Fahrer eines Fröndenberger Bürgerbusses schwer verletzt: Hohe Strafe für Fahrgast

dzBlutende Gesichtswunde

Schock für den Fahrer eines Fröndenberger Bürgerbusses: Ein Fahrgast wirft mit voller Wucht einen Karton in sein Gesicht. Das Amtsgericht ahndete die Aggression mit einer gesalzenen Strafe.

von Sylvia Mönnig

Fröndenberg

, 29.11.2018, 17:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das ehrenamtliche Engagement eines Bürgerbus-Fahrers wusste ein Fröndenberger (40) nicht zu schätzen. Im Gegenteil: Er bewarf den Mann mit einem Karton und verletzte ihn dabei erheblich. Das hatte nun Folgen.

Den 29. Mai dürfte der Fröndenberger Pensionär so schnell nicht vergessen. Im Bereich des Bahnhofs stiegen zwei Männer ein, die zunächst an der falschen Stelle warteten und deshalb angelaufen kamen. Kurz zeigten sie ihre Fahrausweise. Da er seinen Zeitplan einhalten wollte, fuhr der Bürgerbus-Fahrer erst weiter.

Nachkontrolle der Tickets empfindet der 40-Jährige als Provokation

Dann, als die Zeit zur Verfügung stand, bat er die Fahrgäste, ihm ihre Tickets noch einmal zu zeigen. Das, wie bereits den Einstieg an anderer Stelle, wertete der 40-Jährige als Provokation, nachdem er und der Fahrer vor Jahren bereits in einer anderen Situation aneinandergeraten waren. Er schimpfte, tat aber, um was er gebeten wurde - und schimpfte weiter. Als der Fahrer daraufhin höflich anmerkte, dass sie auch aussteigen könnten, stieß er ihm mit der Hand in das Gesicht, trat den Rückzug an und nahm beim Aussteigen einen dort gelagerten Karton mit einer Warnleuchte.

„Mulmiges Gefühl“ - aber der Pensionär will weiter Bürgerbus fahren

Den Karton samt Inhalt warf er in Richtung seines Gegners, traf ihn im Gesicht und verursachte so eine stark blutende Platzwunde, die geklebt werden musste. Der 73-Jährige verbrachte zwei Tage im Krankenhaus. Er will sich nicht beirren lassen und fährt noch heute den Bürgerbus. Doch die Angst fährt quasi mit. Er nennt es „ein mulmiges Gefühl“.

Sein Angreifer stand am Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht Unna. Zwar räumte er den Wurf des Kartons ein, wurde dabei aber nicht müde, immer wieder die vermeintlichen Schikanen zu erwähnen.

Ein Jahr Haft auf Bewährung und Anti-Aggressionstraining

Das Gericht nahm ihm letztlich sogar ab, dass er sich subjektiv vielleicht provoziert gefühlt habe. Objektiv betrachtet, so die Richterin, sei das jedoch nicht der Fall gewesen. Auch bestanden aus Sicht des Gerichts keine Zweifel daran, dass er die Verletzung beim Wurf zumindest billigend in Kauf nahm. Der Fall endete mit einem Jahr Haft auf Bewährung und der Auflage, an einem Anti-Aggressionstraining teilzunehmen.

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