Ein Netz für alle: Gebt den Glasfaserausbau in die öffentliche Hand!

dzStandpunkt

Der Glasfaserausbau ist auch in der Redaktion regelmäßig Gegenstand der Diskussionen. Ein polarisierendes Thema, wie die Standpunkte von Alexander Heine und Marcus Land zeigen. Diskutieren Sie mit uns.

Fröndenberg

, 18.01.2020, 04:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Deutschland ein Entwicklungsland, in Sachen Netzgeschwindigkeit steht die Bundesrepublik auf der langen Leitung. Weil die Politik die Weichen in Richtung Zukunft falsch gestellt hat. Der Breitbandausbau und damit das Spannen von Glasfasernetzen muss eine Leistung der staatlichen Daseinsvorsorge sein.

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Das Datenvolumen, das tagtäglich durch das Internet rauscht, wächst exponentiell. Streamingdienst hier, Smart Home da – und kein Ende in Sicht. Im Gegenteil. In der Zukunft wird möglich sein, was heute mitunter noch unvorstellbar ist. Oder glauben Sie, dass Michael Rotert den Hauch einer Ahnung davon hatte, was er im August 1984 auf seinem Bildschirm sah? Es war die erste E-Mail Deutschlands: Für ihn nur eine Textnachricht, für die Menschheit ein riesen Ding.

Zur Sache

Glasfaser in Fröndenberg

In Fröndenberg tut sich gerade einiges in Sachen Glasfaser. Die Deutsche Telekom hat in Mitte und Westick bereits aufgerüstet, investiert zudem in die Ortsteile Ardey, Bentrop, Langschede, Strickherdicke, Hohenheide und Neimen. Aus Richtung Osten rückt die Firma Muenet an: In Bausenhagen ist der erste Spatenstich bereits erfolgt, der Ausbau in Frömern ist gesichert, die Nachfragebündelungen Hohenheide und Ostbüren laufen.

Für die weitere Entwicklung muss die Infrastruktur mithalten können. Sicher: Durch die Ausbauambitionen von Firmen wie Muenet scheint es, als würden Dörfer auf der Überholspur surfen.

Allein: Hier ist es Muenet, dort die Deutsche Glasfaser – und anderswo sind es andere privatwirtschaftliche Unternehmen, denen Kommunen sich anvertrauen. Ob zum Beispiel die Deutsche Telekom irgendwann Muenet und Co. für die Nutzung derer Netzinfrastruktur bezahlt, ist ungewiss.

Es muss ein Netz für alle sein – und das am besten in öffentlicher Hand. Im Daten- genauso wie im Schienen- und Straßenverkehr. Auf dem Land genauso wie in Metropolen. Überall müssen gleichwertige Bedingungen gelten.

Solange die Deutsche Telekom ihre Infrastruktur als Grundversorger auch anderen zur Verfügung stellen muss, andere Anbieter aber fröhlich ihr eigenes Ding drehen können, wird erstens die Telekom kein gesteigertes Interesse an Investitionen haben – und werden zweitens die Bürger in die Monopolzange genommen. Entweder alle, oder keiner bekommt Glasfaser. Das darf man privatwirtschaftlichen Unternehmen mit Gewinnabsichten nicht verübeln. Es belegt aber das Dilemma der Bundesrepublik.

Diskutieren Sie mit: Muss der Breitbandausbau Ihrer Ansicht nach Teil der staatlichen Daseinsvorsorge sein oder nicht? Schreiben Sie uns Ihre Meinung an froendenberg@hellwegeranzeiger.de
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