Ein Fitnessstudio im Kreis Unna führt ab Montag die 2G-Regelung ein. Sprich: Nur Genesene und Geimpfte dürfen rein. (Symbolbild) © dpa
Coronavirus

Fitnessstudio im Kreis Unna führt 2G-Regel ein – und geht sogar noch einen Schritt weiter

Das Verhalten der Bundesregierung sei ihr zu zögerlich. Das sagt eine Betreiberin eines Fitnessstudios im Kreis Unna und lässt ab Montag (22. November) nur noch Geimpfte und Genesene herein.

Ab kommenden Donnerstag (25. November) gilt das neue Infektionsschutzgesetz. Das besagt auch, dass eine flächendeckende 2G-Regel greift, wenn die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Corona-Infizierten den Schwellenwert von 3 Klinikeinweisungen von Infizierten pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen überschreitet. In NRW liegt die Zahl aktuell beim 4,03 (Stand: 19. November).

Das bedeutet: Das Bundesland beschränkt den Zugang zu Freizeit- und Sportveranstaltungen, zum Ausüben von Sport, zur Gastronomie, zu Beherbergung und körpernahen Dienstleistungen auf Geimpfte und Genesene. So lange wollte Ulrike Kahlisch allerdings nicht warten.

98 Prozent der Sportler und Physio-Patienten sind geimpft

Die Geschäftsführerin des Medizinischen Zentrums für Physio und Fitness „Level Up“ teilte gegenüber der Redaktion mit: „Ab Montag (22. November) gilt bei uns im Fitness- und Phsyio-Bereich 2G. Unsere Entscheidung ist weit vor den aktuellen Beschlüssen gefallen. Ich persönlich finde das zu zögerlich, was die Regierung macht. Die Lage ist sehr dramatisch.“

Sie wolle alles tun, um ihre Besucher zu schützen. Und das gehe nur mit dieser Regelung. Wobei Kahlisch in den vergangenen Tagen festgestellt hat, dass „98 Prozent“ der Sportler und Physio-Patienten geimpft seien.

2G Plus gilt für Rehasport

Für den Rehasport greift die Betreiberin sogar noch zu konsequenteren Maßnahmen. Hier gilt ab Montag die 2G-Plus-Regel. Sprich: Genesene und Geimpfte brauchen zusätzlich einen aktuellen Test. „Wir haben mit den Rehasportlern gesprochen. Das ist kein Problem für sie. Viele lassen sich aktuell bereits testen“, erzählt Kahlisch. Zudem seien alle Trainer, die im Rehasport Kurse anbieten, geschult und dürften die Tests selbst durchführen.

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Im „Level Up“-Fitnessstudio von Geschäftsführerin Ulrike Kahlisch (links), hier zusammen mit Fitnesskraft Katrin Hennig und Azubi Marleen Krowinus (Mitte), gelten ab dem 22. November strengere Regeln. © Angelina Zander © Angelina Zander

Daher werden alle Rehasportler gebeten, künftig etwa 20 Minuten vor dem Beginn der Kurse zu erscheinen. Dann können noch Abstriche genommen und auf die Auswertung der Tests gewartet werden.

Perspektivisch kann sie sich eine Ausweitung der 2G-Plus-Regel auf alle Bereiche des Hauses vorstellen. Damit hängt jedoch ein logistischer Aufwand zusammen. Man brauche dazu mehr Personal und müsse während der gesamten Öffnungszeit eine Testmöglichkeit schaffen, sagt die Geschäftsführerin.

„Es gibt schon Interessenten, die die Tests durchführen würden. Aber es muss sich auch lohnen für uns. Wenn nur wenige Menschen zum Test kommen, ist es schwierig, mehr Personal dafür einzustellen.“

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Maximilian Konrad

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