Förderverein Kulturzentrum: Nutzungsvertrag mit der Stadt wird neu ausgehandelt

dzGewinner des Fröndenberger Heimatpreises

Wie das Ehrenamt für Kultur- und Kettenschmiede Fluch und Segen zugleich ist, erklärt der Geschäftsführer der Rohrmeisterei Schwerte, Tobias Bäcker.

Fröndenberg

, 09.12.2019, 14:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erfolge nach außen, Belastung nach innen: Das Kettenschmiedemuseum erhielt jüngst den Titel Westfälisches Kettenschmiedemuseum, die Hochzeiten am Feuer sind genauso beliebt wie das Programm in der Kulturschmiede und jetzt hat der Förderverein Kulturzentrum gemeinsam mit dem Heimatverein den Heimatpreis einheimsen können. Doch mit dem Erfolg wird die Belastung für die Mitglieder immer größer – und die Aktiven werden nicht jünger.

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Diesen Ist-Zustand hat ein Experte dem Förderverein vor einem Jahr attestiert. Nach zwölf Jahren ließen sich die Vereinsmitglieder nämlich noch einmal vom Management „Initiative ergreifen – Bürger machen Stadt“ begleiten und beraten. Die GmbH arbeitet im Auftrag des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (MHKBG) des Landes NRW. Vor zwölf Jahren wurde der Verein mit einem große Betrag unterstützt. Jetzt hat das Land sozusagen seine Investition überprüft.

In welcher Form sollte die Stadt das Kulturzentrum unterstützen?

Tobias Bäcker, Geschäftsführer der Rohrmeisterei Schwerte, ist jetzt für die Beratung der Fröndenberger Ehrenamtlichen zuständig und hat seine Ergebnisse nun der Politik vorgestellt. Eine Frage, die auch vonseiten der Politik immer wieder eingebracht wurde, war die ob und in welcher Form die Stadtverwaltung den Förderverein Kulturzentrum besser unterstützen kann oder muss.

Förderverein Kulturzentrum: Nutzungsvertrag mit der Stadt wird neu ausgehandelt

Norbert Muczka zeigt, wie Fröndenberger den Förderverein Kulturzentrum unterstützen können. Etwa mit einer Stein- oder Stuhlpatenschaft. © Hornung

Dank des enormen ehrenamtlichen Aufwands seien die 2007 mit der Städtebauförderung für das Kulturzentrum verbundenen Zielsetzungen mehr als erreicht worden. Die Kulturschmiede sei ein auf Landesebene beispielhaftes Projekt, wie bürgerschaftliches Engagement zu einer Erweiterung des kulturellen Angebots, zu Impulsen für die Stadtentwicklung und zur Übernahme von Verantwortung für den Betrieb einer Einrichtung durch einen stabilen Projektträger erfolgen kann, so Bäcker.

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Im Jahr 2018 habe sich für den Experten dann gezeigt, dass gerade dieser Erfolg für das Ehrenamtliche Engagement zur Herausforderung wurde. Daher haben die Aktiven des Fördervereins und „Initiative ergreifen“ gemeinsam Akteure, Arbeitsabläufe, Wirtschaftlichkeit sowie das inhaltliche Profil des Vereins angeschaut – um Maßnahmen für die Zukunft zu erarbeiten.

Verein sollte sich auf den bestehenden Betrieb konzentrieren

Daraus ging hervor, dass sich der Verein auf den bestehenden Museums- und Kulturbetrieb konzentrieren sollte. Dieser sollte durch einzelne räumliche und bauliche Änderungen unterstützt und schrittweise ergänzt werden. Das, was die Machbarkeitsstudie für den Verein vorsah, war wohl drei Nummern zu groß, sagt Norbert Muczka vom Förderverein Kulturzentrum. Dennoch brauche der Gebäudekomplex Kleinigkeiten wie neue Toiletten, Büro und einen attraktiveren Eingangsbereich.

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Förderverein Kulturzentrum: Nutzungsvertrag mit der Stadt wird neu ausgehandelt

Jochen Hänel ist Vorsitzender des Fördervereins Kulturzentrum und hat für den Verein die Bewerbung um den Heimatpreis organisiert. © Jana Peuckert

Der Heimatpreis

  • Experte Tobias Bäcker hat dem Förderverein Kulturzentrum bescheinigt, dass zu den wesentlichen Herausforderungen für die Zukunft das Angebot für junge Leute gehört.
  • Denn der Kulturbetrieb kann nur aufrecht erhalten werden, wenn man irgendwann auf nachfolgende Generationen zählen kann.
  • In diese Richtung weisen auch die Ideen, mit denen sich der Förderverein Kulturzentrum, gemeinsam mit dem Heimatverein für den Heimatpreis beworben hat.
  • Es sei erschreckend, wie wenig junge Leute aus Fröndenberg etwa über die Industriegeschichte der Stadt wissen, sagt Jochen Hänel, Vorsitzender des Fördervereins Kulturzentrum. Das soll sich nun ändern, indem die Vereine für Veranstaltungsformate kooperieren, bei denen Kindern und Jugendlichen altersgerecht Stadtgeschichte näher gebracht wird.
Der Vereine erziele betrieblich konstant eine schwarze Null, indem für den Kulturbetrieb nötige Mittel durch wirtschaftliche Formate wie die Hochzeiten und Vermietungen aufgebracht werden. Dies verdient aus Sicht von Tobias Bäcker hohen Respekt; es sollten aber auch kommunale Mittel für den Betrieb aktiviert werden, so der Experte. Im Januar tritt der Förderverein Kulturzentrum in Verhandlungen mit der Stadt. Die Ehrenamtlichen haben den Nutzungsvertrag über die Kulturschmiede mit der Stadt gekündigt, damit die Vertragsbedingungen im Januar ganz neu ausgehandelt werden können.

Bäcker plädiert außerdem dafür, dass der Standort in den Ruhrauen in den kommenden Jahren weiter entwickelt wird. Sowohl unter städtebaulichen als auch unter touristischen Gesichtspunkten. In Zusammenarbeit des Fördervereins Kulturzentrum mit der Stadtverwaltung.

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