Strom tanken können E-Auto-Fahrer in Fröndenberg zum Beispiel am Rathaus. Aktuell gibt es drei Ladesäulen in Fröndenberg. Bald könnten es elf sein. © Maximilian Konrad
E-Mobilität

E-Ladesäulen: Je mehr Gäste und Mehrfamilienhäuser, desto besser

Auch E-Ladesäulen müssen sich am Ende des Tages rechnen. Von welchen Faktoren das abhängt, haben die Stadtwerke im Fröndenberger Bau- und Verkehrsausschuss erklärt.

Wirtschaftlich sollen die neuen Standorte sein, an denen elf E-Ladesäulen aufgestellt werden. Davon war in Fröndenberg im Bau- und Verkehrsausschuss am Dienstag immer wieder die Rede. Später wurde jedoch klar: Die drei bisher aufgestellten Ladesäulen im Stadtgebiet sind es längst nicht.

Die Stadt erhofft sich Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Ladeinfrastruktur vor Ort“. Mit diesem soll der Anteil der E-Ladepunkte in Deutschland bis 2025 auf 50.000 steigen. Auch Fröndenberg will seinen Anteil leisten und elf neue Ladesäulen installieren mit 22 Ladepunkten. An jeder Säule können also zwei Autos gleichzeitig getankt werden.

»Ursprünglich wollten wir in jedem Stadtteil einen Punkt installieren. Das scheiterte aber an der Wirtschaftlichkeit.«

Matthias Stephan, Stadtwerke Fröndenberg/Wickede

Förderzusage steht noch aus

Matthias Stephan von den Stadtwerken Fröndenberg/Wickede hatte die Mitglieder des Bau- und Verkehrsausschusses am Mittwoch auf den aktuellen Stand der Planungen gebracht. Zur Ernüchterung der Ausschussmitglieder konnte er aber noch keine Angaben zu potenziellen Standorten machen, da aktuell noch auf eine Förderzusage gewartet wird, hieß es.

Eine Frage konnte aber beantwortet werden: Nicht in jedem Ortsteil wird es eine neue E-Ladesäule geben. „Ursprünglich wollten wir in jedem Stadtteil einen Punkt installieren. Das scheiterte aber an der Wirtschaftlichkeit“, führte Stephan aus. Die Frage, die man sich stellen müsse, laute: Wer lädt dort? Attraktiv werde ein Standort, wenn viele Gäste von Außerhalb kämen oder wenn Mehrfamilienhäuser in der Straße seien, bei der die Mieter keine Wallbox an ihr Haus bauen können. Ist der Anteil an Eigenheimen hoch, sinke der Bedarf an öffentlicher Ladeinfrastruktur.

Trotzdem würden bei den Planungen einige Stadtteile berücksichtigt werden und nicht alle elf Ladepunkte in die Stadtmitte gesetzt werden. Die am stärksten frequentierte Säule ist zurzeit die an der Ruhrstraße 9 neben der Stadtverwaltung.

Laden an der öffentlichen Säule ist teurer als zu Hause

Der Strom an der öffentlichen Tankstelle sei etwas höher bepreist als der Haushaltsstrom. „Es ist nicht wünschenswert, den Strom günstiger zu machen als zu Hause“, erklärte Stephan. Dies hätte zur Folge, dass niemand mehr eine Wallbox installiert und auch Eigenheimbesitzer über Nacht an öffentlichen Säulen tanken und diese blockieren.

Doch über zu wenig Tankmöglichkeiten müssen sich Fröndenberger aktuell keine Sorgen machen. 256 Ladungen habe es in diesem Jahr bis zum Stichtag 3. Oktober gegeben. „Das ist alles andere als wirtschaftlich“, fasste Stephan zusammen. Zu Beginn sei das Angebot zudem kostenfrei gewesen. Die Ausschussmitglieder stimmten einstimmig dafür, dass nach einer Förderzusage nach geeigneten Standorten geschaut wird. Die Förderung läge bei 200.000 Euro, bei der Stadt verbliebe ein Eigenanteil von knapp 100.000 Euro.

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