Horror oder Hoffnung für Kranke: Experte klärt über Chancen und Risiken der Gentechnik auf

dzGentechnik

Die Gentechnik ist schon bei Lebensmitteln umstritten. Soll in das menschliche Erbgut eingegriffen werden, wird die Skepsis noch größer. Ein renommierter Experte klärt jetzt sachlich über das Thema auf.

Fröndenberg

, 03.01.2020, 11:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Medizin polarisiert derzeit wohl kaum ein anderes Thema so sehr wie der Fortschritt in der Gentechnik: Für die einen ein Lichtblick, für die anderen die wahrgewordene Horrorvorstellung aus Science-Fiction-Filmen. Die jüngsten Entwicklungen sind nun Thema eines Vortrages, zu dem der Förderverein des Schmallenbach-Hauses einlädt: Die Veranstaltung am Dienstag, 28. Januar, ab 19.30 Uhr in dem Seniorenhaus am Hirschberg 5 richtet sich nicht nur an Fachpublikum, sondern ausdrücklich an alle, die sich für das weite Feld der neuen Gentechnik interessieren.

Menschliche Organe in Tierkörpern züchten

Ein Beispiel: Menschliche Organe in Wirtstieren züchten, die dann wiederum als Organspender für den Menschen dienen – das ist nicht mehr nur Fantasie. Japanische Forscher dürfen seit dem vergangenen Sommer nämlich genau das: Menschliche Stammzellen in Tierembryonen einpflanzen, damit in diesen Körpern Organe zur späteren Entnahme wachsen. Das Ziel: Menschen helfen, die bislang vergeblich auf eine Organspende warten.

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Horror oder Hoffnung für Kranke: Experte klärt über Chancen und Risiken der Gentechnik auf

Professor Dr. Theo Dingermann (r.), hier auf einem Kongress zum Thema Generika im vergangenen Mai in Berlin, spricht in Fröndenberg über die Möglichkeiten und Risiken der Gentechnik. © pa/obs Pro Generika e.V.

Zwischen Ängsten, Hoffnungen und ethischen Grundsatzfragen

Der Hoffnung auf einen medizinischen Quantensprung stehen freilich unzählige Ängste gegenüber; und irgendwo dazwischen bewegt sich die ethische Grundsatzfrage. Darf der Mensch Tiere als Organfabriken benutzen? Nicht wenige werden am Ende abwägen: Wiegen Bedenken mehr als die Hoffnung, Leiden zu lindern oder (Erb-)Krankheiten bestenfalls gar nicht erst entstehen zu lassen?

Die Genschere und die Angst vor Designer-Babys

Der Fortschritt der Gentechnik, seit Forscher Mitte des 20. Jahrhunderts erstmals die Struktur der DNS entschlüsselt haben, ist jedenfalls gewaltig. Inzwischen ist die Menschheit sogar in der Lage, mit der sogenannten Genschere Erbgut beliebig zu verändern; was wiederum Ängste vor sogenannten Designer-Babys schürt.

Kostenloser Vortrag

Anmeldung erbeten

  • „Auf zu neuen Ufern“ – Vortrag mit Professor Dr. Theo Dingermann über den Wandel von alter zu neuer Gentechnik am Dienstag, 28. Januar, ab 19.30 Uhr im Schmallenbach-Haus, Hirschberg 5.
  • Die Teilnahme ist kostenlos, es wird um eine Spende für den gastgebenden Förderverein des Schmallenbach-Hauses gebeten.
  • Es wird um Anmeldung bis zum 20. Januar gebeten, und zwar per Mail an info@schmallenbach-haus.de

Doch wer Gefahren auszublenden vermag, sieht auch etwaige Chancen. In der medizinischen Anwendung ist Gentechnik womöglich die einzig wirksame Waffe gegen Erbkrankheiten und andere Krankheiten. Zusammen mit anderen neuen, technischen Entwicklungen ergeben sich ganz neue Ansätze: Organe aus dem 3D-Drucker beispielsweise könnten helfen, unzählige Leben zu retten.

Renommierter Referent ist „Professor des Jahres 2009“

Nur einige von zahlreichen Beispielen aus dem Feld der neuen Gentechnik, über die Professor Dr. Theo Dingermann im Schmallenbach-Haus referieren wird. „Auf zu neuen Ufern“ ist der Vortrag des renommierten Pharmazeuten überschrieben, dessen Fachgebiete die Biochemie und die Molekularbiologie sind; und dem der Ruf vorauseilt, auch komplexe Sachverhalte für den Laien verständlich erklären zu können. Unter anderem deshalb ist er 2009 zum Professor des Jahres gewählt worden.

Horror oder Hoffnung für Kranke: Experte klärt über Chancen und Risiken der Gentechnik auf

Der Fröndenberger Hans-Günter Friese moderiert wieder den schon traditionellen Vortragsabend zu Jahresbeginn im Schmallenbach-Haus. © Marcel Drawe

„Die Forschung geht heute in erster Linie in die Richtung, dem Leben nicht mehr Jahre, sondern den Jahren mehr Leben zu geben.“
Hans-Günter Friese

Es gehe um neue Therapieoptionen zur Kontrolle alter Gesundheitsprobleme, sagt der Fröndenberger Apotheker Hans-Günter Friese, der den Abend moderieren wird. „Die Forschung geht heute in erster Linie in die Richtung, dem Leben nicht mehr Jahre, sondern den Jahren mehr Leben zu geben“, so Friese.

Fortbildungspunkte für Vertreter von Heilberufen

Der Vortragsabend ist kostenlos, es wird jedoch um eine Spende für den Förderverein gebeten, der seine Mittel für die Bewohner des Schmallenbach-Hauses einsetzt. Dem Vortrag des Referenten schließt sich ein Umtrunk an, bei dem es auch Gelegenheit gibt, mit Dingermann ins Gespräch zu kommen. Bei Apotheker- und Ärztekammer ist die Veranstaltung als Fortbildung anerkannt, Pharmazeutisch Technische Angestellte (PTA) und Ärzte erhalten für die Teilnahme jeweils drei Fortbildungspunkte.

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