Fische an der Ruhr sollen zwei Treppen bekommen

dzÖkologischer Beitrag

Wehranlagen der Stadtwerke helfen bei der Strom und Trinkwassergewinnung. Für Fische waren sie bisher allerdings ein Hindernis. Das soll sich jetzt ändern.

Fröndenberg

, 23.11.2018, 15:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadtwerke Fröndenberg möchten gewährleisten, dass Fische trotz Wasserkraftanlagen flussaufwärts und flussabwärts der Ruhr ungehindert schwimmen können. Nachdem bereits an den Kraftwerken Wickede und Langschede durch den Bau von Fischtreppen die ökologische Durchgängigkeit für Wassertiere hergestellt wurde, beantragen die Stadtwerke nun bei der Bezirksregierung Arnsberg als Obere Wasserbehörde den Bau zweier weiterer Anlagen am Möllerkraftwerk sowie an der Wehranlage Schwitten in Westick. Die Stadt muss zu dem Vorhaben Stellung nehmen. Markus Törnig von der Stadtverwaltung hat am Donnerstagabend bereits die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt über die Pläne informiert.

Wehranlage Schwitten

Die Wehranlage Schwitten staut das Ruhrwasser auf und leitet es in Teilen in den dort beginnenden Obergraben zum Möllerkraftwerk ab. Der Wasserspiegel zwischen Ober- und Unterlauf weist so eine Differenz von knapp sechs Metern auf – für Fische eine unüberwindbare Barriere. Daher planen die Stadtwerke einen technischen Fischpass, bestehend aus insgesamt 53 Einzelbecken mit jeweils etwa zehn Zentimeter Höhendifferenz zu errichten. Flankiert wird dieses Vorhaben vom Bau einer Wasserkraftschnecke, mit der zusätzlich Energie gewonnen werden soll.

Diese soll so gebaut werden, dass Fische sie ebenfalls gefahrlos stromabwärts durchschwimmen können. Der reguläre Wechsel von Ober- zum Unterwasser und umgekehrt soll durch Lockströmung über die Becken der Fischtreppe erfolgen. Sollten Fische der Hauptströmung durch den Obergraben zur Wasserkraftanlage Schwitten folgen, wird durch den Einbau eines engmaschigen Schutzgitters verhindert, dass diese in die Turbinenanlagen geraten. In das dortige Unterwasser können die Fische künftig über eine Fischgleite absteigen.

Dachwehr/ Wasserkraftanlage Schwitten

Fische, die an der Wehranlage Schwitten über die Treppe in den Hauptarm der Ruhr und nicht in den Obergraben abwandern, gelangen an das sogenannte Dachwehr. Es hält den Ruhrwasserspiegel zur Trinkwassergewinnung auf möglicht konstanter Höhe. Zwischen Ober- und Unterwasser am Wehr beträgt die Differenz etwas 2,34 Meter. Auch dieses Hindernis sei für wandernde Fische nicht passierbar, so Törnig. Auch an dieser Stelle soll eine Fischtreppe entstehen. Dieser besteht aus 21 Einzelbecken. Die Treppe beginnt an der Südseite der Dachwehranlage, verläuft über die dortige Landzunge und mündet in das Unterwasser der Wasserkraftanlage Schwitten.

Die Stadtverwaltung spricht sich für beide Anlagen aus, weil sie einen wertvollen ökologischen Beitrag zur Wiederherstellung der Fischdurchgängigkeit darstellen würden.

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