Enkeltrick in Fröndenberg: Senioren auf offener Straße um fünfstellige Geldsumme gebracht

dzKriminalität

Die Dreistigkeit dieses Enkeltricks in Fröndenberg macht sprachlos: Praktisch auf der Straße luchste eine Frau einem älteren Mann aus Ardey am helllichten Tag eine fünfstellige Geldsumme ab.

18.11.2020, 15:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Großeltern aus Fröndenberg-Ardey glaubten, ihrer Enkelin zu helfen, wurden aber von Betrügern schamlos hintergangen. Die Polizei hat nun erstmals eine Täterbeschreibung, die Hoffnung gibt.

Am vergangenen Montag, 16. November, meldete sich zunächst zwischen 13.30 und 14 Uhr telefonisch die vermeintliche Enkelin eines älteren Ehepaares. Sie gab nach weiteren Polizeiangaben eine finanzielle Notlage im Zusammenhang mit dem Ankauf einer Wohnung vor.

Geldübergabe am Bahnübergang Westfeld

Die Großeltern telefonierten abwechselnd mit ihrer „Enkelin“ und versprachen ihr Hilfe. Im Anschluss hoben die älteren Herrschaften einen vierstelligen Bargeld von ihrem Bankkonto ab.

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Zur Sache

Hinweise von Zeugen erbeten

  • Wer hat am Montag, 16. November, gegen 16 Uhr oder auch gegen 17.30 Uhr bis 18 Uhr im Bereich Westfeld zwischen den Bahnübergang Talstraße und der Dorfstraße verdächtige Beobachtungen gemacht?
  • Opfer und Täterin waren noch gemeinsam auf der Straße Westfeld bis in Höhe Hausnummer 2, wo sich ein Stromkasten befindet, gegangen. Von hier entfernte sich die Frau mit der Beute zu Fuß über die Dorfstraße in Richtung Ardeyer Straße.
  • Hinweise werden erbeten an die Polizei in Unna unter der Rufnummer (02303) 921 3120 oder 921 0.
  • Präventionstipps zum Thema Enkeltrick könne Sie hier finden: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick/

Danach bedienten sich die Betrügerinnen einer List: Die „Enkelin“ rief erneut an und forderte das Ehepaar auf, das abgehobene Geld zusammen mit dem Bargeld, das sie noch im Haus aufbewahrten, zu übergeben – allerdings nicht ihr selbst.

Sie erwähnte plötzlich die Mitarbeiterin eines Rechtsanwaltes, eine „Frau Weiß“, die die Geldsumme gegen 16 Uhr am Bahnübergang Westfeld, Einmündung Talstraße, entgegennehmen werde.

Ehepaar verbal massiv unter Druck gesetzt

Der besorgte Senior traf tatsächlich am Bahnübergang auf die angekündigte Person. Laut Polizei war der Mann aber zwischenzeitlich misstrauisch geworden und ließ sich per Handy wieder mit der „Enkelin“ verbinden.

Die spielte ihre Rolle sofort weiter und bat ihn, dass Geld an „Frau Weiß“ zu übergeben. Das tat der Ardeyer aber zunächst nicht und ging wieder nach Hause. Die vermeintliche Enkeltochter ließ aber nicht locker und setzte das ältere Ehepaar bei einem weiteren Telefonanruf „unter massiven, verbalen Druck“, wie die Kreispolizeibehörde schildert.

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Täterin nur 1,60 Meter groß mit Bobschnitt

Am frühen Abend, zwischen 17.30 und 18 Uhr, ließ sich der Mann auf ein zweites Treffen am Bahnübergang ein, wo wieder die unbekannte Frau auf ihn wartete. Nach einigem Zögern und einem weiteren Handytelefonat mit der Enkelin übergab er schließlich das Geld an die Unbekannte.

Man erhalte bald täglich Anzeigen wegen solcher Enkeltricks, bestätigte Polizeisprecherin Vera Howanietz. Allerdings hatte man bisher nie eine Täterbeschreibung, weil es nicht zu persönlichen Geldübergaben gekommen war.

Die Täterin soll etwa 40 Jahre alt und ungefähr 1,60 Meter groß gewesen sein. Sie sei schlank gewesen, habe dunkle Haare (Bobschnitt) gehabt und war mit einer langen Hose und einem dunklen Mantel bekleidet. Sie habe keine Maske getragen und mit einem unbekannten, ausländischen Akzent gesprochen.

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