Erster Mietspiegel seit vier Jahren: Wohnen könnte in Fröndenberg teurer werden

dzSeit 2014 überholt

Im kommenden Jahr soll der Kreis Unna für Fröndenberg einen Mietspiegel erstellen. Das Werk besagt, welcher Mietzins ortsüblich ist. Wohnungsmieten könnten künftig angehoben werden.

Fröndenberg

, 12.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) fordert die Kommunen auf, bei Bedarf Mietspiegel als Übersicht der ortsüblichen Vergleichsmieten zu erstellen. Die Stadt Fröndenberg verfügt aber seit September 2014 über keinen Mietspiegel mehr. Auch andere Städte und Gemeinden im Kreis Unna weisen den aktuellen Stand der Vergleichsmieten nicht mehr aus. Zuletzt war ein solches Zahlenwerk 2013 vom Haus- und Grundeigentümerverband Unna in Zusammenarbeit mit dem Mieterverein Kreis Unna erstellt worden. Im BGB handelt es sich um eine Sollvorschrift, keine verbindliche Verpflichtung. Dies sei wohl der Grund für die Untätigkeit der Kommunen gewesen, vermutet Martina Kramps. „Das Geld dafür wurde nicht in die Hand genommen, weil die Notwendigkeit nicht gesehen wurde“, sagt die Geschäftsführerin von Haus und Grund im Gespräch mit unserer Zeitung.

Belastbarer Beleg – sowohl für Vermieter als auch für Mieter

Ihr Verband vertrete die „kleinen privaten Vermieter“, daher warte man dringend auf einen aktuellen Mietspiegel. Denn: Mit dem Mietspiegel hätten Vermieter wie auch Mieter einen belastbaren Beleg dafür, um welchen Satz der Mietzins für eine Wohnung erhöht werden darf. „Das kann man in einem laufenden Mietverhältnis nicht einfach so machen“, so Kramps. Der Anspruch der Vermieter darauf sei auch gut begründbar: Die reine Instandhaltung der Wohnsubstanz sei immer Sache der Vermieter, die dafür selbst Geld in die Hand nehmen müssten und nicht auf ihre Mieter umlegen könnten. Wenn also zum Beispiel das Dach undicht ist oder es durch Fensterrahmen zieht, muss der Vermieter Abhilfe schaffen – komplett aus seiner eigenen Kasse. Anders sei es bei Modernisierungen, wenn also das Dach etwa nach neuen Standards isoliert werde. Dann können Kosten anteilig auch auf die Mieten umgelegt werden. Bestehe aber kein aktueller Mietspiegel, der die ortsübliche Miete ausweist, blieben Vermieter mitunter über Jahre auf Kosten der Sanierung sitzen, während der Mietzins immer gleich hoch bleiben müsse. Werde die aktuelle Preisentwicklung auf dem Mietmarkt aber gespiegelt, dürften Vermieter in diesem Rahmen auch den Mietzins erhöhen. „Am Ende ist es ein Nullsummenspiel für die Vermieter“, findet Martina Kramps.

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Auch für die andere Vertragsseite sei der Mietspiegel wichtig. „Der Mieter hat eine gewisse Sicherheit“, betont Martina Kramps. Denn schließlich dürften – bei vorliegendem Mietspiegel – Vermieter innerhalb von drei Jahren den Mietzins maximal insgesamt um 20 Prozent erhöhen. Kramps räumt ein, dass Mieter sich nur selten auf die Vergleichszahlen im Mietspiegel beriefen. „Es wird oft mehr bezahlt, einfach um die Wohnung zu bekommen.“

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