Ärger und Unverständnis: Ersatzpflanzungen vom Bonekamp stehen mitten auf dem Feldweg

dzUmwelt

Die Ersatzpflanzungen auf einem Feldweg an der Von-Steinen-Straße sorgen in Frömern für Trubel. Die einen ärgern sich, die anderen sind erleichtert, eine gute Lösung gefunden zu haben.

Fröndenberg

, 26.03.2020, 15:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man muss schon zweimal hinschauen, um die Spuren der Traktorenreifen auf dem Boden zu entdecken. Überbleibsel eines alten Feldweges, einst oft genutzt, nun jedoch zunehmend in Vergessenheit geraten.

Bald dürfte er nicht mehr als solcher zu erkennen sein, denn die Stadt Fröndenberg hat hier nun Ersatzpflanzungen vorgenommen und die jungen Bäume mitten auf den Weg gepflanzt.

Genutzt werden kann der Feldweg von den Traktoren also nicht mehr. Das Gras wird bald auch die letzten Spuren der einstigen Nutzung verwischen.

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Auch Spaziergänger und Fahrradfahrer sind nun gezwungen, die Bäume auf dem alten Feldweg zu umrunden. Eine Tatsache, die eine Anwohnerin des Bonekampes ärgert. „Meine Familie kümmert sich gemeinsam mit den Bauern seit Jahren um den alten Feldweg und pflegt ihn“, sagt sie.

Laut ihr wird der Weg von Bauern und Spaziergängern viel genutzt. Dass die Stadt die Bäume nun mitten auf den Weg und nicht nur an den Rand gepflanzt hat, erschließt sich ihr nicht.

Vom Feld direkt auf die Hauptstraße

„Die Bauern können da nicht mehr drauffahren. Die müssen jetzt vom Feld direkt auf die Hauptstraße. Das ist gefährlich. Und sie bringen dabei den ganzen Dreck mit, den sie sonst auf dem Feldweg gelassen hätten.“ Auch dem Feldweg würden diese Pflanzungen schaden. „Das wird verwildern und verwuchern“, prophezeit sie. „Die Stadt hat sich da vorher schon nicht drum gekümmert.“

Bei der Stadt stößt sie mit ihrem Ärger auf Unverständnis. „Der Grünweg wird von den Bauern nicht benötigt“, so Martin Kramme, Bauamtsleiter der Stadt Fröndenberg. „Der dient einzig den Fußgängern.“ Und die hätten laut Kramme auf jeder Seite rund drei Meter Platz, um die Bäume zu umrunden. „Da passt sogar ein Auto her.“

Pflanzungen in Absprache mit Landwirten

Die Ersatzpflanzungen habe man in Abstimmung mit den Nachbarn an diesem Ort getätigt, so Kramme. „Es wurden alle Eigentümer und Pächter mit ins Boot gezogen.“ Auch die Bauern. „Das wurde alles miteinander besprochen, wo man am sinnvollsten pflanzen könnte.“

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Natürlich sei bei der Abstimmung auch viel diskutiert worden, am Ende habe man sich aber auf die Pflanzungen auf dem alten Feldweg geeinigt. „Da ist mit den angrenzenden Landwirten abgestimmt.“

Die Ersatzpflanzungen waren übrigens notwendig, nachdem einige Bäume im Bonekamp Anzeichen von Spitzendürre zeigten. Laut Kramme hätten die anhaltenden Hitzeperioden die Bäume so krank werden lassen, dass sie gefällt werden mussten.

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