Von braun zu bunt: Wie aus Ackerland eine blühende Wiese für Rinder wird

Redakteur
Sebastian Heide-Napierski arbeitet im Sachgebiet Landschaft des Kreises Unna. Sein Fachbereich sorgt für eine ökologische Aufwertung einzelner Flächen.
Sebastian Heide-Napierski arbeitet im Sachgebiet Landschaft des Kreises Unna. Sein Fachbereich sorgt für eine ökologische Aufwertung einzelner Flächen. © Montage/Nina Dittgen
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Der eine oder andere wird es schon mitbekommen haben: Auf der Wiese am Baugebiet Haferkamp im Fröndenberger Ortsteil Langschede weiden seit einiger Zeit zwei Rinder. Und das hat einen speziellen Grund: Die Ackerfläche im Westen der Stadt wurde umgestaltet, und zwar komplett.

Mitarbeiter des Kreises Unna haben dafür gesorgt, dass das Gebiet nun eine blühende Wiese statt braunem Ackerland ist. „Mit der Einsaat von Regiosaatgut haben wir hier eine artenreiche Weidefläche geschaffen, die nun von zwei Rindern beweidet wird“, erläutert Martin Czygan vom Kreis Unna, der die Planung und Realisierung maßgebend durchgeführt hat, die Maßnahme.

Solche Flächen sind zum Beispiel Heimat zahlreicher Insekten und bieten somit diversen Vogelarten eine Nahrungsquelle.

Ökologische Aufwertung

Die Fläche in Langschede ist ein Beispiel für den Einsatz des Kreises in Sachen Natur- und Klimaschutz. Dafür werden zuvor landwirtschaftlich genutzte Flächen gekauft und ökologisch aufgewertet. Aber auch Aufforstungen oder die Anlage von Streuobstwiesen und Kleingewässern zählen zum Maßnahmenkatalog.

Teilweise werden die erworbenen Grundstücke jedoch auch als Tauschland genutzt, um an fachlich geeigneterer Stelle Maßnahmen umsetzen zu können. Verantwortlich dafür ist beim Kreis Unna der Fachbereich Mobilität, Natur und Umwelt.

Finanziert durch Ersatzgelder

Um den Grunderwerb kümmert sich Sebastian Heide-Napierski aus dem Sachgebiet Landschaft: „Ich prüfe potenzielle Kaufflächen auf ihre Eignung für unsere Zwecke und führe die Verhandlungen mit den aktuellen Eigentümern.“

Zu den Kaufkriterien zählen vor allem die Lage und die momentane Nutzung. „Für uns sind insbesondere intensiv bewirtschaftete Ackerflächen interessant, da wir auf diesen durch gezielte Maßnahmen eine hohe ökologische Aufwertung erzielen können. Interessant sind auch eher unbeliebte Flächen wie schlecht zugeschnittene, kleine, verschattete oder nasse Ackerflächen.“

Finanziert werden der Ankauf sowie die Umsetzung sowohl durch Ersatzgelder, die für Eingriffe in Natur und Landschaft durch den Verursacher an den Kreis gezahlt werden, als auch aus vertraglichen Vereinbarungen mit den kreisangehörigen Kommunen zum Ausgleich von neuen Bau- und Gewerbegebieten.

Info

  • Um weitere Naturschutzmaßnahmen umsetzen zu können, ist der Kreis Unna stets auf der Suche nach geeigneten Flächen.
  • Eigentümer, die den Kreis bei seinen Natur- und Klimaschutzaktivitäten durch den Verkauf einer Fläche unterstützen möchten, können unter Tel. (02303) 27 16 70 oder per Mail an sebastian.heide-napierski@kreis-unna.de Kontakt aufnehmen.