Fluthilfe

„Existenzielle Not“: Zwei Fraktionen fordern Soforthilfe für Fröndenberg

Soforthilfe nur für Opfer des Hochwasser vom 14. und 15. Juli: Als nicht zu rechtfertigende Ungleichbehandlung werten zwei Fröndenberger Ratsfraktionen den Beschluss und werden aktiv.
Das Unwetter vom 4. Juli hinterließ besonders in Warmen, Neimen, Frohnhausen, aber auch in Westick Bilder der Verwüstung. © Archiv/Alexander Heine

Nachdem das Landeskabinett in Düsseldorf am 22. Juli unbürokratisch zu erhaltende Geldleistungen für Flutopfer beschlossen hat, tritt nun die Lokalpolitik auf den Plan: Auch Fröndenbergern müsse geholfen werden.

»Viele betroffene Fröndenberger sind unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten und bedürfen der Unterstützung.«

SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Böning

Der Beschuss der NRW-Regierung bezieht sich ausschließlich auf Schäden, für die das Unwetter am 14. und 15. Juli ursächlich gewesen ist. Fröndenberg sei am 4. Juli von einem Starkregenereignis erfasst worden, das ebenfalls „große materielle Schäden verursacht und die zeitweise Evakuierung von über 700 Einwohnern nötig gemacht hat“, schreibt die SPD-Fraktion am Dienstag (27. Juli).

SPD-Landtagsabgeordneter Ganzke schreibt an Innenminister

Auch in Fröndenberg seien Schäden in Millionenhöhe entstanden und zahlreiche Gebäude nicht mehr bewohnbar. „Viele betroffene Fröndenberger sind unverschuldet in eine finanzielle Notlage geraten und bedürfen der Unterstützung“, sagte Klaus Böning, SPD-Fraktionsvorsitzender.

Den SPD-Landtagsabgeordneten Hartmut Ganzke habe man gebeten, sich für eine Ausweitung der Soforthilfe für die Flutopfer in Fröndenberg einzusetzen. Ganzke meldete sich ebenfalls in unserer Redaktion.

„Schicksal darf nicht völlig in Vergessenheit geraten!“

Der Parlamentarier hat Innenminister Herbert Reul gebeten, die Aufnahme der Geschädigten aus dem Kreis Unna in das Soforthilfe-Programm zu prüfen.

Bewohnerinnen und Bewohner, die ihre sanierungsreifen Räumlichkeiten mitunter für Monate verlassen müssen, seien verzweifelt. „Auch ihr Schicksal darf nicht völlig in Vergessenheit geraten!“, schreibt Hartmut Ganzke.

Eine Gleichbehandlung bei Großschadensereignissen sei „eine zwingende Notwendigkeit“, fügt Klaus Böning hinzu.

Die FWG-Fraktion ist am Dienstag (27. Juli) den Weg eines Offenen Briefes gegangen. Darin fordert die Wählergemeinschaft Ina Scharrenbach, Ministerin für Bauen und Kommunales, sowie die Landtagsabgeordnete des Kreises Unna und Landrat Mario Löhr auf, die Flutopfer in Fröndenberg ebenfalls zu bedenken.

»Unserer Ansicht nach verbietet es sich in diesem konkreten Fall, die

Billigkeitsleistungen regional und nur auf das genannte Datum zu beschränken.«

Lars Köhle, Geschäftsführer FWG-Fraktion

Am 4. Juli habe ein „weiteres, an diesem Tag bundesweit einzigartiges, Starkregenereignis“, den südlichen Kreis Unna, vor allem die Stadt Fröndenberg getroffen.

Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten für Flutopfer

Allein die Kosten für Aufräumarbeiten und Entsorgung des zerstörten Hausrates bedeuteten für die Betroffenen bereits erheblichen finanzielle Aufwendungen. Dabei seien die Schäden an der Bausubstanz und der Neubeschaffung des zum täglichen Leben benötigten Hausrates noch nicht berücksichtigt.

„Manche Familien geraten aufgrund der Kosten bereits jetzt in existentielle Schwierigkeiten“, heißt es wörtlich in dem von Lars Köhle unterzeichneten Offenen Brief. Man fordere daher, die bereits beschlossenen Soforthilfemaßnahmen auch auf die Einwohner des Kreises anzuwenden.

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