Durch Europa über Wickede/Ruhr nach Paris

Celloherbst am Hellweg

Der Celloherbst am Hellweg macht Station in Wickede/Ruhr: In der St.-Antonius-Kirche können sich die Zuhörerinnen und Zuhörer auf eine musikalische Reise auf 48 schwingenden Saiten begeben.

Wickede/Ruhr

16.10.2018, 14:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Durch Europa über Wickede/Ruhr nach Paris

Die zwölf Hellweger Cellistinnen und Cellisten sind seit 2004 ein multikulturelles Ensemble, dessen Mitglieder zwar aus unterschiedlichen Ländern kommen, aber zwei Dinge gemeinsam haben: Sie leben entlang des Hellwegs und spielen das Cello virtuos in allen Lagen. © Volker Beusheusen

Die Gemeinde Wickede/Ruhr als Veranstalter lädt am Donnerstag, 18. Oktober, um 19.30 Uhr zu dem Konzert ein. Mit der Passacaglia des deutschen Komponisten Georg Friedrich Händel, der in England lebte, beginnt ein klangvoller Höhenflug, der das Publikum in nur zwei Stunden über den ganzen Kontinent Europa führt, verspricht Felicitas Stephan, künstlerische Leiterin des Celloherbstes. Es erklingen die barocken Melodien des französischen Meisters Boismortier und den Flamenco Südspaniens lässt das Stück „Asturias“ von Isaac Albeniz mit seinen rasanten Pizzicatti erleben.

Traumhafte nordische Klänge bis zu melancholisch packender Musik

Als Kontrast dazu folgt ein Winterabend im Jahr 1876 in der Nähe von Bergen in Norwegen: Edvard Grieg sitzt in seiner Hütte und arbeitet an seiner „Peer Gynt Suite“. Die Tochter des Bergkönigs soll befreit werden und traumhaft schöne, nordische Klänge erfüllen den Raum. Von hier ist es nicht weit zu dem lettischen Komponisten Carl Davidoff. In seinem Stück „Am Springbrunnen“ wird die junge Cellistin Pauline Stephan die Fontäne eines Springbrunnens sprudeln lassen. „Dieses Werk ist wahrlich ein Feuerwerk der Klangkunst mit 48 Saiten“, heißt es in der Konzertankündigung.

Der Tangokönig Astor Piazzolla hat italienische Wurzeln, er schuf mit seinem Libertango eines seiner berühmtesten Werke und machte den Tango im neuen Gewand unsterblich. Nie zuvor hatte man so tiefe, melancholische und zugleich auch packend emotionale Musik gehört.

Von Italien führt die Reise zurück nach Frankreich

Von Italien führt die Reise schließlich zurück nach Frankreich, hier schließt sich der Kreis, denn das Hauptwerk der musikalischen Reise durch Europa ist der Bolero von Maurice Ravel, der beim Celloherbst 2016 zum ersten Mal in der Besetzung für zwölf Celli gespielt wurde. Nach der Uraufführung des „Boléro“ in der Pariser Opéra 1928 kam eine Dame zu Maurice Ravel und meinte, er sei verrückt. Der Komponist lächelte und erwiderte, dann habe sie das Stück verstanden. Doch Ravels Boléro ist alles andere als ein wirres Werk, im Gegenteil: Sehr viel präziser kann man Dynamik und Ausdruck kaum planen als in diesem Orchesterstück. Ravel hatte sich von einer Melodie, die er in Spanien kennengelernt hatte, inspirieren lassen und sie zu einem zweiteiligen Thema ausgearbeitet, das sich in 18 Variationen langsam steigert. Dieses raffinierte Crescendo, das nach einem abrupten Übergang von C-Dur nach E-Dur in einem noch überraschenderen Schluss in der Grundtonart endet, gehört daher bei aller scheinbaren Monotonie zum Kunstfertigsten, was die Orchestermusik des Impressionismus hervorgebracht hat.

Termin: Donnerstag, 18. Oktober, 19.30 Uhr, Kath. Kirche St. Antonius, Kirchstraße 40, 58739 Wickede (Ruhr) Karten: 14 Euro / ermäßigt 10 Euro Vorverkauf: Gemeinde Wickede (Ruhr) unter Tel. (0 23 77) 91 50 und bei Hellwegticket unter (0 29 21) 3 11 01 Informationen auch unter www.celloherbst.de
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