Foodsharing Fröndenberg-Menden: Es brauchte drei Leute, eine Idee und eine Box

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Viel brauchte es für den Beginn der Foodsharing-Gruppe Fröndenberg-Menden nicht. Mittlerweile ist ein Jahr voller Hürden vergangen. Die Corona-Krise hat die Gruppe stark gemacht.

Fröndenberg

, 30.07.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Angefangen hat alles mit einer Idee, drei engagierten Personen und dem Fairteiler Yetta am Haus von Heike Portmann. Nach einem Jahr voller Hürden blickt das Team von Foodsharing Fröndenberg-Menden glücklich auf die vergangene Zeit und möchte den Geburtstag trotz Corona feiern.

Heike Portmann

Heike Portmann © Lisa Dröttboom

»Wir überlegen, wie wir den Fröndenbergern auch weiterhin helfen können.«
Heike Portmann

„Die Arbeit hat sich gut entwickelt“, sagt Heike Portmann. „Mittlerweile besteht unser Team aus elf Personen.“ Auch die Corona-Krise habe die Foodsharing-Gruppe überstanden. Auch wenn der Fairteiler zwischenzeitlich schließen musste. „Die Corona-Zeit war anstrengend für uns, es gab viel zu tun, aber es hat auch viel Spaß gemacht.“

Derzeit freue man sich über eine kleine Verschnaufpause und nutze die Zeit, um auf das vergangene Jahr zurückzublicken. „Wir haben in diesem Jahr viele Freundschaften geschlossen. Viele Leute kommen regelmäßig zu uns.“

Gute Zusammenarbeit mit der Tafel

Auch das Foodsharing-Team ist von der Entwicklung überrascht. „Wir hätten nicht gedacht, wie sich das in einem Jahr entwickelt.“ Durch die Zusammenarbeit mit der Tafel des Kreises Unna, besonders auch während der Corona-Krise, hat sich das Netzwerk des Foodsharings nochmal erweitert. Ihr Angebot hat sich bei den Bedürftigen und Fröndenbergern herumgesprochen, auch wenn es mittlerweile keine Ausgabetage mehr gibt.

„Das Foodsharing Fröndenberg-Menden feiert einjähriges Bestehen. Die Corona-Krise wurde zur Belastungsprobe.“ Heike POrtmann

Jüngst waren Kühlschrank und Fairteiler zum Bersten voll, wie Heike Portmann erzählt. Mittlerweile ist die Box wieder deutlich leerer geworden. © Privat

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„Unsere Zusammenarbeit mit der Tafel war und ist toll. Wir haben sehr viel Hilfe bekommen, mit der wir nie gerechnet hätten. Wir helfen einander, wo wir können“, so Portmann. Auch mit dem Allee-Café habe man in der Krise toll zusammengearbeitet, überschüssige Ware der Tafel, die bei der Ausgabe nicht verteilt wurde, an das Café abgetreten. „Wir überlegen, wie wir den Fröndenbergern auch weiterhin helfen können“, so Portmann.

Fairteiler ist wieder geöffnet

Mittlerweile darf der Fairteiler Yetta wieder öffnen. „Ich muss ihn aber mehrmals täglich kontrollieren.“ Fröndenberger dürfen derzeit keine Waren hineinlegen, sondern nur herausnehmen.

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Fairteiler rund um die Uhr verfügbar

  • Die Ausgabe der Foodsharing-Gruppe gibt es seit dem 10. Juli nicht mehr, es war nicht mehr genug übrig.
  • Stattdessen darf das Team den Fairteiler Yetta an der Ardeyer Straße 103 in Langschede wieder öffnen. Die Box ist 24 Stunden am Tag für Fröndenberger geöffnet - allerdings können derzeit nur haltbare, wärmeresistente Sachen darin gelagert werden.
  • Kühlwaren sowie Obst und Gemüse werden derzeit über die Facebook-Gruppe oder die Whatsapp-Gruppe verteilt. Einen Teil der Ware verteilt eine Mitarbeiterin der Gruppe außerdem an Bedürftige in Fröndenberg.
  • Wer das Team unterstützen möchte, kann sich gerne bei Heike Portmann, Tel. (01 76) 46 08 05 70 melden. Vor allem für den Bereich Menden werden noch immer Helfer gebraucht.

Auch der Sommer wirkt sich derzeit auf den Fairteiler aus. „Es ist zwar nicht übermäßig warm, aber trotzdem zu warm für manche Waren“, sagt Portmann. Deshalb müsse das Team derzeit darauf verzichten, Obst und Gemüse oder Kühlwaren in den Fairteiler zu legen. Die geretteten Lebensmittel werden stattdessen über die Facebook-Gruppe, die Whatsapp-Gruppe oder direkt an die Bedürftigen verteilt.

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„Im Moment liegen in der Yetta vor allem Trockenwaren wie Nudeln oder eben Konserven“, sagt Portmann. Zum Herbst hin sollte dann auch wieder mehr im Fairteiler sein. Ein weiterer Grund für wenig Ware: Während Corona war das Foodsharing-Team eingesprungen und hatte bei einigen Bäckern und Läden, die gewöhnlicherweise mit der Tafel kooperieren, Lebensmittel gerettet. Die fallen nun auch wieder weg.

Kleines Fest zum einjährigen Bestehen

Zum einjährigen Geburtstag des Foodsharing Fröndenberg-Menden wollte die Gruppe ursprünglich ein großes Fest feiern. Corona machte ihnen einen Strich durch die Rechnung, weshalb sie sich nun mit einem kleinen Fest begnügen müssen. „Wir haben ein paar Leute eingeladen, mit denen wir im vergangenen Jahr gut zusammengearbeitet haben.“

So zum Beispiel Ulrike Trümper, Vorsitzender der Tafel des Kreises Unna, die FWG, die das Foodsharing mit einer Lebensmittel-Spende unterstützt hatte, oder einen großzügigen Spender aus Menden, der die Gruppe in der Not mit einem Kühlschrank unterstützt hat.

Für die Feier, so Portmann, habe die Gruppe sogar eine Hüpfburg für die Kinder organisieren können. „Das haben die Fleischerei Rafalczik und Optiker Kohlschein gesponsert.“ Das Foodsharing-Team freut sich über den Geburtstag und hofft, dass noch viele weitere folgen werden.

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