Finanzklemme bei Feuerwehr: Elf Aussortierte gründen 1979 Klub der Inaktiven

dz40-Jahr-Feier

Vor 40 Jahren, genauer am 29. Dezember 1979, entstand eine neue Gruppierung in Ardey. Elf gestandene Männer gründeten die „Inaktiven“. Aber der Anlass war mehr einer der ernsten Art.

von Peter Benedickt

Ardey

, 30.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Welt ist im Umbruch, Khomeini kehrt in den Iran zurück, der Kanzlerkandidat heißt Franz-Josef Strauß, der Nato-Doppelbeschluss wird durchgesetzt, im US-Atomkraftwerk Harrisburg in Pennsylvania kommt es zum Störfall.

Und in Fröndenberg tritt eine Situation ein, die heute unvorstellbar ist: In der Löschgruppe Ardey waren zu viele Mitglieder, Reduzierung stand an. Die prekäre Finanzsituation war schuld, dies aber ist heute sicher noch vorstellbar.

„Fehlt Unterstützung, packen wir an.“
Unterbrandmeister Helmut Feldhoff

„Naja, die elf Aussortierten wollten sich damit nicht zufrieden geben“, erklärt Unterbrandmeister Helmut Feldhoff, kommissarischer Leiter der „Inaktiven“. Sogar die Uniform sollte damals abgegeben werden.

Dies war des Guten doch zu viel: Durch Initiative des damaligen Kreistagsabgeordneten Günter Wiechers durfte das Ehrenkleid im Schrank bleiben, mit „Aktiv“ war aber Schluss.

Plötzlich gab es eine „Altersabteilung“

Lösung: die Gründung einer „Altersabteilung“. Alle vier Wochen gab es ein Treffen, über Gott und die Welt wurde geredet. Kontakt zur Löschgruppe stand neben der Pflege der Kameradschaft im Mittelpunkt. „Fehlt Unterstützung, packen wir an“, erklärt Feldhoff. „Wird jemand an der Kasse oder beim Aufbau gesucht, gab‘s und gibt’s Hilfe.“

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Weitere Aktionen: Die Verbindungen etwa zur Altersabteilung auf der Hohenheide. Die heutigen Mitglieder sind die zweite Generation, den Vätern folgen die Söhne.

Auch heute werden, es sind weiterhin elf Mitglieder, monatliche „Dienstbesprechungen“ durchgeführt. Erst 2019 wurde der letzte Gründer, Heinz-Friedrich Voß, zu Grabe getragen.

Niemand wird vergessen. „Alle fünf Jahre besuchen wir unsere Verstorbenen, fahren zu den Friedhöfen“, beschreibt Feldhoff. „Wir legen ein Nelkengebinde nieder. Für Seebestattungen geht’s zur Ruhr, um dem Wasser die Blumen zu übergeben.“

Nelken im Knopfloch sind das Symbol der Gruppe, bei den Treffen werden alle Ehrenzeichen getragen.

Junge Garde soll die Traditon weiterführen

Zum 40-jährigen Bestehen waren auch die aktiven Mitglieder in den Landgasthoff Püttmann in Frömern eingeladen. „Wie gesagt, Kameradschaft und Zusammenhalt wird gestärkt“, schmunzelt Feldhoff. „Zudem soll schließlich die junge Garde unsere Tradition weiter führen.“

„Gefeiert wurde am Samstag in den 29. rein, das ist unser Ziel“, freuten sich alle Anwesenden auf gemütliche Stunden.

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