Drogenhandel: Zufallsfund bei SEK-Einsatz soll Fröndenberger ins Gefängnis bringen

dzSEK-Einsatz

SEK-Beamte fanden in einer Wohnung zufällig Drogen. Die Anwältin des Angeklagten bemängelte einen fehlenden Durchsuchungsbeschluss. Doch der Richter klärte sehr kundig über die Rechtslage auf.

von Sylvia Mönnig

Fröndenberg, Unna

, 08.01.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Bei einem SEK-Einsatz wurden in der Wohnung eines 27-jährigen Fröndenbergers eher zufällig Drogen entdeckt. Diese Vorräte sollen den jungen Mann mit bewegter Vergangenheit nun einmal mehr die Freiheit kosten.

Rückblende: 2016 wurde der Fröndenberger vom Amtsgericht Unna unter anderem wegen Handels mit Drogen und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

SEK sollte zunächst nur einen Haftbefehl vollstrecken

Darüber hinaus wurde seine Unterbringung in einer Drogenentzugsklinik angeordnet. Und eben diese Maßnahme trat er nicht an. Aus diesem Grund erging ein Haftbefehl und der sollte am Abend des 22. Februar vollstreckt werden.

Da den Ermittlern offenbar im Vorfeld bekannt war, dass die Wohnung des 27-Jährigen förmlich verschanzt war, übernahm ein SEK-Kommando den Einsatz. Ein Polizeibeamter, dem der Fröndenberger bereits bekannt war, wurde hinzugerufen, um ihn zu identifizieren.

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Der erhielt vor Ort die Information, dass sich in der Wohnung Drogen befänden. Daraufhin sahen sich er und ein weiterer Kollege dazu veranlasst, sofort zu reagieren, um Beweismittel zu sichern.

Sie durchsuchten das Appartement und stießen auf 14,5 Gramm Marihuana, 3,2 Gramm Haschisch, 124,9 Gramm Amphetamin, einige Tütchen mit Anhaftungen von Drogen und 870 Euro Bargeld.

Drogenhandel wurde dem Fröndenberger nun vor dem Schöffengericht in Unna vorgeworfen. Er schwieg. Seine Anwältin beantragte einen Freispruch.

Die Polizisten, so ihre Begründung, hätten einen richterlichen Beschluss für die Durchsuchung benötigt. Die Aussagen der Beamten seien nicht verwertbar und somit gebe es keine Beweismittel. Richter Jörg Hüchtmann sah das anders.

Richter: Beweismittel verwertbar, weil SEK-Einsatz noch andauerte

Der Einsatz sei noch nicht abgeschlossen gewesen. Der Angeklagte habe sich zur Identifizierung noch unmittelbar vor Ort befunden, sei im Rettungswagen ärztlich behandelt worden. Es seien noch SEK-Beamte in der Wohnung gewesen und deshalb sei das Betreten gerechtfertigt gewesen, habe also keines richterlichen Beschlusses bedurft.

Es habe sich um einen Zufallsfund gehandelt. Und der soll den Fröndenberger nun für weitere zweieinhalb Jahre hinter Gitter bringen.

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