Erster Wochenmarkt auf dem Bruayplatz ist verregnet, aber gemütlich

dzFröndenberger Wochenmarkt

Weil die Stadtwerke beginnen, am Marktplatz zu arbeiten, ist der Wochenmarkt nun umgezogen. Das Fazit des ersten Markttages in Winschotener Straße und auf dem Bruayplatz fällt gar nicht schlecht aus.

Fröndenberg

, 14.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gegen 12.30 Uhr fährt das Kehrfahrzeug, das sonst die Überreste des Wochenmarktes wegputzt, über den Marktplatz und sucht sich seinen Weg vorbei an den ersten Baufahrzeugen, die von der bevorstehenden Baustelle der Stadtwerke künden. Bei der Herrenrunde hinter den großen Scheiben des Café Melange sorgt das für Gelächter. Ob der Mitarbeiter der Kommunal-Service Wickede Fröndenberg noch nicht mitbekommen hat, dass der Markt umgezogen ist?

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Die meisten Fröndenberger – so wie der Stammtisch im Café Melange – haben es. Und den neuen Standort finden sie ganz gemütlich. Weil die Stände hier enger stehen, alles etwas kompakter wirkt. Das kann auch Blumenhändlerin Silke Menzen bestätigen: „Die Händler sind noch skeptisch, aber die Menschen finden es am Bruayplatz sogar schöner.“ Sie ist gespannt, wie der Marktplatz aussieht, wenn die Händler wieder zurückziehen.

Attraktives Angebot für eine kleine Kommune

Silke Menzen verkauft Deko und Blumen. „Ich bin hier zufrieden“, sagt sie über den neuen Standort und ihren Stellplatz. Welcher Händler auf dem beengten Raum wo steht sei im Vorfeld lange zusammen mit den Marktbeschickern besprochen worden, erklärt Matthias Weischer. Dabei galt es auch die Rettungswege zu beachten. Der Mitarbeiter der Stadtverwaltung freut sich darüber, dass Fröndenberg mit Brot, Wurst, Käse, zwei Fischständen, Textilien und regionalem Gemüse sowie einigen warmen Speisen doch ein relativ attraktives Angebot für eine kleine Kommune habe.

Erster Wochenmarkt auf dem Bruayplatz ist verregnet, aber gemütlich

Rieke Marquardt und Veronika Lebek mögen den kleinen Fröndenberger Wochenmarkt. Ihr Umsatz hat sich in den vergangenen Jahren allerdings halbiert. © Hornung

Fischverkäuferin Stefanie Schäper ist wie alle anderen Händler mit an den neuen Standort gezogen. Nach dem ersten Markttag am Bruayplatz könne sie noch nicht viel sagen. Denn das Wetter war am Donnerstagvormittag schlecht.

Bei Dauerregen und Temperaturen um die fünf Grad wird der ein oder andere Fröndenberger wohl auf Frisches vom Markt verzichtet haben. Doch für einen Schlechtwettertag, da waren sich die Händler wiederum einig, sei es gar nicht schlecht gelaufen.

Es kommen ohnehin weniger Kunden

Auch Oliver Wulf aus Menden ist zuversichtlich: „Wir schauen uns das so drei bis vier Mal an“, sagt der Händler, der auf dem Wochenmarkt seit 2003 Käse verkauft. Im Übergangsstandort sieht er kein Problem. Über die Jahre sei die Kundschaft ohnehin weniger geworden. In den großen Städten laufe es besser, beobachtet er.

Ähnliche Beobachtungen machen auch Rieke Marquardt und Veronika Lebek, die auf dem Wochenmark Obst und Gemüse verkaufen. Immerhin haben sie noch ihre Stammkunden. Doch die altern langsam. Einige leben schon im Haus Hubertia – und gerade diese älteren Kunden hätten sie auf dem Bruayplatz vermisst. Was an den längeren Wegen liegen könnte, vermuten die Händlerinnen.

Erster Wochenmarkt auf dem Bruayplatz ist verregnet, aber gemütlich

Nicht nur der Bruayplatz, auch ein Teil der Winschotener Straße wird für den Wochenmarkt genutzt. © Hornung

Unterm Strich punktet der neue Standort bei Händlern und Kunden durch die Dichte der Stände. Alles sei nicht mehr so weit auseinandergezogen, wie auf dem Marktplatz zuletzt der Fall. Dort war etwa der Brotstand von Jens Klein sogar durch die Querung von den anderen Ständen räumlich getrennt. Matthias Weischer ist mit dem ersten Tag zufrieden. Einige Händler hätten ihm sogar von neuen Kunden berichtet, die zuvor noch nicht auf dem Wochenmarkt gesichtet wurden.

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In der kommenden Woche soll ein Banner in der Nähe von Aldi zusätzlich auf den Markt hinweisen. Das könnte noch einmal Neukunden bescheren – und denjenigen helfen, die den neuen Standort dann immer noch suchen. Die Werbung sollte eigentlich schon in dieser Woche aufgehängt werden. Doch unter anderem wollte die Stadt den Sturm abwarten. „Wir haben ja alle einen Mund zum Fragen“, sagt Silke Menzen, die sich kaum vorstellen kann, dass Fröndenberger den Markt aus diesem Grund nicht gefunden haben.

Im Herbst ziehen die Händler wieder zurück

Zur Kirmes im September soll der alte Marktplatz umgebaut sein. Dann heißt es wieder Abschied nehmen von der Übergangslösung. Bis dahin werde die Stadt den Markt im Auge behalten, möglicherweise noch nachjustieren, wenn etwas am Bruayplatz nicht so gut läuft, verspricht Weischer.

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