Tiere können wahre Herzensöffner sein. Das macht sich Giesela Rüther zunutze. Wenn sie mit Emilio Demenzkranke besucht, bewirkt der Sheltie kleine Wunder bei den Senioren. So auch am Samstag.

von Lara Joy Rosenstein

Fröndenberg

, 19.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Gedächtnistraining einmal anders: Der Vierbeiner Emilio motiviert die Bewohner der Villa Mauritius zu Denkspielen und Konzentrationsaufgaben. Beim Sommerfest kamen die Besucher aus dem Staunen nicht mehr heraus. Denn der Hund bewirkte vor allem bei an Demenz Erkrankten Wunder.

Giesela Rüther ist das Frauchen des Vierbeiners. Sie ist die Gründerin von „Pfiffig mit Pfoten“, einem innovativen Weg, Senioren und besonders an Demenz Erkrankte geistig fit zu halten. Mit ihrem Sheltie Emilio besucht sie immer wieder ältere Menschen, die vor allem in Wohngemeinschaften oder Altenheimen leben.

Erstaunliche Wirkung

„Tiere haben eine erstaunliche Wirkung auf Personen, die an Demenz leiden“, erklärte Rüther. „Mit den Tieren sind oft emotionale Erinnerungen verbunden. Durch den direkten Kontakt gelangen diese wieder in das Bewusstsein der Menschen.“

Auch in der Villa Mauritius war die Freude über den Besuch des Tieres groß. Die anfängliche Angst und Zurückhaltung der Bewohner wichen in kurzer Zeit einer ausgelassenen und fröhlichen Stimmung. „Bei dem Kontakt mit dem Hund wird bei den Demenzerkrankten ein Wohlfühlhormon ausgeschüttet. Es löst das gleiche Glücksgefühl aus, was Babys beim Stillen empfinden“, fügte Rüther hinzu. Laut mehrerer Studien lindert der Umgang mit Hunden den Stress und vor allem nimmt es den Menschen die Angst.

Emilio bewirkt kleine Wunder bei Demenzkranken

Die Senioren freuten sich über den Besuch des „tierischen Therapeuten“.

Berührungsängste gab es auch beim Sommerfest nicht. Sowohl Emilio als auch die Bewohner fühlten sich in der Runde sofort wohl. Dieses Gefühl von Geborgenheit und Zuwendung dient als Grundlage für die Idee von „Pfiffig mit Pfoten“. Denn plötzlich reagieren an Demenz Erkrankte oft aufgeschlossener und zeigen sich motivierter am Gedächtnistraining teilzunehmen. „Die Motivation ist das wichtigste bei solchen Denkspielen. Anstelle des traditionellen Bingo-Spielens, übernimmt Emilio heute die Aufgabe, die Bewohner geistig zu fördern. Ihm gelingt es immer wieder, ihre Begeisterung zu entflammen“, so Rüther.

Lernen fällt leichter

Sie versteckte beim Sommerfest zum Beispiel Buchstaben aus Schaumstoff, die Emilio kurze Zeit später zu den Bewohnern brachte. Mit den Buchstaben sollten die Senioren dann Wörter legen oder andere Fragen beantworten. Der Buchstabe allein reichte, um für einen Gesprächsanlass zu sorgen. Vom Kegeln bis zum Würfeln: Emilio und sein Frauchen hatten ein buntes Programm auf Lager. Die Kombination aus Faszination und Konzentration überzeugte ihr Publikum.

Mit Tricks und kleinen Kunststücken lockte der Hund immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Er nahm Hürden mit einer Leichtigkeit oder sprang seiner Besitzerin durch die Arme. Momentan lehrt Giesela Rüther den zwei Jahre alten Hund, auf ihren Arm zu springen. Die Bewohner durften den aufgeweckten Vierbeiner als Belohnung auch selbst mit Käse und anderen Leckereien verwöhnen. Das Streicheln blieb natürlich auch nicht aus. „Pfiffig mit Pfoten“ hilft nicht nur Demenzkranken, sondern auch lernbehinderten Kindern. Emilio sorgt im Nu für eine vertraute und geborgene Atmosphäre, in der das Lernen viel leichter fällt.

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