Ein Standort für die Fröndenberger Feuerwehr ist plötzlich wieder unsicher

dzBrandschutz

Den Brandschutzbedarfsplan für die Fröndenberger Feuerwehr hat der Rat abgesegnet. Mindestens ein neuer Standort, der darin festgelegt wird, ist aber plötzlich wieder alles andere als sicher.

Fröndenberg

, 09.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Minderheitenvotum konnte den neuen Brandschutzbedarfsplan auch im Rat nicht mehr stoppen. Während an benötigten Zugstärken, Fahrzeugen und Hilfsfristen kaum Zweifel bestehen, ist einer der neuen Standorte unsicher.

Feuerwehr soll an drei Standorten einen Neubau erhalten

Bekanntlich müssen an drei Standorten neue Gerätehäuser für die Feuerwehr gebaut werden. Für den neuen Standort im Westen war schon lange über einen Teilbereich des geplanten Gewerbegebietes Schürenfeld spekuliert worden – im Brandschutzbedarfsplan wird es jetzt offiziell genannt: Bis zum Jahr 2024 sei ein Neubau dort realisierbar, heißt es dort.

»Wenn es eine bessere Option für den Standort im Westen gibt, werden wir sie nutzen.«
Christoph Börger, Leiter des Ordnungsamtes

CDU-Ratsfrau Ute Schneider löste mit ihren Zweifeln an der Lösung für den Westen eine Klarstellung von Christoph Börger aus.

„Ergeben sich andere Optionen für einen Standort, werden wir diese selbstverständlich prüfen“, erklärte der Ordnungsamtsleiter, „und wenn es eine bessere gibt, werden wir sie nutzen.“

Eine Aussprache gab es im Rat nach diesem Statement nicht mehr. Allerdings hatte die FWG-Fraktion bereits vor einigen Monaten das Grundstück von Haus Schoppe in Langschede als Alternative ins Spiel gebracht.

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Für den Brandschutzbedarfsplan gibt es viel Lob im Rat

Ansonsten gab es für den Brandschutzbedarfsplan im Rat, wie schon zuvor im Hauptausschuss, viel Lob. „Wir haben das getan, was wir tun konnten“, sagte Grünen-Fraktionschef Martin Schoppman, und ergänzte mit Blick auf die aus Reihen der Feuerwehr vereinzelt geäußerte Kritik: „Alle mitzunehmen – das wird einfach nicht gelingen.“

Eben um diese Zweifel, besonders an der ausreichenden Hilfsfrist für den Mühlenberg, auszuräumen, hatte die Verwaltung noch kurzfristig den Gutachter der Firma Orgakom in die Ratssitzung geladen.

Der Mühlenberg sei schon heute, dank organisatorischer Veränderungen durch Feuerwehrchef Jörg Sommer, innerhalb von acht Minuten erreichbar, sagte Gutachter Steffen Lutter, selbst Leiter der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven.

»Ich bin sicher, dass damit den Bürgern besser und schneller geholfen wird.«
Steffen Lutter, Feuerwehr-Gutachter

Man habe mit dem Plan „einen Meilenstein gesetzt“, weil erst durch die Zusammenlegung von Löschgruppen überhaupt ein neuer schlagkräftiger und einsatzbereiter Löschzug entstehe.

Die Löschgruppen in Altendorf, Ardey, Langschede, Dellwig und Strickherdicke seien, weil zu klein, „effektiv nicht zukunftsfähig“. Lutter: „Ich bin sicher, dass damit den Bürgern besser und schneller geholfen wird.“

Einzig Andreas Wette (FDP) stimmte gegen den Brandschutzbedarfsplan: Der Zielerreichungsgrad bei der Hilfsfrist sei ein „Knackpunkt“ und „die Akzeptanz innerhalb der Feuerwehr zu gering.“

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