„Tränen im Augenwinkel“: Abschied vom Bodelschwingh-Gemeindehaus

dzEv. Kirchengemeinde Dellwig

„Wir feiern fröhlich, aber mit Tränen im Augenwinkel“, beschrieb Pfarrer Jochen Müller die Stimmung. Die Adventsfeier der Senioren war gleichzeitig ein Abschied vom alten Bodelschwingh-Gemeindehaus.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 08.12.2019, 13:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Als das Gebäude 1969 errichtet wurde, war ich noch nicht geboren, aber ich kann mir vorstellen, wie es heute in einigen unserer Gäste aussieht“, zeigte der Geistliche Verständnis für die Gemütslage einiger Besucher. Denn schließlich hatten viele der Dellwiger sogar tatkräftig beim Bau mitgeholfen.

Aber der Realismus holte die Gemeinde ein, rund 500 Quadratmeter mussten bewirtschaftet werden. Ein Saal mit 80 Sitzplätzen, ein weiterer mit 40, waren für die schrumpfende Mitgliederzahl einfach zu groß, der demografische Wandel machte vor Dellwig nicht Halt. Die untere Etage, der Jugendbereich, „moderte“ bereits seit einigen Jahren vor sich hin, wie Müller beschreibt.

Der Kostenrahmen würde gesprengt

Das Haus entsprach nicht mehr den Standards, stellte er klar, eine energetische Sanierung hätte den Kostenrahmen total gesprengt. Auch der Unterhalt würde das komplette Budget schlucken. „Deshalb wurde von Grund auf energetisch saniert – einfach neu gebaut“, erläuterte der Pfarrer schmunzelnd.

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Er dankte allen für die vielen guten Stunden, die sie im Bodelschwingh-Haus verbrachten: „Ich weiß nicht, wie oft die Türen in den 50 Jahre ‚hoch gingen‘. Deshalb singen wir ‚Macht hoch die Tür‘.“

Der Posaunenchor, Leitung Svenja Segtrop, unterstützte die Veranstaltung wie immer musikalisch, ebenso wie der Frauenchor und der Kindergarten „Ruhrpiraten“.

Besuch aus dem Schmallenbach-Haus

Rund 90 Senioren fanden sich an den festlich gedeckten Tafeln ein, um gemeinsam einen fröhlichen Nachmittag zu verbringen. Die Frauenhilfe hatte eingedeckt, die „Waffelstube“ sorgte für Verpflegung. Der Männerdienst unterstützte die gemütlichen Stunden. Zwei Busse aus dem Schmallenbach-Haus in Fröndenberg brachten weitere Gäste. Ab 18 Uhr lud die Jugend zu einer „Kehr-aus-Adventsparty“, um ebenfalls im entsprechenden Rahmen „Tschüss“ zu den Mauern zu sagen.

Nutzung noch etwa drei weitere Monate

„Ganz werden wir diesen Standort noch nicht aufgeben“, verkündete Jochen Müller. „Gas und Wasser sind angeschlossen im neuen Gemeindeheim. Ich muss mich bei den Handwerksbetrieben bedanken, wie toll alles funktioniert hat“, so der Geistliche. „Aber das Außengelände ist noch nicht fertig, deshalb denke ich, wir werden das Bodelschwingh-Gemeindehaus noch etwa drei Monate weiter nutzen.“ Der Pfarrer gewinnt der Situation etwas Positives ab: „Jetzt müssen wir das Geschirr nicht für jede Feier 400 Meter weit transportieren, weil wir demnächst kurze Wege haben.“

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