Ein Dorf stirbt ohne Infrastruktur: Investition soll Ostbürener Treff retten

dzDobomil-Gebäude

Im Ostbürener Treff ist im Januar 2019 die Bierquelle versiegt. Die Gaststätte hat den Veranstaltungsort Dobomil-Gebäude quasi subventioniert. Die Stadt soll nun investieren, damit die Infrastruktur erhalten bleibt.

Fröndenberg, Ostbüren

, 02.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit bald eineinhalb Jahren sucht der Trägerverein des Dobomil-Gebäudes händeringend nach einem neuen Pächter für den Ostbürener Treff. Jetzt da sich ein Interessent gemeldet haben soll, könnte defekte Technik die Zukunft verbauen.

Dieses Szenario befürchtet jedenfalls der SPD-Ortsverein Frömern/Ostbüren/Palz und fordert von der Stadtverwaltung die Investition in eine neue Entlüftungsanlage für die Küche der Gaststätte.

Haushalt sieht 10.000 Euro für Investition vor

Das Geld für die Baumaßnahme ist im Haushalt der Stadt auch eingeplant: 10.000 Euro können für eine neue Lüftungsanlage ausgegeben werden. SPD-Ortsvereinsvorsitzender Sebastian Kratzel drängt in dem Antrag nun darauf, dass möglichst schnell installiert wird.

Dagmar Neithart hatte zwischenzeitlich als Pächterin den Ostbürener Treff betrieben. Im Januar 2019 versiegte die Bierquelle dann - bis heute.

Dagmar Neithart hatte zwischenzeitlich als Pächterin den Ostbürener Treff betrieben. Im Januar 2019 versiegte die Bierquelle dann - bis heute. © Udo Hennes

Jetzt lesen
»Es darf nicht vergessen werden, dass es sich hierbei ausschließlich um ehrenamtliches Engagement der beteiligten Ostbürener Vereine handelt.«
Sebastian Kratzel, Vorsitzender SPD-Ortsverein Frömern/Ostbüren/Palz

Seines Wissens scheitere aktuell der Abschluss eines Pachtvertrages daran, dass die Technik bislang noch nicht erneuert wurde. Auf lange Sicht steht und fällt die Unterhaltung des gesamten Dobomil-Gebäudes mit dem gastronomischen Betrieb.

Der Trägerverein bewirtschaftet das markante Ziegelsteingebäude in der Dorfmitte seit April 1983, nachdem die Stadt den Ostbürener Vereinen das Anwesen für eine symbolische D-Mark überlassen hatte.

Mit Einnahmen aus der Pacht für die Gastwirtschaft und der Vermietung des Saales, häufig für private Feierlichkeiten wie Abifeiern, Hochzeiten oder Firmenjubiläen, konnte das Dobomil auch jahrelang für den Ort erhalten werden.

Weil seit März coronabedingt nicht vermietet werden kann, sind nun schon seit Monaten auch die letzten Einnahmen des Trägervereins weggefallen.

Jetzt lesen

Erschwerend komme hinzu, so führt der SPD-Ortsverein aus, dass der Trägerverein seinen Eigenanteil bei Investitionen im Fall der erforderlichen Lüftungsanlage nicht durch eine Eigenleistung erbringen könne - es fehle schlicht das Knowhow.

Seinen vertraglich fixierten Eigenanteil müsste der Verein daher nun geldmäßig - wenn auch in Raten - in die Stadtkasse einzahlen. Ohne derzeit überhaupt eigene Einkünfte zu haben.

Letzter Versammlungsort für Ostbüren fiele weg

„Das verschärft die finanzielle Situation des Trägervereins dramatisch“, schreibt Sebastian Kratzel. Werde nun seitens der Stadt nicht schnellestens etwas unternommen, sehe es „düster“ für den Trägerverein aus, der schlimmstenfalls zum Ende des Jahres den Pachtvertrag über das Dobomil-Gebäude kündigen müsse.

Es liege im gesellschaftlichen Interesse, dass Trägerverein und Dobomil-Gebäude erhalten blieben - andernfalls fiele in Ostbüren der letzte Versammlungsort weg.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Kunst in Fröndenberg
Fröndenberger Kinder lernen umstrittene Kunstform: „Graffiti ist mehr als eine Schmiererei“