranzutreiben.

Frank Schröer, Bürgermeisterkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, in seinem grünen Paradies: Der naturverbundene Wirtschaftsinformatiker sieht seine Aufgabe als Bürgermeister auch darin, Umwelt- und Klimapolitik auf lokaler Ebene voranzutreiben. © Marcus Land

Schön wohnt er ja, der Bürgermeisterkandidat von Bündnis 90/Die Grünen. Hoch über der Stadt mit einem fantastischen Ausblick über die Ruhr bis ins Sauerland. Allein schon wegen dieses Panoramas habe er als Kölner den Schritt nach Fröndenberg „nie bereut“, strahlt Frank Schröer.

Natürlich – da ist noch viel mehr als Natur und Landschaft, die der Rheinländer in sein Herz geschlossen hat. Ehefrau Monika, waschechte Fröndenbergerin, zum Beispiel, die den heute 61-Jährigen schon vor 29 Jahren davon überzeugen konnte: Fröndenberg hat unheimlich viel zu bieten.

»Du musst auch selbst politische Verantwortung übernehmen.«
Frank Schröer

In Köln sei es ihnen „zu eng“ geworden, frozzelt er gern, wenn er darauf zu sprechen kommt. In der Großstadt ist er ja letztlich auch in seinem Veedel in sehr dichten sozialen Strukturen aufgewachsen.

Wozu Verhandlungen mit Chinesen befähigen

Daher hat sich der Wirtschaftsinformatiker eine gewisse Weltläufigkeit auch eher durch seinen Beruf als IT-Experte für verschiedene Unternehmen angeeignet. Gut zehnmal bereiste er in seinem Job allein die Chinesische Volksrepublik.

„Das, was mich dabei immer am meisten fasziniert hat, war mit Menschen aus anderen Kulturen zusammenzukommen“, schwärmt Schröer. Diese Erfahrungen hält er für ein „Pfund für das Amt“, lacht dann kurz auf, als er schelmisch anfügt: Wer mit Chinesen erfolgreich verhandelt habe, bekomme auch ein Rathaus in den Griff.

Video
Bürgermeisterkandidat Frank Schröer (Bündnis 90/Die Grünen) im Interview

Jedenfalls sehe er seine fehlende Praxis in einer Kommunalverwaltung nicht als Manko: „Die guten Verwaltungsleute im Fröndenberger Rathaus kompensieren das.“ Hingegen sei er schon immer ein politisch denkender Mensch gewesen.

Ist tatsächlich aber erst im Herbst 2019 in die grüne Partei eingetreten. Eine Art Erweckungserlebnis habe er kurz zuvor gehabt: den Vortrag eines Klimaforschers in der Gesamtschule Fröndenberg.

Dem Klimawandel muss sich auch ein Bürgermeister stellen

Spätestens da sei ihm klar geworden: „Du musst auch selbst politische Verantwortung übernehmen.“ Es ist der oft inflationär von grünen Politikern gebrauchte Spruch „Global denken – lokal handeln“, den Frank Schröer mit seiner ganz persönlichen Familiengeschichte zu untermauern versteht.

Zuhause am Esstisch entsteht das KfU-Programm: Frank Schröer (l.) hier mit Klaus Levermann von AktiVokal aus Menden, ist das Gesicht des Fröndenberger Kulturvereins, der seit vielen Jahren große Musiker in die Kulturschmiede lockt.

Zuhause am Esstisch entsteht das KfU-Programm: Frank Schröer (l.) hier mit Klaus Levermann von AktiVokal aus Menden, ist das Gesicht des Fröndenberger Kulturvereins, der seit vielen Jahren große Musiker in die Kulturschmiede lockt. © Archiv/Martin Krehl

Ja, als Bürgermeister werde er sich Problemen wie maroden Straßen und leeren Ladenlokalen ebenso zu stellen haben wie den großen Herausforderungen des Klimawandels, findet Frank Schröer.

Die oft bemühte abstrakte jüngere Generation, der wir keine Schulden, aber einen gesunden Planeten hinterlassen sollen, wird bei Frank Schröer greifbar: „Ich habe die Aussicht, dass auch meine Enkelkinder in Fröndenberg aufwachsen werden.“ Wie ein persönliches sittliches Gebot klingt es daher bald, wenn er sagt: „Ich will an vorderster Front dabei mithelfen, die Stadt umzugestalten.“

»Die Ruhr wird von vielen noch unterbewertet.«
Frank Schröer

Tatsächlich liebäugelten die erwachsenen Töchter der Schröers, 31 und 28 Jahre, in Fröndenberg aufgewachsen und berufsbedingt ausgezogen, mit einer Rückkehr.

Fröndenberg habe eben hohen Wohn- und Freizeitwert, für Stadtbewohner wie Touristen will Frank Schröer die Stadt noch attraktiver machen: „Die Ruhr wird von vielen noch unterbewertet.“

Der vielen als langjähriger Macher von KfU – Kultur für Uns – bekannte Spross einer evangelischen Küsterfamilie liebt selbst die Spaziergänge durch die Stadt, trinkt gern auf dem Marktplatz mal ein Bier, urlaubt bevorzugt an den norditalienischen Seen und betreibt seit einigen Jahren Weinanbau an der Mosel für den Hausgebrauch. Auch das hat er einfach mal ausprobiert.

„Alles mal zulassen“ – sein goldrichtiges Motto

„Alles mal zulassen“ – dieses Motto habe sich in seinem Berufs- und Privatleben als goldrichtig herausgestellt. Als behütetes Einzelkind aufgewachsen habe er sich als junger Mann dennoch getraut, nach Südeuropa zu trampen, ohne vor der nächsten Nacht schon zu wissen, wo er schlafen wird.

Auch in gereiftem Alter sei er immer noch gespannt darauf zu sehen, „welche tollen Geschichten einem das Leben noch geben kann.“ Als nächste wäre ihm die vom Sieg bei der Bürgermeisterwahl in Fröndenberg am liebsten.

Dieses Porträt ist Teil einer Serie zur Kommunalwahl 2020, in der wir alle vier Bürgermeisterkandidaten in Fröndenberg ausführlich vorstellen.
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