Duschen mit Stoppuhr: Fröndenberger Kolpingfamilie ruft zum Wassersparen auf

dzWasserverbrauch reduzieren

Knapp 120 Liter Trinkwasser verbraucht der Deutsche täglich. Die Kolpingfamilie glaubt, es geht auch mit weniger und forderte die Fröndenberger heraus. Ein Selbstversuch.

Fröndenberg

, 18.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 120 Liter Trinkwasser verbraucht der Durchschnitts-Deutsche am Tag. Die Fröndenberger Kolpingfamilie hat deshalb zu einem kleinen Test aufgerufen. Jeder Interessierte sollte vom 8. bis 15. März Wasser sparen. Ein Blick auf den Wasserzählerstand zu Beginn und Ende sollte verraten, ob man seinen Verbrauch tatsächlich herunterfahren konnte.

In einem Haushalt mit vier Personen ist der Zählerstand kein guter Maßstab für den Vergleich. Aber auch ohne Messergebnis habe ich bei meinem Selbstversuch darauf geachtet, eine Woche lang die größten Wasserverschwendungen im Alltag zu vermeiden. Das Internet hatte dafür einige Tipps parat.

Schnelle Dusche am Morgen

48,4 Liter Wasser am Tag werden laut Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz täglich „verduscht“. Neben der Toilette mit 36,3 Litern Wasser am Tag der größte „Wasserverschwender“.

Den morgendlichen Sprung unter die Dusche zu reduzieren war eine Herausforderung. Wach werden, Muskeln lockern und Haare waschen, dafür habe ich mir fünf Minuten gegeben. An Tag 1 war die Zeit um, noch bevor ich die Shampoo-Flasche das erste Mal in der Hand hatte.

Dann fiel das Warmwasser für zwei Tage aus. Unter dem kalten Strahl waren fünf Minuten eine lange Zeit. Danach fiel die Zeitbegrenzung einfacher. Und wach geworden bin ich dank einer kleinen Runde um den Block in den gewonnenen zehn Minuten trotzdem.

Spartaste auf dem Klo

Auch beim Toilettengang wollte ich sparen – und auch hier ging es einfach und unkompliziert. Es war vor allem die Macht der Gewohnheit, die mich den falschen Knopf beim Spülen drücken ließ. Die Spartaste auf der Toilette war in 95 Prozent der Fälle jedoch genauso wirksam wie die große. Wassersparen erforderte hier vor allem eine Umstellung der Gewohnheit, ein wenig mehr Achtsamkeit bei dem Routinegang ins Bad.

Die nächsten Tipps aus dem Internet: Obst und Gemüse in einer Schüssel statt unter laufendem Wasser waschen. Dreckiges Geschirr nicht vorspülen, sondern gleich in die Maschine tun. Kleine Zettelchen an der Spüle sorgten für die nötige Erinnerung, wann immer die Routine die Oberhand gewann. Das Ergebnis blieb dasselbe und auch mehr Zeit habe ich nicht gebraucht.

Mehr zum Thema

Erfahrungen mit Fröndenbergern teilen

  • Die Aktion der Fröndenberger Kolpingfamilie sollte unter anderem dazu dienen, auf die knappen Wasserressourcen in anderen Ländern hinzuweisen.
  • In Uganda müssten Menschen ohne Zugang zum Brunnen teilweise mit 20 Litern Wasser am Tag auskommen, erklärte Gabriele Preuß.
  • Wer an dem Selbstversuch teilgenommen und deutlich weniger als 120 Liter pro Person am Tag verbraucht hat, kann seine Erfahrungen mit der Kolpingfamilie per E-Mail an kolpingsfamilie-froendenberg@web.de teilen.
  • Die Ergebnisse will die Kolpingfamilie in den nächsten Pfarrnachrichten des Pastoralverbundes bekannt geben.
Beim Händewaschen Wasser abdrehen

Gerade in Zeiten des Corona-Virus werden wir an jeder Ecke daran erinnert, auf Hygiene zu achten. Regelmäßiges Hände waschen gehört dazu. Doch auch hier gibt das Internet Tipps, wie gespart werden kann. Wasserhahn abdrehen beim Einseifen der Hände vor allem.

Diese Umstellung bringt Ärger mit sich. Der Versuch, keine Seife auf dem Wasserhahn zu hinterlassen, gab mir das Gefühl, mehr Zeit als üblich im Bad zu verbringen. Dabei waren es oft nur ein paar Sekunden, die mir pro Gang gestohlen wurden. Dafür habe ich mehrere Liter Wasser pro Tag einsparen können.

Bewusstwerden ist größte Umstellung

Nach einer Woche gehen viele Änderungen in der täglichen Routine bereits leichter von Hand. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und alles, was unseren Rhythmus durcheinanderbringt, ist unangenehm. Das hat mich der Selbstversuch spüren lassen.

Dabei waren viele Eingriffe in mein Leben nur geringfügig. Wie viel Wasser ich gespart habe, bleibt ungewiss. Gefühlt war es jede Menge mit vergleichsweise geringem Aufwand. Die Kolpingfamilie Fröndenberg wollte mit dem Test den Blick auf unseren Umgang mit Wasser schärfen. Bei mir hat sie das geschafft und vielleicht können ein paar Änderungen bei mir zur Routine werden.

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