Fassadenprogramm: Diese Häuser sind nun aufgehübscht - mit Unterstützung der Stadt

dzInnenstadtentwicklung Fröndenberg

Drei Hausbesitzer aus der Alleestraße zeigen ihren neuen Anstrich. Und die Stadt übernimmt einen Teil der Kosten. Die Testpiloten wollen weitere Eigentümer animieren, beim Fassadenprogramm mitzumachen.

Fröndenberg

, 08.12.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wir haben jetzt das schönste Haus an der Alleestraße“, sagt Helge Rosenstengel. „Nein, der Altstadt-Grill gegenüber ist schöner geworden“, entgegnet Inge Kayser, die die zweite Hälfte des Hauses an der Alleestraße mit der Hausnummer 12 besitzt. Die Hausnummern 10 und 12 haben sich am neuen Fassadenprogramm der Stadt beteiligt. Wie auch der Altstadt-Grill, den Wicky Tziou nun in mehreren Farben frisch gestalten konnte. Das gefällt Inge Kayser von Gegenüber besonders gut.

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In den drei Immobilien befinden sich jeweils auch Gewerbe. Der neue Anstrich, so hoffen die Besitzer, ist so auch gut fürs Geschäft. Wertet er die Häuser doch optisch enorm auf. Damit auch die gesamte Alleestraße, an der es gehäuft Leerstände gibt, attraktiver wird, könnten aber noch mehr Hausbesitzer an dem Programm teilnehmen.

Stadt Fröndenberg verspricht, die Hälfte der Kosten zu erstatten

Insgesamt verspricht die Stadt, sich im Rahmen des integrierten Stadtentwicklungskonzepts, an 50 Prozent der Kosten zu beteiligen. Einen Teil der Sanierungskosten könne man dann ja auch noch bei der Steuer absetzen. „Unterm Strich also ein gutes Geschäft“, sagt Helge Rosenstengel, der ein Versicherungsbüro in seiner Immobilie an der Alleestraße 10 betreibt. Die drei Eigentümer können nicht so recht verstehen, warum nicht viel mehr Fröndenberger beim ersten Aufschlag des Fassendenprogramms mitgemacht haben.

Fassadenprogramm: Diese Häuser sind nun aufgehübscht - mit Unterstützung der Stadt

Alleestraße 10 und 12 vor dem Fassadenprogramm. © Privat

Fassadenprogramm: Diese Häuser sind nun aufgehübscht - mit Unterstützung der Stadt

Alleestraße 10 und 12 nach dem Fassadenprogramm. © Hornung

Vielleicht liege es am Papierkram oder an den strengen Auflagen, kann sich Wicky Tziou vorstellen. Sie gibt zu: „Ohne die Hilfe von Helge Rosenstengel hätte ich das nicht geschafft.“ Der Unternehmer hat den bürokratischen Part dankenswerter Weise für seine Nachbarn übernommen.

Das „fürchterliche Grau“ ist nun verschwunden

Er freut sich, dass nun das „fürchterliche Grau“ an seiner Fassade verschwunden ist. Das Gebäude strahlt jetzt weiß - nach einigem Hin und Her wurde nicht nur der Anstrich der Front, sondern auch der der Seite unterstützt. Auch wenn ihn der alte Anstrich schon lange störte, es war letztendlich der Anstoß durch das Abgebot der Stadt, der zum Loslegen bewegte. „Wenn man die anderen Häuser hier an der Straße so ansieht, hätten wir auch noch zehn Jahre warten können“, sagt Rosenstengel.

„Wenn man die anderen Häuser hier an der Straße so ansieht, hätten wir auch noch zehn Jahre warten können.“
Helge Rosenstengel, Immobilienbesitzer

Den Antrag hatten er und seine direkte Nachbarin Inge Kayser im Januar gestellt. Die Zusage kam ein halbes Jahr später. Die Rechnung betrug für seine Hälfte 5799,47 Euro. Gefördert wurden 2124,27 Euro, also 37 Prozent. Eigentlich waren 50 Prozent versprochen. Aber einige Posten wurden aufgrund der Richtlinien der Stadt wieder rausgerechnet. Dennoch „besser als nichts“, sagt Helge Rosenstengel.

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Der Immobilienbesitzer ärgert sich lediglich ein wenig, dass er und seine Nachbarn - sozusagen als Testpiloten - noch nicht von den Neuerungen im Programm profitieren konnten. Neu ist unter anderem, dass für die Umsetzung der Maßnahmen jetzt länger Zeit sein soll. Von sechs Monaten wurde die Frist auf ein Jahr verlängert. „Man hatte immer die Zeit im Nacken“, sagt Wicky Tziou. Wenn dann die Maler volle Auftragsbücher haben, werde es eng.

Fassadenprogramm: Diese Häuser sind nun aufgehübscht - mit Unterstützung der Stadt

Der Altstadtgrill an der Alleestraße vor dem Fassadenprogramm. © Privat

Fassadenprogramm: Diese Häuser sind nun aufgehübscht - mit Unterstützung der Stadt

Der Altstadtgrill an der Alleestraße nach dem Fassadenprogramm. © Hornung

Das wurde es auch aufgrund der längeren Bearbeitungszeit der ersten Anträge von rund einem halben Jahr. Der Altstadt-Grill ist im November erst fertig geworden. Hätte alles nur wenige Wochen länger gedauert, hätten die Anstreicher vielleicht schon nicht mehr arbeiten können. Denn in den vergangenen Tagen habe es in Fröndenberg bereits gefroren, erklärt Rosenstengel.

Drei Kostenvoranschläge müssen geleistet werden

Auch die Tatsache, dass drei Kostenvoranschläge geleistet werden müssen, sei aufwendig. Am Ende könnten die Eigentümer zwar selbst entscheiden, wer die Fassadenarbeiten übernimmt. Finanziert werden aber nur die entsprechenden Teilkosten des günstigsten Angebot.

Alle drei haben ihren Anstrich von einem Maler-Betrieb aus Menden machen lassen. Und unterm Strich sind sie mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das spiegeln nun auch die Kunden zurück.

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Das Fassadenprogramm

  • Das Fassadenprogramm für die Innenstadt ist Bestandteil des Innenstadtentwicklungskonzepts.
  • Die Stadt möchte Gebäudeeigentümer im Bereich der Innenstadt bei der Sanierung und Aufwertung von Gebäuden mit öffentlichen Fördermitteln unterstützen.
  • Gefördert werden Maßnahmen, die das äußere Erscheinungsbild von Immobilien aufwerten.
  • Dazu zählen Instandsetzung, Sanierung und Anstrich von Fassaden, Restaurierung oder Ergänzung historischer Baudetails, Rückbau von Fassadenverkleidungen oder störender Werbeanlagen.
  • Informationen zum Programm, die Richtlinien, eine Karte des förderfähigen Bereichs und das Antragsformular finden Interessierte auf der Homepage der Stadt unter: www.froendenberg.de
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