Erdgeschichte

Fossilien und Fröndenberger Ziegel: Führung am „Tag des Geotops“

Festes Schuhwerk und der Witterung angepasste Kleidung sind Pflicht für alle, die am „Tag des Geotops“ am 18. September ein besonders Stück Fröndenberg erkunden wollen.
Die Organisatoren der Veranstaltung zum „Tag des Geotops“ hoffen auf viele Interessierte, die zum Küchenberg in Fröndenberg-Ardey kommen. Im Hintergrund ist sowohl der Tonschiefer (linker Hügel) wie auch Lehm (rechts) zu sehen. Das Foto zeigt (v.l.) Wolfgang Schumacher (Nabu), Jürgen Treibel (Bismarckturm), Achim Ackermann (Förderverein Bergbauhistorischer Stätten), Hubertus Laaser (Firma Krutmann) und Friedrich-Wilhelm Wunderlich (Nabu).
Die Organisatoren der Veranstaltung zum „Tag des Geotops“ hoffen auf viele Interessierte, die zum Küchenberg in Ardey kommen. Im Hintergrund ist sowohl der Tonschiefer (linker Hügel) wie auch Lehm (rechts) zu sehen. Das Foto zeigt (v.l.) Wolfgang Schumacher (Nabu), Jürgen Treibel (Bismarckturm), Achim Ackermann (Förderverein Bergbauhistorischer Stätten), Hubertus Laaser (Firma Krutmann) und Friedrich-Wilhelm Wunderlich (Nabu). © Dirk Becker

340 Millionen Jahre altes Gestein. Durch dieses muss sich die Baufirma Krutmann graben. Für die Herstellung der Fröndenberger Ziegel wird in Ardey schon seit etwa 40 Jahren Tonschiefer abgebaut. In den verschiedenen Schichten der Erde wurde jedoch nicht nur Tonschiefer gefunden, sondern auch andere Materialien wie Lehm, Karbon oder Schiefer. Die Besonderheit ist: Es wurden unter anderem Fossilien entdeckt. Und: Ruhrkiesel erinnern daran, dass der Fluss einst vom Bismarckturm über Ardey in Richtung Schwitten floss.

Spuren von Grabungen vielerorts schon beseitigt

Wer das sonst gesperrte Grabungsgebiet erkundet, sieht Felder, die für die Landwirtschaft genutzt werden. Die Felder, welche vor ungefähr 40 Jahren für den Abbau von Tonerde ausgegraben wurden, sind mittlerweile wieder ebenerdig. Sie sind revitalisiert. Nach dem jetzigen Abbau von Tonerde, wird die Fläche ebenfalls begradigt und kann für die Landwirtschaft verwendet werden.

Hubertus Laaser, Geschäftsführender Gesellschafter bei Krutmann, zeigt eine Fläche, die nach dem Abbau von Tonschiefer schon wieder revitalisiert wurde.
Hubertus Laaser, Geschäftsführender Gesellschafter bei Krutmann, zeigt eine Fläche, die nach dem Abbau von Tonschiefer schon wieder revitalisiert wurde. © Dirk Becker

Hubertus Laaser ist Geschäftsführer des Mendener Bauunternehmens Krutmann. Er berichtet unter anderem von den schwierigen Bedingungen für die Herstellung von Ziegeln. Die rötlich aussehenden Steine werden mit Gas gebrannt.

,,Das Gas wird immer teurer und somit auch die herzustellenden Produkte.“ Der Abbaufortschritt richtet sich nach dem Bedarf der Abnehmerfirma. Es besteht jedoch nicht nur die Möglichkeit Ziegel zu brennen, sondern auch Putz herzustellen. Dieser ist in der Herstellung günstiger. Laaser: „,Dazu kommt das Problem mit dem trockenen Boden. Um möglichst tief graben zu können, muss die Erde feucht sein. Da es jedoch im Moment sehr trocken ist und kaum regnet, ist dies nicht ganz so leicht für unsere Bauarbeiter.“

Bis auf den Fels wird der Tonschiefer geborgen. Das Gestein am Küchenberg ist äußerst abwechslungsreich.
Bis auf den Fels wird der Tonschiefer geborgen. Das Gestein am Küchenberg ist äußerst abwechslungsreich. © Dirk Becker

„Der Küchenberg gehört zum Nordrand des Rechtsrheinischen Schiefergebirges, das im Norden an das Westfälische Kreidebecken grenzt“, ordnet Achim Ackermann vom Förderverein Bergbauhistorischer Stätten ein. Im Raum Fröndenberg seien vorwiegend Schichten aus dem flözleeren Oberkarbon (Namur B) und dem flözführenden Oberkarbon (Namur C) abgelagert. Am Küchenberg ist aber auch Sandstein zu finden. Wer am Sonntag, 18. September, einen Schlüssellochblick auf das Gelände werfen kann, wird nicht nur noch mehr über die geschichtlichen Zusammenhänge erfahren, sondern die unterschiedlichen Gesteinsschichten auch selbst sehen können.

Informationen am Bauwagen

Friedrich-Wilhelm Wunderlich und Wolfgang Schumacher, Initiatoren des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), stellen am Tag des Geotops ihren selbst gebauten Bio-Bauwagen aus, um etwas genauer in die Bergbauhistorie eintauchen zu können. Am Küchenberg zwischen Ardey und Fröndenberg haben die Besucher ab 10 Uhr die Möglichkeit, sich im und am Bauwagen zu informieren. Zudem wird um 11 Uhr mindestens eine Führung durch das Gelände angeboten.

Voraussetzung dafür sind festes Schuhwerk und der Witterung angepasste Kleidung. Treffpunkt ist an der Ardeyer Straße, etwa 450 Meter nach dem Ortsausgang Ardey in Richtung Fröndenberg auf der linken Seite. Da an der Schranke dort nur sehr wenige Parkplätze zur Verfügung stehen, sollen weitere Möglichkeiten auf dem Abbaugelände ausgewiesen werden.

Wechselnde Veranstalter

Der „Tag des Geotops“ wird in Fröndenberg schon seit vielen Jahren ausgerichtet. Der Förderverein Bergbauhistorischer Stätten (in diesem Jahr) und der Bismarckturmverein wechseln sich dabei als Veranstalter ab.

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