Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses Ostbüren soll vorgezogen werden. Die geplanten Kosteneinsparungen sorgten nun für große Empörung. © UDO HENNES
Freiwillige Feuerwehr Fröndenberg

Feuerwehr in Fröndenberg: Kosten steigen nach Prüfung durch Architekt um das Dreifache

In eine modernere Feuerwehr muss die Stadt Fröndenberg in den nächsten Jahren Millionen investieren. Für den Standort in Ostbüren gibt es nun eine Hiobsbotschaft: Die Kosten sollen sich verdreifachen.

Die Freiwillige Feuerwehr Fröndenberg sollte ursprünglich drei Neubauten erhalten, zwei bestehende Standorte aufgerüstet werden. Jetzt soll auch in Ostbüren praktisch ein vierter Neubau entstehen. Kosten: Rund 1,6 Millionen Euro.

Dass Gerätehäuser in der Stadtmitte, in Stentrop und nach vorläufigen Planungen am Schürenfeld neu gebaut werden müssen, hatte der neu erstellte Brandschutzbedarfsplan ergeben.

Dafür müssen im Gegenzug die alten Standorte in Altendorf, Dellwig, Langschede, Ardey, Strickherdicke sowie auf der Hohenheide und in Bausenhagen, Warmen und Bentrop aufgegeben werden. Die Gerätehäuser in Frömern und Ostbüren dagegen sollen erhalten bleiben.

Kosten von 640.000 Euro „grob geschätzt“

Die Stadtverwaltung war bislang davon ausgegangen, dass das Feuerwehrgerätehaus in Ostbüren den Anbau einer Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen erhalten werde. Dafür waren Kosten von 640.000 Euro angesetzt worden.

Bereits Mitte September 2020 hat laut Vorlage der Verwaltung an den Rat ein Architekturbüro hingegen einen Entwurf vorgelegt, der eine neue Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge sowie komplett neuen Umkleide- und Sanitätsräumen vorsieht. Zunächst veranschlagte Kosten: knapp 1,8 Millionen Euro – also eine Verdreifachung des ursprünglichen Betrages.

Das Gutachten der Firma Orgakom sieht künftig noch fünf statt zwölf Standorte der Freiwilligen Feuerwehr vor: Erhalten bleiben sollen die Gerätehäuser in Frömern und Ostbüren, die Wache Mitte soll einen Neubau erhalten und neu kommen ein Gelände an der Oase Stentrop für eine Wache Ost sowie eine Teilfläche des geplanten Gewerbegebietes Schürenfeld für eine Wache West hinzu. © Jacobi © Jacobi
Zur Sache

Eigenanteil der Stadt liegt bei 1,2 Millionen Euro

  • Der Rat der Stadt Fröndenberg hatte bereits am 17. Juni 2020 beschlossen, für Umbau und Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses Ostbüren einen Förderantrag im Rahmen des Programms „Feuerwehrhäuer in Dörfern 2021“ bei der Bezirksregierung zu stellen, was zum 30. September auch erfolgte.
  • Das Förderprogramm sieht eine maximale Fördersumme von 250.000 Euro bei Investitionskosten von mindestens 500.000 Euro vor. Für die Stadt Fröndenberg/Ruhr verbliebe somit ein Eigenanteil von 1,21 Millionen Euro, deren Sicherstellung dem Fördergeber zugesichert werden muss.
  • Sollte der Förderantrag positiv beschieden werden, muss binnen sechs Monaten mit der Maßnahme begonnen werden. Dies wären die Ausschreibung und Vergabe der weiteren erforderlichen Planungsleistungen.
  • Die Planungen zum Bauantrag sowie die Ausführungsplanungen mit der Erstellung der Leistungsverzeichnisse würden dann im Jahr 2022 erfolgen. Die Umsetzung der Baumaßnahme wäre 2023 möglich.

Angesichts dieser horrenden Summe suchten Verwaltung und Feuerwehrleitung nach Einsparmöglichkeiten in den Planungen des Architekturbüros Horst aus Stadtlohn und des Fachplanungsbüros für Haustechnik Deuter aus Iserlohn.

Letztlich landete man bei immer noch rund 1,6 Millionen Euro, wovon die Stadt rund 100.000 Euro als Eigenleistung auch durch Angehörige der Löschgruppe stemmen könnte.

100.000 Euro mit Muskelhypothek einsparen

So solle das Baufeld mit Muskelhypothek freigemacht werden, auch der Innenanstrich in den Gebäuden könne selbst übernommen werden.

Der erhebliche Kostenanstieg erkläre sich daraus, dass es sich bei den 640.000 Euro zunächst um eine „grobe Schätzung“ der Verwaltung gehandelt habe, so Fachbereichsleiter Christoph Börger, im Rathaus zuständig für die Feuerwehr.

Die Analyse der Architekten habe gezeigt, dass sich Um- und Anbau am Standort komplizierter darstellten als zuerst angenommen. So mussten etwa Vorgaben der Unfallkasse sowie DIN-Vorschriften beachtet werden.

Dies sei erst durch den jetzt vorliegenden Entwurf mit dem umfangreichen Anbau mit Fahrzeughalle und Sozialräumen möglich. Börger: „Es hat also mehrere Faktoren gegeben, die dafür verantwortlich waren, dass es sich verteuert hat.“

Über den Autor
Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land

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