Erzbistum Paderborn stellt sich Fragen von Hundert Katholiken - aber kein neuer Ortspfarrer

dzWohlgemuth-Rücktritt

Das Erzbistum Paderborn in Person von Personaldezernent Monsignore Andreas Kurte stellte sich am Mittwochabend den Fragen von mehr als Hundert Katholiken in Fröndenberg. Einen neuen Ortspfarrer aber wird es nicht mehr geben.

Fröndenberg

, 14.08.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Gemeindesaal im Pfarrzentrum St. Marien war am Mittwochabend proppevoll: Mehr als Hundert Katholiken aus Fröndenberg und Umgebung, aber auch viele evangelische Christen, wollten hören, was der Personaldezernent des Erzbistums Paderborn zur aktuellen Situation nach dem Rücktritt von Pfarrer Norbert Wohlgemuth zu sagen hat.

kfd St. Marien spricht von „einer sehr guten Diskussion“

Von einer „sehr guten Diskussion“ sprach nach dem zweieinhalbstündigen Treffen Karin Schmidt vom Leitungsteam der kfd St. Marien.

„Monsignore Kurte hat sich allen Fragen gestellt“, sagte Karin Schmidt zu unserer Redaktion. Die aktuell drängendste Frage konnte der Personaldezernent nicht zur Zufriedenheit der Gemeinde beantworten: Einen neuen Ortspfarrer als direkten Nachfolger von Norbert Wohlgemuth wird es offenbar wegen des Priestermangels nicht geben. „Er hat keine“, so Karin Schmidt.

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Wie es um die künftige Situation in den Pfarreien bestellt ist, zeigt auch eine Äußerung von Andreas Kurte in einem Interview, das er mit dem Medienteam des Erzbistums geführt hat: „In den Pastoralen Räumen des Erzbistums benötigen wir nur noch 87 Pfarrer. Selbst für diese Räume werden wir auf Dauer nicht mehr genügend Leiter haben.“

Benjamin Krysmann, Pressesprecher des Erzbistums, sagte nach dem Termin in Fröndenberg, dass das Treffen nur „ein erster Aufschlag“ gewesen sei. Es müsse weitere Gespräche geben.

Man sehe in Paderborn klar, „was für eine Dynamik es gibt, dass sich Menschen vernetzen und eine immer stärker werdende Gruppe bilden“.

Besonders wichtig war der kfd am Mittwochabend, die künftige Rolle der Frauen in der Seelsorge auch gegenüber dem Personaldezernenten anzusprechen. Hier wurde von der Frauengemeinschaft aus Fröndenberg als Vorbild das Bistum Osnabrück unter Bischof Franz-Josef Bode genannt, der unter anderem auf Juist eine weibliche Pfarrbeauftragte in einer Gemeinde eingesetzt hat.

Ähnliches wünsche man sich auch im Erzbistum Paderborn. „Da werden wir nachhaken“, kündigte Karin Schmidt an, „das haben sie aber eigentlich auch begrüßt.“

Neben Andreas Kurte war auch Thomas Wendland nach Fröndenberg gekommen. Der Leiter des Beschwerde- und Konfliktmanagements im Erzbistum will mit der Fröndenberger kfd in Kontakt bleiben.

„Das ist ein Erfolg für uns“, zeigte sich Karin Schmidt mit dem seit dem Rücktritt Wohlgemuths Erreichten zufrieden.

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