Einmal ins Seniorenheim und zurück: „Weihnachten bin ich wieder zuhause“

dzHaus Hubertia

Seit dem Mai im Haus Hubertia, von Operationen ins Bett gezwungen, nun führt der Weg vor Weihnachten wieder ins eigene Haus. Gerlinde Hapke hat hart für ihr „Comeback“ gearbeitet.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 23.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur Therapeutin Kira Solomon ist stolz auf ihre Patientin, alle zuständigen Mitarbeiterinnen in der „Zweigstelle“ des Fröndenberger Schmallenbach-Hauses staunen über den starken Willen der 83-Jährigen. „Jeden Schritt musste sie wieder lernen, auch schon mal Rückschläge verkraften, aber sie hat nie nachgelassen“, beschreibt die Expertin aus der Praxis für Ergo- und Physiotherapie Stefanie Herbst den Willen der Dame. Und ruft ihr gleich zu: „Kleinen Moment, ich bin sofort für sie da.“ Denn Gerlinde Hapke nutzt noch schnell die Gelegenheit, auf dem Flur vor Zimmer 742 mit ihrem Rollator zu üben.

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„Ich hatte mir nie träumen lassen, in einem Altenheim zu landen, ich war doch noch so mobil“, kam der Schicksalsschlag in dieser Form absolut unerwartet. „Der Bandscheibenvorfall kam plötzlich im Frühling dieses Jahres“, schaut die Hohenheiderin zurück. „Schnell musste ich in Menden operiert werden.“

Vier weitere Eingriffe an der gleiches Stelle

Aber in der Hönnestadt konnte das gesundheitliche Problem nicht behoben werden und so ging es nach Wuppertal in die Uniklinik: „Dort folgten weitere vier Eingriffe, immer an der gleichen Stelle.“ Das Ergebnis war nicht berauschend, zusätzlich bekam sie einen Keim. Gerlinde lag sogar zwischenzeitlich im Koma

Nun war kein Laufen mehr möglich, das Bett wurde ihre Heimat. Alles war schwierig, die Belastungen enorm. „Ich habe so viel vergessen von dieser Zeit, alles rauschte nur so an mir vorbei“, waren nicht nur körperliche Schmerzen die Nachwirkungen. „Die Ärzte bestätigen, dass ich ohne meine gute Konstitution wahrscheinlich nicht überlebt hätte.“ Zu allem Kummer mahnte die Krankenkasse auch noch, dass die Zeit im Hospital abgelaufen sei.

Nur beim Haus Hubertia gab es eine positive Rückmeldung

Glücklicherweise stand ihr der neun Jahre jüngere Bruder Günter zur Seite. „Er hat sich gekümmert, viele Altenheime kontaktiert, doch damals waren die Aussichten schlecht und überall wurde abgelehnt“, zuckt die Seniorin die Schultern. „Aber dass das Haus Hubertia eine positive Antwort gab, war der größte Glücksfall für mich, der mir passieren konnte.“ Hier bekam sie die beste Unterstützung, die möglich war: „Es ist wie in einem Fünf-Sterne-Hotel, jeder hat sich um mich gekümmert.“

Einmal ins Seniorenheim und zurück: „Weihnachten bin ich wieder zuhause“

Vom Mai bis kurz vor Weinachten wurde Gerlinde Hapke im Haus Hubertia gut versorgt.

Bereits im Juli saß die gelernte Verkäuferin wieder im Rollstuhl: „An meinem Geburtstag konnte ich zwar noch nicht wieder laufen, aber zumindest sitzen. Das war ein tolles Glücksgefühl.“

Zurück in den eigenen vier Wänden ist herrlich

Nun freut sie sich auf das Geschenk, wieder selbstständig leben zu können, soweit es die Möglichkeiten zulassen. Natürlich wird der Pflegedienst sie unterstützen, aber „zurück in die eigenen vier Wände, das ist herrlich“. Zwar reicht die Beweglichkeit bisher nur für ebene Wege, aber selbst daran war vor sechs, sieben Monaten nicht zu denken. Großartige Pläne schmiedet Gerlinde noch nicht, aber ihren Bruder, der direkt nebenan wohnt, wird sie nun häufiger sehen.

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Helga Vellmer, Leiterin der „Sozialen Dienste“ im Schmallenbach-Haus, ist stolz darauf, dass es Gerlinde Hapke wieder geschafft hat: „Wer den Willen hat, kann viel erreichen. Was diese Bewohnerin geschafft hat, ist vor allem ihrem eisernen Glauben an sich selbst zu verdanken. Und wenn wir dann einen kleinen Teil dazu beitragen konnten, ist auch unser ganzes Team sehr glücklich. Wir wünschen ihr von ganzem Herzen frohe Weihnachten und ein besseres Jahr 2020 als es 2019 war.“

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