Einkäufe und Unterhaltung am Telefon: Tatkräftige Nachbarn trotzen der Pandemie

dzCoronavirus

Nachbarn helfen Nachbarn: Für die Ehrenamtsbörsen in der Stadt gilt dieses Motto schon lange. Die helfende Hand im Alltag wird nun noch weiter ausgestreckt - dem Coronavirus zum Trotz.

Fröndenberg, Ardey

, 18.03.2020, 14:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer als gefährdeter Mensch Warteschlangen im Supermarkt meiden muss oder kranke Familienangehörige daheim keinem unnötigen Ansteckungsrisiko aussetzen will, ist in den Zeiten des Coronavirus bei der Taschengeldbörse Fröndenberg und der Nachbarschaftshilfe Ardey gut aufgehoben.

Birgit Mescher

Birgit Mescher © Marcus Land

„Die Krise bringt das Gute und Schlechte im Menschen hervor.“
Birgit Mescher, Familien- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt

Die Taschengeldbörse Fröndenberg will ihr Hilfsangebot in den nächsten Wochen erweitern. Bisher unterstützen Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren ältere Mitmenschen zum Beispiel bei Gartenarbeiten oder kleineren handwerklichen Tätigkeiten.

Ab sofort kann sich auch jeder Erwachsene, der sich dazu in der Lage fühlt und etwas Zeit hat, einbringen: Bei der Notfallbörse können Einkäufe oder ein Gang in die Apotheke erledigt oder der Hund Gassi geführt werden.

Birgit Mescher rechnet damit, dass dieser Aufruf zur Solidarität gehört wird. „Wir haben eine Kultur des Miteinanders“, weiß die Familien- und Seniorenbeauftragte der Stadt Fröndenberg. Jetzt, da schon erste Supermärkte in Fröndenberg einen voll ausgebuchten Lieferservice melden, seien nicht wenige auf die Hilfe im Privaten regelrecht angewiesen.

Da ist die Ehefrau, die ihren Mann, der gerade eine Nierentransplantation hinter sich hat, natürlich nicht in Gefahr bringen und die Wohnung möglichst selten verlassen will - nur eine von mehreren Anfragen, die es bei der Börse schon gibt.

  • Notfallbörse Fröndenberg: Tel. (01 51) 53 73 43 97, montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr, oder barbara.cichy@gmx.de.

Sybille Fleitmann

Sybille Fleitmann © Lara Rosenstein

„Auch unsere Ehrenamtlichen sollen nicht in ein tiefes Loch fallen.“
Sybille Fleitmann, Förderverein Dorfgemeinschaft Ardey

Die Nachbarschaftshilfe Ardey geht einen ganz ähnlichen Weg: Auch im Stadtteil wird der Einkauf oder das Ausführen des Vierbeiners abgenommen. Sybille Fleitmann betont: Alle registrierten Helfer der Initiative sind namentlich bekannt und „wir wissen, dass das ehrliche Leute sind.“

Einen direkten Kontakt will man unterbinden, indem eine Tasche mit Einkaufsliste und dem nötigen Geld vor die Haustür gestellt werden kann - die Einkäufe könnten ebenso vor die Tür gestellt werden.

Außerdem will man „telefonische Unterhaltung“ anbieten. Wer also allein lebende Menschen kennt, die sich zurzeit einsam fühlen, kann sie der Nachbarschaftshilfe nennen. Sie werden von einer geeigneten Person für ein nettes Gespräch angerufen. Sybille Fleitmann: „Eine Art virtueller Besuch gegen Vereinsamung.“

  • Nachbarschaftshilfe Ardey: Tel. (0152) 01364459 (montags und donnerstags von 10 bis 13 Uhr persönlich besetzt, Anrufbeantworter wird täglich abgehört) oder info@nachbarschaftshilfe-ardey.de.
Zur Sache

Quiz für die WhatsApp-Gruppe

  • Die Ehrenamtlichen der Nachbarschaftshilfe Ardey treffen sich regelmäßig zum Table-Quiz im Dorfcafé. Das hat nun auch schließen müssen.
  • Als Ersatz soll nun über eine WhatsApp-Gruppe das Quiz für sämtliche Helfer einschließlich des Café-Teams ins Leben gerufen werden.
  • „Auch unsere Ehrenamtlichen sollen nicht in ein tiefes Loch fallen“, sagt Sybille Fleitmann.
  • 20 aktive Ruheständler engagieren sich in der Nachbarschaftshilfe Ardey und 40 Ehrenamtliche im Dorfcafé Buntes Sofa.
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