Vom Dreck-weg-Tag zur Clean-Up-Szene: Erstes Ruhr-Clean-Up läuft auch in Fröndenberg

dzUmwelt- und Naturschutz

Über die Flüsse gelangt Müll in die Meere. Das Team Ruhr-Clean-Up um den Mülheimer Ingo Lentz stemmt sich dagegen – und ruft alle Kommunen entlang der Ruhr zum Aufräumen auf.

Fröndenberg

, 23.08.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem sich in den vergangenen zwei Jahren dutzende Kommunen am Rhine-Clean-Up beteiligten, soll es dieses Jahr erstmals einen Ruhr-Clean-Up geben. Rund 20 Aufräumaktionen entlang der Ruhr, zwei davon in Fröndenberg, sind bereits angemeldet.

Tausende von Freiwilligen sollen an diesem Tag das Ufer der Ruhr sauber machen – und zwar von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein. Das verspricht sich das Team Ruhr-Clean-Up von der Aktion. Es lädt Bürgermeister, lokale Gruppen der Umweltverbände, Vereine, Unternehmen und überhaupt alle ein, die sich für eine saubere Umwelt engagieren wollen, sich an der Aktion zu beteiligen.

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Initiator des Clean-Ups ist der Mülheimer Ingo Lentz, der inzwischen ein kleines Team von Gleichgesinnten um sich gescharrt hat. Lentz war regelmäßig an der Organisation des Dreck-weg-Tags in Düsseldorf beteiligt, bis sich ein junger Mann aus Belgien bei ihm gemeldet hatte – mit der Idee, ein Clean-Up entlang des Rheins zu organisieren.

Aufräumen mit Event-Charakter

Der Mann kam aus der sogenannten Clean-Up-Szene, erklärt Ingo Lentz. Diese Bewegung verleiht dem Aufräumen Event-Charakter und würde das Ganze auch „etwas sportlich“ sehen, erklärt der Mülheimer. So bekommen die Themen Nachhaltigkeit und Umweltverschmutzung durch Müll nicht zuletzt auch einen größeren Stellenwert in den Medien.

Müll an der Ruhr ist in Fröndenberg keine Seltenheit. Das zeigt zum Beispiel der junge Fröndenberger Lando Wiechers mit solchen Bildern auf seinem Instagram-Profil.

Müll an der Ruhr ist in Fröndenberg keine Seltenheit. Das zeigt zum Beispiel der junge Fröndenberger Lando Wiechers mit solchen Bildern auf seinem Instagram-Profil. © Lando Wiechers

Während sich die jungen Leute wesentlich über das Internet vernetzen, nutzte Ingo Lentz, der aus dem Messebereich kommt, zusätzlich seine guten Kontakte zu Zeitungsredaktionen, um die Idee Publik zu machen. Das selbst erklärte Ziel für 2018 lautete: Drei Länder, zehn Clean-Ups. Tatsächlich beteiligten sich schon im ersten Jahr 58 Kommunen entlang des Rheins. Für dieses Jahr sind bereits 150 Gruppen registriert, die das Rheinufer von Unrat befreien möchten. Auch Ruhr und Mosel, die in den Rhein münden, mit einzubinden, ist dieses Jahr Ziel des Teams.

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Im Prinzip kann jeder in einer Stadt an der Ruhr eine Aufräumaktion organisieren, ist dann allerdings auch für die Koordination zuständig. Wer einfach nur mit anpacken möchte, kann sich für eine bereits registrierte Aktion in seine Nähe anmelden. Welche Gruppen in der nähe beim Ruhr-Clean-Up mitmachen sowie weiteres Wissenswertes erfahren Interessierte auf der Internetseite zur Aktion unter www.ruhrcleanup.org/de.

Zwei Aktionen in Fröndenberg

  • Für Fröndenberg hat zum einen der Ozeankind e.V. Dortmund/Unna ein Clean-Up angemeldet. Treffen ist um 14 Uhr an der Wernher-von-Braun-Straße 8. Aufgeräumt wird rund um die Kiebitzwiese.
  • Die SPD organisiert ebenfalls eine Aufräumaktion am 12. September. Sie startet um 10 Uhr am Kettenschmiedemuseum im Himmelmannpark.

Hintergrund der Clean-Ups an Rhein und Ruhr ist die Verschmutzung der Meere. „Jährlich landen Unmengen von Müll in den Weltmeeren. Millionen von Tonnen Plastik belasten die Natur. Ein Großteil des Mülls gelangt über die Flüsse in die Meere – vorwiegend in Asien, aber auch in Europa“, machen die Clean-Up-Initiatoren auf die Problematik aufmerksam.

Ziel sei es, nicht nur aktiv sauber zu machen, sondern auch „ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Müll nicht achtlos weggeworfen oder besser noch von vornherein vermieden wird“.

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