Eine teure Schwarzfahrt: Ticket von Fröndenberg nach Menden kostet am Ende 600 Euro

von Jana Peuckert

Fröndenberg

, 28.06.2019 / Lesedauer: 2 min

Fröndenberg/Menden. 600 Euro kostet einem Mann die Zugfahrt von Fröndenberg nach Menden. Und das nur, weil er die 5,10 Euro für das Ticket nicht zahlen wollte. „In unserem Land ist das eine richtige Straftat“, führte die Richterin im Amtsgericht Menden dem 24-Jährigen gestern den Ernst der Lage vor Augen. Nachdem der Schwarzfahrer zunächst erklärt hatte, zu den Vorwürfen zu schweigen, fand er schließlich doch noch einige Worte: „Hab ich so gemacht. Braucht man gar nicht drüber zu diskutieren.“

Mehrere tausend Euro hatte der Angeklagte in der Vergangenheit bereits für Erschleichen von Leistungen zahlen müssen. „Was ist mit Ihnen?“, wollte die Vorsitzende wissen. Er hätte als Auszubildender einfach nicht so viel Geld. Und das, was ihm zur Verfügung stehe, gebe er lieber für Klamotten und Freizeitbeschäftigungen mit seinen Freunden aus.

Inzwischen habe sich sein Chef in die Angelegenheit eingemischt und sich dazu bereit erklärt, ihm seine Monatskarte für Fahrten zur Berufsschule zu finanzieren. „Damit ich nicht mehr so ein Risiko eingehe“, erklärte der 24-Jährige.

Bei der Urteilsfindung wirkte sich der Umstand, dass der Angeklagte neun Tage vor der Tat wegen einer anderen Schwarzfahrt verurteilt worden war, negativ aus. Generell warfen die insgesamt drei Vorstrafen des Mannes, neben Erschleichen von Leistungen noch Falschaussage und Fahren ohne Fahrerlaubnis, kein gutes Licht auf ihn. Für ihn sprachen hingegen sein Geständnis, die kurze Fahrstrecke und der geringe Preis. Nach der Verkündung der Geldstrafe von 600 Euro wirkte der Angeklagte wenig beeindruckt.

Stattdessen nahm er den Mund ziemlich voll: „ Ich werd das Geld bezahlen. Alles auf einmal. Kein Ding.“ Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

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