Flüchtlinge: Lage hat sich in Fröndenberg weiter entspannt

dzFazit der Stadt

Als die Flüchtlingskrise ihren Höhepunkt erreichte, war die Stadt Fröndenberg „am Limit und darüber hinaus“. Inzwischen ist die Situation eine ganz andere.

Fröndenberg

, 30.08.2019, 14:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zahl der Flüchtlinge in Fröndenberg bewegt sich seit Monaten auf einem konstanten Niveau. Das geht aus Zahlen des Sozialamtes hervor. Demnach hielten sich zuletzt 123 Flüchtlinge 27 unterschiedlicher Nationalitäten in der Ruhrstadt auf. Die meisten von ihnen stammten aus Nigeria, Iran, Irak oder Pakistan.

Börger: Zuweisungen entwickeln sich „fast linear“

Rein statistisch betrachtet hat sich die Lage deutlich entspannt, was insbesondere an der Entwicklung der Neuzuweisungen liegt. Die haben sich laut Fachbereichsleiter Christoph Börger zuletzt „fast linear entwickelt. Das ist inzwischen ein relativ gut prognostizierbarer Bereich.“

Das war freilich nicht immer so. Zum Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 und 2016 war die Situation mitunter chaotisch. Busse und Züge voll mit geflüchteten Menschen kamen in der Region an. Das Land Nordrhein-Westfalen suchte händeringend nach Notunterkünften.

Chaotische Zustände in den Krisenjahren

Auch im Kreis Unna entstanden Zeltstädte, wurden Sporthallen zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert. Von dort wurden sie durch die Bezirksregierung Arnsberg den Städten und Gemeinden zur Unterbringung zugewiesen, die ihrerseits allerdings gar nicht vorbereitet waren auf eine humanitäre Krise eines solchen Ausmaßes. Auch in Fröndenberg wurden zeitweise Sporthallen und andere Gebäude belegt und Wohncontainer als behelfsmäßige Sammelunterkünfte aufgestellt, um der Lage irgendwie Herr zu werden. Zumal die Zuweisungen damals nicht selten mit nur einem, vielleicht zwei Tagen Vorlauf erfolgten.

Flüchtlinge: Lage hat sich in Fröndenberg weiter entspannt

Auch in der Turnhalle der Gemeinschaftsgrundschule waren zum Höhepunkt der Krise zeitweise Flüchtlinge untergebracht. © Art

Eine Zeit, in der auch Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe zwischenzeitlich resignierte. Seine Stadt sei „am Limit und darüber hinaus“, hatte er dieser Redaktion im Herbst 2015 gesagt. Damals hatten in Fröndenberg Flüchtlinge für Aufsehen gesorgt, die eine Nacht in eisiger Kälte mit nichts als Schlafsäcken vor dem Rathaus verbrachten; aus Protest gegen Dreck und Schimmel in ihrer Unterkunft in Altendorf.

Flüchtlinge: Lage hat sich in Fröndenberg weiter entspannt

Aus Protest gegen ihre damalige Unterkunft an der Schwerter Straße kampierten Flüchtlinge im Herbst 2015 in eisiger Kälte vor dem Rathaus. © Marcel Drawe / Archiv

Nun also verläuft soweit alles in geregelten Bahnen. Wie aus Zahlen der Bezirksregierung Arnsberg hervorgeht, erfüllte die Stadt Fröndenberg ihre Aufnahmeverpflichtung mit Stand zum 25. August zu 90,48 Prozent; demnach hielten sich 82 zugewiesene Flüchtlinge im laufenden Asylverfahren in der Stadt auf. Ein Jahr zuvor waren es noch über 100.

Fröndenberg als Wohnort vorgeschrieben

Hinzu kommen diejenigen Geflüchteten, denen bereits Asyl, Flüchtlings- oder subsidiärer Schutz zuerkannt worden ist. Sie haben eine befristete Aufenthaltserlaubnis und führen eigene Haushalte, wohnen aber nicht mehr in den kommunalen Gemeinschaftsunterkünften. Sie haben eine sogenannte Wohnsitzauflage, ihnen wird Fröndenberg als Wohnort vorgeschrieben. Wohnsitzauflagen waren 2008 abgeschafft und 2016 infolge der Krisenjahre wieder eingeführt worden, um eine Zentralisierung und in der Folge auch Ghettoisierung der Ballungsräume zu verhindern.

Drei Gemeinschaftsunterkünfte und fünf Privatwohnungen

Die Gemeinschaftsunterkünfte befinden sich in Fröndenberg bekanntlich an der Graf-Adolf-Straße für Frauen und an der Sümbergstraße für Männer, zusätzlich gibt es die gemischte Unterkunft für Familien in Stentrop. Zudem leben laut Sozialamt gegenwärtig noch sogenannte „Altfälle“ in fünf für die Unterbringung von Flüchtlingen angemieteten Privatwohnungen. Auch das soll alsbald der Vergangenheit angehören.

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