Keine Illusion mehr: Einkaufen in Fröndenberg und Umgebung mit einer einzigen Karte

dzWerbering

Während die EU-Kommission plant, Centstücke abzuschaffen, könnte Fröndenberg schon bald einen Schritt in Richtung bargeldloser Zahlungsverkehr machen. Der Werbering hat Pläne für ein Scheckkartenformat.

Fröndenberg

, 29.01.2020, 14:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kundinnen und Kunden in Deutschland sollen zwar ein besonders inniges Verhältnis zu Bargeld haben – dennoch will der Werbering Fröndenberg ihnen künftig ein alternatives moderneres Zahlungsmittel anbieten.

Der Fröndenberg-Gutschein ist vor einigen Jahren eingeführt worden und hat sich seither recht gut etabliert. Allerdings ist das Wertpapier auf den Einzelhandel in der Ruhrstadt beschränkt.

Keine Illusion mehr: Einkaufen in Fröndenberg und Umgebung mit einer einzigen Karte

Manuel Nadansky ist Filialleiter der Volksbank in Fröndenberg und Beirat des Fröndenberger Werberings. © Privat

»Die gesamte Region wird dadurch gestärkt.«
Manuel Nadansky, Werbering Fröndenberg

Der Werbering, der auch sich gerade selbst zeitgemäßer und attraktiver aufstellen will, setzt sich in diesem Zuge nun auch für ein modernes bargeldloses Zahlungsmittel ein – das könnte bald in Geschäften in Fröndenberg und vier weiteren Kommunen akzeptiert werden.

Von einem echten „Mammutprojekt“ spricht Manuel Nadansky. Der Werbering, die Fröndenberger Stadtverwaltung sowie die vier weiteren Leader-Kommunen Wickede, Werl, Welver und Ense bereiten derzeit einen gemeinsamen Einkaufsgutschein vor, berichtet das Vorstandsmitglied des Werberings.

„Modern, digital und überregional“ – so soll der Gutschein sein

„Modern, digital und überregional“ – so möchte man den Gutschein künftig bewerben. Innerhalb der Leader-Region „Börde trifft Ruhr“ wird schon seit Längerem intensiv an dem Projekt gearbeitet. Am Ende müssten natürlich viele unterschiedliche Interessen aus den fünf Städten und Gemeinden unter einen Hut gebracht werden – beim Werbering ist die Zuversicht allerdings groß.

Der bekannte Fröndenberg-Gutschein werde keinesfalls abgeschafft, sondern in seinen Funktionen erweitert und nicht mehr in Papierform daherkommen. Eine Scheckkarte mit aufladbarem Chip, die in jedes Portemonnaie passt, soll kommen.

„Die gesamte Region wird dadurch gestärkt“, ist sich Manuel Nadansky sicher.

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Bei Augenoptik-Uhren-Schmuck Wiek ist der Fröndenberg-Gutschein ebenso erhältlich wie bei der Sparkassenfiliale im Stift. Petra Wiek hatte den Service im Januar 2019 von Wolfgang Hüttner übernommen. © Privat

Zur Sache

Gutschein in 40 Geschäften einlösbar

  • Der Fröndenberg-Gutschein ist bei Augenoptik-Uhren-Schmuck Wiek sowie bei der Sparkasse erhältlich. Er eignet sich zum Beispiel auch gut als Geschenk.
  • Der Gutschein wird in beliebiger Höhe bis zu einem Betrag von 50 Euro ausgestellt. In vielen Geschäften kann er auch gestückelt eingelöst werden.
  • In Fröndenberg nehmen aktuell genau 40 Geschäfte, aber auch Apotheken, ein Autohaus oder ein Augenarzt an dem Gutscheinsystem teil; dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Mitglieder des Werberings.

Denn der gemeinsame Gutschein könnte in den fünf grundsätzlich ähnlich strukturierten Kommunen etwas Entscheidendes für den örtlichen Einzelhandel bewirken: die wechselseitige Empfehlung von Fachgeschäften in den Orten.

Mehr Teilnehmer binden auch mehr Kaufkraft

Je mehr Einzelhändler also am Ende mitmachen, sprich die Gutscheinkarte akzeptieren, umso stärker könnte auch die Kaufkraft vor Ort gebunden werden.

Die Einführung der Gutscheinkarte gibt es für die fünf örtlichen Marketingvereine nicht zum Nulltarif, zum Beispiel müssen Lesegeräte angeschafft werden. Daher hofft man auf einen kräftigen Zuschuss aus dem Fördertopf des EU-Regionalprogramms Leader.

Bis es so weit ist, gibt es weiter den bekannten Fröndenberg-Gutschein. Der erlebt übrigens in diesen Tagen traditionell seine Hochzeit. „Im Januar decken sich die Leute damit ein“, weiß Petra Wiek, die den Gutschein ausgibt.

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